Der Kopierschutz für Musik aus Online-Shops ist so löchrig wie ein Schweizer Käse. Aber nicht nur deswegen fordert Apple-Chef Steve Jobs nun den Verzicht auf Anti-Piraterie-Systeme. Er hat auch Eigeninteressen.

Steve Jobs mit dem Corpus Delicti: Die Musikindustrie besteht auf Apples Kopierschutzsystem "Fairplay". Der Apple-Chef sieht sich deswegen der Kritik von Verbraucherschützern ausgesetzt. (Foto: dpa)

Apple-Chef Steve Jobs fordert die Musikindustrie auf, beim Musikverkauf im Internet auf einen Kopierschutz zu verzichten.

Die Anti-Piraterie-Systeme der gängigen Onlineshops könnten illegales Kopieren ohnehin nicht verhindern. Außerdem verkaufe die Musikindustrie den Großteil ihrer Produkte ohne Kopierschutz auf CD.

In einer Welt ohne „Digital Rights System“ (DRM) könnte jeder Player Songs aus jedem Laden abspielen und jeder Onlineladen könne Musik verkaufen, die auf jedem Player laufen. „Das ist sicherlich die beste Alternative für die Verbraucher. Und Apple würde dies sofort begeistert annehmen.“

 
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Jobs reagierte damit auf die anhaltende Kritik von Verbraucherschützern an dem im iTunes Store von Apple eingesetzten Kopierschutzsystem „Fairplay“.

Die „Großen Vier“

Mit „Fairplay“ geschützte Songs können mobil nur auf einem iPod von Apple abgespielt werden. Apple müsse die Musik schützen, da insbesondere die „Großen Vier“ der Musikindustrie, Universal, Sony BMG, Warner und EMI, dies in ihren Lizenzbestimmungen für den Online-Vertrieb verlangten.

In dem 1800 Wörter langen Essay "Gedanken über Musik", der auf der Website von Apple veröffentlicht wurde, wendet sich Jobs gegen den Vorschlag, den Apple-Kopierschutz „Fairplay“ an andere Hersteller von Musikplayern zu lizenzieren.

Wenn Apple die Betriebsgeheimnisse rund um „Fairplay“ mit anderen Firmen teile, würden diese Geheimnisse schnell im Internet landen und die Technologie völlig außer Kraft setzen.

Appell an die Europäer

Jobs forderte die Europäer auf, den Wunsch nach einer Öffnung des Online-Musikmarktes an die Musikfirmen heranzutragen: Der größte der vier „Majors“, Universal, werde durch die französische Vivendi kontrolliert, EMI sei britisch und Sony BMG gehöre zur Hälfte der deutschen Bertelsmann AG.

„Wenn (die Musikfirmen) überzeugt werden, ihre Musik an Apple und andere ohne DRM zu lizenzieren, wird einen wirklich freien und vollständig kompatiblen Marktplatz schaffen.“

(sueddeutsche.de/AP)

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Leserkommentare (4)



08.02.2007 02:03:36

mat_rhein: ja, was wenn alle Ipods plötzlich sterben?

Hey Felix, hallo ihr anderen... ich habe beinahe ein schlechtes Gewissen, in dieser rechtschaffenden Runde meine Erfahrung mitzuteilen...

@Felix: nun, dann mach MP3s daraus, und lade sie Dir auf was für einen player/pod!

Momentan leben wir meiner Meinung nach immer nach in einem Kopierschutz- Himmel! Jeder restriktiv auf Kopienanzahl begrenzte track den ich im Musicstore kaufe muss ich von den fünf freien Kopien genau zweimal benutzen: erstens um den song für meinen Computer freizuschalten, zweitens um ihn einmal auf CD zu brennen... Diese Audio- CD muss ich dann nur noch mit itunes als MP3- file wieder auf meinen mac laden. schwups, ungeschützte Musik, die ihre Reise in der Welt der Raubkopien antreten kann... das hier Beschrieben ist- allen voran apple- genauestens seit der ersten Stunde der Online- musikvermarktung bekannt, ich gebe hier keine Geheimnisse preis, sondern sage nur laut was sowieso jeder weiss... aber niemand sich eingesteht? Kann ja echt nicht sein, oder?

Meiner Meinung nach muss dem Wechsel der Erhältlichkeit von Musik ein Wechsel des Verantwortungsbewußtseins der Hörer folgen! Kein Applaus für Müll, bitte, aber doch dann bitte Applaus (und Geld) für Lieder, die ihr Geld wert sind, im wahrsten Sinne des Wortes! Ich besitze nicht arg viel Musik im Vergleich zu manch einem Sammler, habe aber jeden der Songs mal bewußt gehört und über 90% davon auch bezahlt... weil ich die Musiker und Firmen für erbrachte gute Dienstleistung, wenn man so will, entlohnen will... ist dieser Gedankengang sooo falsch?

Ich bin enttäuscht ("von der Täuschung befreit") über die leicht heuchlerische Art wie dies Thema diskutiert wird

liebe Grüße, mat!-)


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