Vivendi und der US-Fernsehkonzern NBC haben sich endgültig über die Gründung eines gemeinsamen Medienkonzerns geeinigt: Damit wird der Abschied der Franzosen aus Hollywood eingeläutet, während NBC am Sunset-Strip endlich einen Fuß in die Tür bekommt.

Vor dem Hauptquartier von Vivendi Universal in Paris. Foto: AP

Die Vivendi-Unterhaltungssparte mit den Universal-Studios, Kabel-TV-Kanälen und Freizeitparks geht im neuen Unternehmen NBC Universal auf, das die General-Electric-Tochter mit 80 Prozent der Anteile dominiert.

Die Konzerne teilten am Mittwoch mit, dass der Mediengigant mit einem Umsatz von 13 Milliarden Dollar rund 43 Milliarden Dollar (36,5 Milliarden Euro) wert sein werde.

Das Geschäft mit jährlichen Synergien von 400 Millionen Euro bis 500 Millionen Euro solle im ersten Halbjahr 2004 abgeschlossen werden, erklärten die Konzernchefs Jean-René Fourtou (Vivendi) und Jeff Immelt (General Electric) bei der Vertragsunterzeichung.

Bislang kein "Major-Studio"

NBC besaß bislang als einziges der vier großen amerikanischen TV-Unternehmen kein „Major“-Studio in Hollywood. Ab 2006 können die Franzosen ihre Anteile an dem von NBC-Chef Bob Wright geführten Unternehmen schrittweise verkaufen.

Vivendi kassiert etwa 3,3 Milliarden Dollar in bar, zudem übernimmt NBC Universal rund 1,7 Milliarden Dollar Schulden. Fourtou sagte, die Verschuldung seines Konzerns solle bis Ende nächsten Jahres auf unter fünf Milliarden Euro gedrückt werden.

Der vor gut einem Jahr gefeuerte Ex-Vivendi-Chef Jean-Marie Messier hatte sein Unternehmen mit einem riskanten Expansionskurs zum Global Player im Mediengeschäft gemacht und Milliardenschulden angehäuft. Zuletzt sollen Vivendi noch Verbindlichkeiten von 13 Milliarden Euro gedrückt haben.

Neue Strategie

Messiers Nachfolger Fourtou verordnete dem Konzern eine neue Strategie, die sich auf das Telekommunikationsgeschäft (Cegetel, Maroc Telecom) und Fernsehaktivitäten (Canal Plus) konzentriert. Vivendi gehören zudem die Universal Music Group, der weltweite Branchenführer im Musikgeschäft, und die Computerspielfirma Vivendi Universal Games.

(sueddeutsche.de/AP)