Bahn und Industrie schließen Transrapid-Finanzlücke

Einigung zwischen Stoiber und Mehdorn

25.09.2007, 08:59

Nach jahrelangem Streit ist der Weg für die erste kommerzielle Transrapid-Strecke in Deutschland frei. Der Freistaat Bayern stockt seine Kostenbeteiligung auf, und auch die EU unterstützt offenbar den finanziellen Kraftakt.

Der Freistaat Bayern unterzeichnete nach Angaben der Staatskanzlei eine Finanzierungsvereinbarung mit der Deutschen Bahn sowie den am Transrapid beteiligten Firmen Siemens und ThyssenKrupp. Damit dürfte der Baubeginn der 37 Kilometer langen Strecke vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen nur noch eine Frage der Zeit sein.

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sprach von einem
"endgültigen Durchbruch" für den Transrapid. Bislang war die Umsetzung der Magnetschwebebahn-Pläne an der Finanzierung gescheitert, da eine Lücke von zuletzt 165 Millionen Euro nicht geschlossen werden konnte. Die Gesamtkosten der Transrapid-Strecke werden derzeit auf 1,85 Milliarden Euro geschätzt, schon im Sommer 2008 könnte der Bau beginnen.

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Für Stoiber bedeutet der Durchbruch beim Transrapid auch persönlich einen großen Erfolg, bevor er in den nächsten Tagen seine Ämter als Ministerpräsident und CSU-Chef aufgibt. Als Stoiber-Denkmal will er den Transrapid aber nicht verstanden wissen. "Der Transrapid ist ein deutsches Projekt und mit Sicherheit kein Abschiedsgeschenk für mich." Vielmehr sei der Transrapid ein "Leuchtturm für Hochtechnologie made in Germany".

Industrie garantiert Festpreis

Die Deutsche Bahn, die Industrie und die EU haben nach Worten von Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) die Finanzlücke für die Transrapid-Strecke geschlossen und damit dem Projekt zum Durchbruch verholfen. Alle drei würden mit je 50 Millionen Euro die Lücke schließen, sagte Huber.

Die Bahn finanziere mehr, da sie jetzt zuversichtlicher für das Projekt sei. Die "jüngsten Prognosen über das Wachstum des Fluggastaufkommens" machten es wahrscheinlicher, dass sie "ihren Finanzierungsbeitrag aus dem zukünftigen Betrieb erwirtschaften kann".

Die EU "soll" sich mit 50 Millionen Euro beteiligen. Der Bund "zeigt sich optimistisch, dass diese Gelder auch kommen, da der Bau der Münchner Transrapidstrecke von europäischer Bedeutung ist", formulierte Huber. Denn der internationale Verkehrsflughafen München werde an das europäische Hochgeschwindigkeitsschienenverkehrsnetz angebunden.

Die 50 Millionen Euro der Industrie teilten sich hälftig Siemens und Thyssen-Krupp, die Hersteller des Transrapid. Zudem wolle die Industrie zu einem Festpreis liefern.

Die noch fehlenden 15 Millionen Euro lege Bayern oben drauf, "damit die Rechnung aufgeht", sagte Huber.

Daneben wird sich der Bund mit 925 Millionen Euro beteiligen, der Flughafen
München mit 100 Millionen Euro und die Bahn mit 235 Millionen. Bayern hatte zudem 475 Millionen zugesagt.

Die Flughafenanbindung in München ist rund 35 Kilometer lang und könnte bis 2014 fertig gestellt sein.

(sueddeutsche.de/dpa/Reuters)

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Leserkommentare (195)



26.10.2007 17:55:44

Schwebemaus: Jetzt oder nie

Die Argumente der Transrapidgegner werden zunehmend peinlicher. Ich habe mich von denen distanziert, und jeder sollte das selbe tun. Der Transrapid in München ist die Letzte Chance, noch was zu reißen.

Wer ernten will, muß erst sähen und wer Profit haben will, muß investieren.

Man kennt von alles den Preis aber von nichts den Wert. Das muß aufhören.


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