Das Geschäft mit dem Betriebssystem Windows läuft miserabel – trotzdem drängelt Microsoft und droht Yahoo mit einer feindlichen Übernahme. Die Anleger zeigten sich enttäuscht von den Microsoft-Zahlen.

Ungeachtet schwacher Windows-Verkaufszahlen macht Microsoft im Übernahmepoker um Yahoo Druck.

Feindliche Übernahme oder Ausstieg

Sollte bis zu diesem Wochenende keine Einigung mit dem Management von Yahoo! gelingen, werde sich Microsoft entweder in einer feindlichen Übernahme direkt an die Aktionäre wenden oder aber seine Offerte zurückziehen, bekräftigte Microsoft-Finanzchef Chris Liddell.

Zugleich machte er abermals klar, dass der weltgrößte Softwarekonzern sein mehr als 40 Milliarden Dollar schweres Gebot keinesfalls erhöhen werde. Die Forderungen von Yahoo! nach einer höheren Offerte beruhten auf "unrealistischen Erwartungen".

Microsoft will zur Steigerung seines Online-Geschäfts den Rivalen Yahoo! für ursprünglich knapp 45 Milliarden Dollar (28 Mrd Euro) in bar und Aktien übernehmen und gemeinsam die Dominanz des Rivalen Google bei Online-Suche sowie Internet-Werbung brechen.

Windows-Geschäft enttäuscht

Der weltgrößte Softwarekonzern kündigte zugleich nach einem wegen Sondereffekten bereits erwarteten Gewinnrückgangs im vergangenen Quartal für das neue Geschäftsjahr ab Juli ein kräftiges Ergebnisplus von rund 15 Prozent an. Die US-Konjunkturkrise habe sich bisher nicht wesentlich auf das Geschäft ausgewirkt, sagte Liddell in einer Telefonkonferenz am Donnerstagabend. Rund zwei Drittel des Umsatzes erzielt der Konzern außerhalb der USA.

Im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal verdiente Microsoft unterm Strich 4,39 Milliarden Dollar oder 47 Cent je Aktie (verwässert) nach 4,93 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um 0,4 Prozent auf 14,45 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 45 Cent je Aktie und Erlösen von 14,49 Milliarden Dollar gerechnet. Im Vorjahresquartal hatte Microsoft von Sonderfaktoren profitiert.

Das Geschäft mit dem Betriebssystem Windows verfehlte die Erwartungen des Konzerns, wie Liddell einräumte. Befürchtungen, die schwächelnde US-Konjunktur könne Microsoft zusetzen, fegte er jedoch beiseite. Das Unternehmen habe dies nicht entscheidend zu spüren bekommen.

Für das im Juli beginnende Geschäftsjahr 2009 hob Microsoft seine Prognose an. Der Gewinn je Aktie werde voraussichtlich in der Spanne von 2,13 und 2,19 Dollar liegen. Die Erlöse dürften mit 66,9 bis 68 Milliarden Dollar zu Buche schlagen.

Die Aktie gibt nach

An der Wall Street gingen Experten im Schnitt bislang von 2,10 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 66,5 Milliarden Dollar aus. Allerdings gab Microsoft für das laufende Quartal eine Prognose unter den Markterwartungen ab. "Wir sind vorsichtig so wie alle anderen auch", sagte Liddell. Experten hatten einen stärkeren Gewinnrückgang befürchtet.

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Die Analysten waren aber zugleich von den Gewinnaussichten im laufenden Quartal etwas enttäuscht. Die Aktie kam nachbörslich deutlich unter Druck und verlor fast fünf Prozent auf rund 30,30 Dollar. Im Laufe der Woche war sie um sechs Prozent gestiegen, da am Markt mit starken Ergebnissen gerechnet wurde.

Yahoo wies indes diese Woche einen überraschend hohen Quartalsgewinn aus. Der Konzern ist durchaus für eine Übernahme durch Microsoft offen. Allerdings lehnt das Management die aktuelle Offerte als zu niedrig ab.

Yahoo

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WKN: ISIN: Typ: Branche:
900103 US9843321061 Aktie Internet

(sueddeutsche.de/Reuters/dpa/aho/jkr)

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