Von Michael Kuntz

Das japanische Unternehmen Sanyo liefert künftig Batterien für Hybridfahrzeuge. Für den Volkswagen-Konzern ist es ein Pilotprojekt.

Audi schließt mit dem japanischen Elektrokonzern Sanyo eine Allianz für Hochleistungsbatterien. Das erfuhr die Süddeutsche Zeitung aus Industriekreisen.

Der Autohersteller will mit den Lithiumionen-Batterien der zweiten und dritten Generation die Elektrifizierung seiner Fahrzeuge vorantreiben. Die Ingolstädter Volkswagen-Tochter wird die Technik der Japaner vornehmlich in Hybridfahrzeuge, aber auch in andere elektrisch angetriebene Autos einbauen.

Audi hat für das Ende des kommenden Jahres den Geländewagen Q7 als erstes Modell mit Hybridantrieb angekündigt. Das wird noch mit Batterien auf Basis von Nickelmetallhydrid ausgestattet. Für diesen Typ besteht bereits eine Kooperation des Volkswagen-Konzerns mit dem japanischen Unternehmen.

Alternative Konzepte

In etwa zwei Jahren sollen die nächsten Generationen der Lithiumionen-Batterien in Fahrzeugen einsatzbereit sein. Noch arbeiten sie optimal nur zwischen 25 und 40 Grad. Diese Technik wird derzeit vor allem bei Notebook-Computern verwendet und für den Betrieb in Automobilen weiter entwickelt. Audi trifft mit der Wahl von Sanyo als Partner eine Entscheidung von großer Tragweite und mit einer Wirkung von etlichen Jahren.

Nach SZ-Informationen handelt es sich um ein Pilotprojekt für den Volkswagen-Konzern mit einem Volumen von annähernd einer Milliarde Euro. Die Technik des japanischen Partners solle in die beiden Baukästen integriert werden, mit denen die VW-Marken künftig alle Autos bauen wollen. Sie würden dann nicht nur für einzelne Modelle, sondern später auch für Kleinwagen zur Verfügung stehen.

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Die Partnerschaft kommt auch für die Japaner zu einem strategisch wichtigen Zeitpunkt. Sanyo will nach drei Jahren Restrukturierung ein wirklich globales Unternehmen werden. Der japanische Konzern liefert außer Stromspeichern für Hybridautos auch Solarzellen und Digitalkameras. Sanyo ist Marktführer bei wiederaufladbaren Batterien.

Audi-Chef Rupert Stadler hatte bei der Vorstellung der Bilanz im März gesagt: "Wir stellen uns auch alternativen Antriebskonzepten. Anfang der neunziger Jahre waren wir mit dem Audi Duo der Pionier der Hybridtechnologie. Und künftig werden wir auch in diesem Bereich neue Maßstäbe setzen." Als Beispiel nannte Stadler den kleinen Geländewagen Q5, den Audi im April bei der Messe in Peking vorgestellt hat.

Die Vorteile des Hybridantriebs beschränken sich allerdings auf den Stadtverkehr, stellte Stadler seinerzeit klar. "Auf der Langstrecke ist der Diesel weit überlegen." In Europa sind allerdings 70 Prozent aller Fahrten kürzer als 40 Kilometer pro Tag.

Faltbare Elektroautos

Nach Erkenntnissen der VW-Forschung kann mittelfristig eine Batterie mit 100 Kilogramm Gewicht ein Auto 70 Kilometer antreiben. Wiegt sie 250 Kilogramm, dann wird sogar eine Reichweite an die 200 Kilometer möglich sein. Daher entwickeln praktisch alle großen Autohersteller Fahrzeuge mit Hybridantrieb, also einer Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor, oder rein elektrisch betriebene Autos.

"Die Elektrifizierung des Autos wird auf irgendeine Art kommen", sagt Carl-Peter Forster, der Europa-Chef von General Motors. Die Amerikaner wollen ihren Chevrolet Volt 2010 ausliefern. Bereits im kommenden Jahr bringt Mercedes den S 400 Blue Hybrid mit Lithiumionen-Akkus. Sie wurden entwickelt von Continental, Johnson Controls und dem französischen Batterieproduzenten Saft.

Eine Massenproduktion von mehr als 100 000 Fahrzeugen pro Hersteller wird von Experten aus der Automobilindustrie jedoch erst für die Zeit nach dem Jahr 2020 erwartet.

Die Autohersteller konzentrieren sich auf die Elektrifizierung normaler Fahrzeuge. Zwar wurden am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Elektro-mobile entwickelt, die wie Einkaufswagen am Supermarkt zusammenzuschieben sind. Acht der faltbaren Elektroautos passen auf einen Parkplatz, weil die Reifen neben dem Motor auch Stoßdämpfer, Lenkung und Bremsen aufnehmen.

Doch solchen Vehikeln drohen Probleme wie jetzt in Kanada. Dort haben zwei Firmen kleine elektrische Wagen für den Stadtverkehr entwickelt - ein Flop. Die Behörden wollen die umweltfreundlichen Fahrzeuge wegen fehlender Knautschzonen nur in geschlossenen Arealen wie Golfplätzen und Klinikgeländen oder Hotelparks zulassen.

Audi

460,00 €    -3,00   -0,65%   20.11.09  

WKN: ISIN: Typ: Branche:
675700 DE0006757008 Aktie Automobilhersteller

(SZ vom 6.5.2008/hgn)

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Leserkommentare (1)



06.05.2008 14:28:05

olleluja: Cool

demnächst steht dann in der Aufpreis-Liste dass ein Nomalo-Akku (also Sanyo ohne Aufkleber) serienmäßig ist und der Akku mit Aufkleber 2.500 € extra kostet.


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