Rupert Murdoch kauft und kauft. Nach dem Wall Street Journal tätigt er eine Akquisition in Deutschland. Der amerikanische Medienherrscher wird Großgesellschafter im deutschen Fernsehen - bei Premiere.

Der Mann, den sie den mächtigsten Medienmogul der Welt nennen, ist wieder in Deutschland. Rupert Murdoch kauft sich über seinen Konzern News Corp. für 287 Millionen Euro in das Münchner Pay-TV-Unternehmen Premiere ein. Dort ist er mit einem Anteil von knapp 15 Prozent nun größter Gesellschafter.

Schon bald dürfte er seinen TV-Besitz ausweiten - und neue Deals machen. "Pay-TV gehört zu den Kernaktivitäten der News Corporation", teilte er persönlich am Montag mit: "Wir sehen noch großes Potential im deutschen Pay-TV-Markt und sind davon überzeugt, dass der Zeitpunkt für eine Beteiligung am führenden deutschen Anbieter Premiere jetzt ideal ist."

Seit vielen Jahren ist der Medienweltherrscher Murdoch auf einen Platz in Deutschland scharf gewesen. Er hatte ein Auge auf den Verlag Axel Springer geworfen, gab rund ein Jahr zusammen mit dem Verleger Hubert Burda das Krawallblatt Super heraus, stieg bei den Sendern Vox und tm3 ein und koalierte schließlich mit dem Medienhändler Leo Kirch - der freilich pleite machte.

Dieses Erlebnis verdarb Mister Murdoch lange Zeit die Lust auf Deutschland. Als Aktionär der Holding Kirch Media sowie als Gesellschafter von Premiere - auch das war er bereits einmal gewesen - hatte er viel Geld verloren.

Murdochs Meinung über Kirchs Hauptmanager Dieter Hahn, der derzeit an einem Comeback arbeitet und die Fußball-Bundesliga vermarkten will, ist offenbar von einer tiefen Skepsis geprägt. Beobachter halten es deshalb für Möglich, dass Murdochs Leute direkt der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ein Angebot für die TV-Rechte machen könnten. Und dass er andere Medienfirmen - wie zum Beispiel Constantin Film - kaufen würde.

Der Wiedereinsteiger ist in Australien, Großbritannien, Italien und in den USA eine Macht im Mediengeschäft. Erst vor einigen Monaten kaufte er das Wall Street Journal. Sein Appetit ist kaum zu stillen - und sicherlich rechnet sich Murdoch nun aus, im deutschen Fernsehen zur Größe zu werden.

Bei Premiere in München bekam er im Dezember 2007 mit, dass der französische Pay-TV-Spezialist Canal plus einsteigen wollte. Das behagte dem gebürtigen Australier mit dem amerikanischen Paß überhaupt nicht. Und so kaufte er dann kurzentschlossen 16,4 Millionen Premiere-Aktien vom Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Die von Finanzinvestoren gesteuerte Firma wollte ursprünglich selbst mit dem Bundesliga-TV groß herauskommen, nahm aber nach Verlusten von künftigen Sturmläufen Abstand.

Die Premiere-Aktie wurde vor der Murdoch-Mitteilung vom Handel ausgesetzt, danach sprang der Kurs um 26 Prozent in die Höhe.

(sueddeutsche.de/AP/jja)

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Leserkommentare (1)



08.01.2008 08:54:31

planejane: @papad

Ja, er kauft und kauft, und viele seiner Medien sind meiner Meinung nur zum Zweck der systematischen Volksverbloedung, und die Leute sind schon so bloed noch Geld dafuer auszugeben. Nur eine Frage der Zeit wenn auch das Wall Street Journal sein Niveau verliert.

Musik Sender wie MTV sind so schrecklich geworden, das ich immer nur warnen kann, Eltern, schaut ab und zu mal was dieser gute alte Mann so alles euren Kindern anbietet.


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