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Krumme Geschäfte bei Chiquita
US-Justizbehörden ermitteln
23.02.2007, 17:31
2006 musste Chiquita einen Verlust von 28 Millionen Dollar hinnehmen. (Foto: ddp)
Der weltweit größte Bananen-Konzern Chiquita hat nicht nur Ärger mit Umweltschützern, sondern auch mit den US-Justizbehörden.
Diese ermitteln gegen den Obstproduzenten, weil eine frühere Firmentochter in Kolumbien Geld an mutmaßliche Terror-Organisationen in dem Land gezahlt haben soll. Die Firma war den Angaben zufolge 2004 verkauft worden.
Derzeit verhandle das Unternehmen in dieser Angelegenheit mit den Behörden über einen Vergleich, teilte Chiquita Ende der Woche mit. Für eventuelle Strafen habe der Konzern Rückstellungen von 25 Millionen Dollar gebildet. Die Ermittlungen liefen bereits seit 2003, damals habe sich das Unternehmen freiwillig an die Justiz gewandt.
Daneben musste Chiquita im vergangenen Jahr auch einige Rückschläge im Kerngeschäft hinnehmen. Die Europäische Union schaffte 2006 eine Einfuhrquote ab und erhöhte den Importzoll pro Tonne Bananen von 75 auf 176 Euro.
Damit stieg nach Berechnungen des Konzerns der Preis für eine Kiste Bananen aus Lateinamerika um 2,20 Dollar. Umweltschützer kritisieren den Konzern außerdem seit Jahren wegen seines hohen Pestizid-Einsatzes in den Bananen-Plantagen. Mindestens 40 Kilogramm dieser Pflanzenschutzmittel rieseln demnach pro Jahr auf einen Hektar Anbaufläche.
Wenig Freude bereitete dem Konzern bislang auch die Übernahme des Salatproduzenten Fresh Express für 850 Millionen Dollar, mit der Chiquita zum größten Frischsalatanbieter in den USA aufgestiegen ist.
Im September drückte ein Skandal um bakterienverseuchten Spinat, in den das Unternehmen nicht verwickelt war, die Umsätze empfindlich. 173 Menschen waren schwer erkrankt, nachdem sie abgepackte Spinatprodukte gegessen hatten, die ungenießbar waren; ein Mensch starb.
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Chiquita verzeichnete 2006 einen Verlust im operativen Geschäft von 28 Millionen Dollar nach einem Gewinn von 188 Millionen Dollar im Vorjahr. Der Umsatz legte von 3,9 Milliarden auf 4,5 Milliarden Dollar zu.
Das in Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio ansässige Unternehmen erwirtschaftet inzwischen weniger als die Hälfte des Umsatzes mit Bananen. Der Hauptanteil entfällt auf frische Salate, Gemüse und andere Obstsorten.
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