Deutsche-Bank-Vorstandschef Ackermann hat von den deutschen Top-Managern angesichts der Steueraffäre von Post-Chef Zumwinkel mehr Vorbildfunktion und Führungsstärke gefordert.

"Jedem, der eine Führungsposition innehat, kommt eine Vorbildfunktion zu, nicht nur Top-Managern. Wer nicht Vorbild ist, kann nicht erfolgreich führen", sagte der Banker der Bild-Zeitung. Ackermann warnte davor, dass die Diskussion über den Sturz von Zumwinkel zu einer Gefahr für die Marktwirtschaft werden könne.

Wörtlich sagte Ackermann: "Wir dürfen nicht zulassen, dass individuelles Fehlverhalten verallgemeinert und unserer Wirtschaftsordnung angelastet wird, auch um damit von eigenen Fehlern ablenken zu wollen." Der Bank-Chef forderte von der Wirtschaft insgesamt, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen: "Wir müssen jetzt alle in der Wirtschaft eine neue Anstrengung unternehmen, unserer Führungsverantwortung gerecht werden, verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen."

Gutes Geld für gute Arbeit

Ackermann distanzierte sich deutlich von jeder Art von Steuerhinterziehung: "Für gute Arbeit muss es gutes Geld geben. Auch netto. Steuerhinterziehung allerdings muss tabu sein. Für alle."

Ackermann stand im Zusammenhang mit dem Mannesmann-Prozess vor einigen Jahren selbst im Mittelpunkt einer Debatte um das Verhalten von Top-Managern. In dem Verfahren ging es um die Rechtmäßigkeit von Prämien und Abfindungen in Höhe von 57 Millionen Euro, die nach der Mannesmann-Übernahme durch die britische Vodafone Anfang 2000 an amtierende und frühere Konzernmanager geflossen waren. Der Prozess gegen Ackermann, den früheren Mannesmann-Lenker Klaus Esser sowie vier weitere Angeklagte war Ende 2006 gegen Geldauflagen eingestellt worden.

(dpa/AFP/AP/mah)