Die Süddeutsche Zeitung baut in der Printausgabe ihre Wirtschaftsberichterstattung deutlich aus.
Liebe Leserinnen und Leser,
die Welt der Wirtschaft verändert sich rasant - und ebenso unsere Wahrnehmung der Wirtschaft. Früher waren Unternehmen, Bilanzen und Börsen etwas für Spezialisten. Wer fürs Alter vorsorgen wollte, besaß einen Bundesschatzbrief, wenn überhaupt. Heute bestimmt die Wirtschaft Alltag und Handeln. Die Welt des Arbeitens wandelt sich - als Folge der Globalisierung und der wirtschaftspolitischen Reformen.
Die globalen Konzerne verändern sich ebenso wie die soliden Familienunternehmen, die den Großteil der Jobs in Deutschland anbieten. Und wer sein Geld anlegen will, trifft auf ein oftmals verwirrendes Angebot: Es gibt die Riester- und die Rürup-Rente, es gibt Investment- und Hedgefonds, es gibt Zehntausende von Aktien und Hunderttausende von Zertifikaten. Wer blickt da noch durch?
Die Süddeutsche Zeitung will ihren Lesern helfen, sich besser zurechtzufinden. Sie wird daher die Wirtschaftsberichterstattung deutlich ausbauen. Ab dieser Ausgabe wird der Wirtschaftsteil an fünf Tagen pro Woche um eine Seite wachsen.
Wir werden insbesondere den Themen "Geld" und "Private Finanzen" mehr Platz einräumen. Ab Mitte Januar widmen wir dem "Geld" von Dienstag bis Samstag in der Regel sogar täglich drei Seiten: Wie bewegt es die Menschen und ihr Leben? Wie gehen sie damit um? Und wie lässt es sich am besten verwenden, sei es bei der Wahl der Versicherung oder der Bank?
Dies geschieht in der für die Süddeutsche Zeitung typischen Form: hintergründig und anregend, in Erklärstücken, Reportagen, Interviews, Porträts und Kolumnen. So startet an diesem Dienstag die Kolumne "Mein erstes Mal".
Darin berichten SZ-Redakteure über die Erfahrungen, die sie mit ihrer ersten Geldanlage gemacht haben. Zum Auftakt schreibt Hermann Unterstöger über das Sparbuch. Eine weitere, wöchentliche Kolumne beginnt am Freitag: Die SZ-Korrespondenten an den größten Finanzplätzen - von New York über London und Frankfurt bis Schanghai und Tokio - erzählen unterhaltsame Geschichten jenseits des Börsenparketts.
Jeweils am Donnerstag wird zudem eine Seite über Familienunternehmen erscheinen, jene unterschätzten Firmen, die die deutsche Wirtschaft tragen, in den Medien aber immer noch viel zu wenig auftauchen. Die Zahl der Wirtschaftsredakteure wird sowohl in München als auch in Frankfurt aufgestockt.
Um den veränderten Bedürfnissen unserer Leser gerecht zu werden, haben wir zudem den Kursteil modernisiert. Auf drei statt bisher vier Seiten bringen wir jene Wertpapiere, die bei einer repräsentativen Umfrage unter unseren Lesern auf das mit Abstand größte Interesse gestoßen sind.
Erstmals werden die Werte des Dow Jones 30 und des Stoxx50 sowie die wichtigsten Aktien der Nasdaq und des S&P 500 täglich in einer großen Tabelle mit zusätzlichen Informationen erscheinen, so wie schon jetzt die wichtigsten deutschen Aktien. Eine täglich wechselnde Grafik informiert zudem über die günstigsten Angebote beim Fest- und Tagesgeld, bei Ratenkrediten, Sparbriefen und Telefontarifen. Wie Sie den Kursteil nutzen können, erklären wir jeweils mittwochs in einer neuen Serie.
Weil die Zahl der Finanzprodukte wächst, hat die SZ ihr Kursangebot im Internet ausgebaut. Bei sueddeutsche.definden Sie jetzt 26 094 in- und ausländische Aktien; hinzu kommen 315 839 Anleihen, Zertifikate, Optionsscheine, Hebelprodukte und Fonds. Insgesamt sind dies etwa 100-mal so viele Werte wie in der gedruckten SZ.
Liebe Leser, wir hoffen, dass Ihnen der neue, erweiterte Wirtschaftsteil gefällt. Haben Sie Kritik, lassen Sie es uns bitte auch wissen. Wir freuen aus auf Ihre Reaktionen. Die SZ-Wirtschaftsredaktion
(SZ vom 23.10.2007)




Wirtschaft ist witzig