Von Hans-Jürgen Jakobs und Christopher Keil

Viel Geld aus Österreich soll bei der Finanzierung der deutschen Fußball-Bundesliga im Fernsehen helfen: Der Münchner Leo Kirch wurde offenbar bei der Raiffeisenbank in Wien fündig.

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Hat in Wien seinen Finanzier gefunden: Leo Kirch. Foto: dpa

Viel Geld aus Österreich: Der Münchner Unternehmer Leo Kirch hat die Finanzierung der umstrittenen TV-Vermarktung der deutschen Fußball-Bundesliga in Wien sichergestellt. Nach Informationen von sueddeutsche.de steht die Firma Sirius aus dem Kirch-Umfeld kurz davor, mit der Raiffeisenbank Zentralbank handelseinig zu werden. Danach übernimmt das österreichische Geldinstitut die Bankbürgschaft für Kirchs Großdeal mit der Deutschen-Fußball-Liga (DFL).

Die DFL hatte die Firma Sirius, die offiziell Kirchs Frau Ruth sowie dessen Lieblingsmanager Dieter Hahn gehört, mit dem Vertrieb der wichtigen Fernsehrechte von 2009 an beauftragt. Dabei garantiert Sirius Gesamterlöse von rund drei Milliarden Euro. Die Raiffeisenbank hat ein Angebot hierzu unterbreitet und gilt als klarer Favorit. Der Abschluss soll bald verkündet werden, bis Ende Januar will die DFL die Bankbürgschaft sehen.

Die Bank erklärt auf Anfrage, das österreichische Bankwesengesetz verbiete es, zu tatsächlichen oder vermeintlichen Kunden etwas zu sagen. Auch ein Kirch-Sprecher lehnte mit Verweis auf das Bankwesengesetz jede Stellungnahme ab.

Wochenlang war die Commerzbank als Finanzier des Kirch-Projekts im Gespräch gewesen. Sogar eine Beteiligung des Instituts an Sirius war beredet worden. Das sei eines von mehreren Angeboten gewesen, heißt es im Kirch-Umfeld. Doch die Sache mit den Frankfurter Bankern zerschlug sich. Wurde das Terrain zu schwierig?

Jede Bank, die sich in diesem Geschäft engagiert, muss Debatten fürchten, dass eine neue Strategie der Profiklub-Vereinigung DFL den Deutschen ihre "Sportschau" im öffentlich-rechtlichen Vorabendprogramm zu Gunsten eines Exklusivangebots im Bezahlfernsehen (Pay-TV) raube.

Offenbar wollen die Strategen der DFL, die mit Kirch zusammen die Bundesliga produzieren wollen, so mehr Geld aus der Vermarktung ziehen; im frei empfangbaren Fernsehen könnten die Deutschen dann Bundesligabilder erst nach 22 Uhr - also im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF - sehen.

Zuletzt hatte es in der Branche auch für Irritationen gesorgt, dass Ulrich Blessing in die Geschäftsführung der Sirius einzog. Er ist der Bruder des künftigen Commerzbank-Chefs Martin Blessing.

Gegen eine drohende Fußball-TV-Dominanz des Veteranen Kirch, 81, dessen Konzern im Jahr 2002 unter spektakulären Umständen zusammengekracht war, tritt der internationale TV-Mogul Rupert Murdoch an. Ausgerechnet er ist der neue starke Mann beim deutschen Pay-TV-Marktführer Premiere.

(sueddeutsche.de/mako)