Ein Kommentar von Martin Hesse

Die Pleite der Kaufhauskette Woolworth zeigt: Investoren fehlt häufig ein tragfähiges unternehmerisches Konzept.

Woolworth-Filiale, Foto: Getty ImagesGrossbild

Woolworth-Filiale in Berlin: Kein tragfähiges Geschäftsmodell. (Foto: Getty Images)

Es gibt drei mögliche Ansätze, um die Pleite von Woolworth zu erklären. Erstens könnte man die strukturelle Krise der Kaufhausketten ins Feld führen, für die Woolworth nach Arcandor und Hertie ein weiteres Beispiel ist.

Als zweite Ursache mag die Rezession gelten, die zunehmend auch dem Einzelhandel zu schaffen macht. Besonders beliebt dürfte auch diesmal die Argumentation sein, die Finanzinvestoren, denen Woolworth seit zehn Jahren gehört, hätten die Firma ausgesaugt und leblos zurückgelassen.

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Hertie, Schiesser & Co. Abschied von alten Bekannten Rahmen
Quelle, dpa Escada, Reuters Kögel, dpa Karstadt, dpa Hertie, dpa Woolworth, AP
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Zwischen Discountern und Fachhändlern zermahlen

Tatsächlich kamen alle drei Ursachen zusammen. Warenhausketten leiden seit Jahren darunter, dass sie zwischen Discountern und Fachhändlern zermahlen werden. Finanzkrise und Rezession haben diese Probleme nur verschärft. Die Nachfrage sinkt, vor allem aber sind wegen der Krise Banken und Eigentümer klamm und nicht mehr so leicht bereit, frisches Geld zu geben.

Und die Finanzinvestoren Argyll und Electra? Sie haben es nicht geschafft, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Außer dem Verkauf der Immobilien fiel ihnen wenig ein. Jetzt ist das Tafelsilber weg.

Die Woolworth-Pleite zeigt erneut, dass Finanzinvestoren häufig Geld aber kein unternehmerisches Konzept haben. Bei anderen Firmen kommt ein Problem hinzu, das bei Woolworth nicht den Ausschlag gab: Sie werden die hohen Schulden nicht bedienen können, mit denen die Finanzinvestoren den Kauf finanzierten. Das wird noch viele Pleiten auslösen.

(SZ vom 15.04.2009/pak)

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Leserkommentare (7)



15.04.2009 11:21:23

cooldog:

"Die Woolworth-Pleite zeigt erneut, dass Finanzinvestoren häufig Geld

aber kein unternehmerisches Konzept haben. Bei anderen Firmen kommt

ein Problem hinzu, das bei Woolworth nicht den Ausschlag gab: Sie werden

die hohen Schulden nicht bedienen können, mit denen die Finanzinvestoren

den Kauf finanzierten. Das wird noch viele Pleiten auslösen"

Nanu, sind das nicht jene Finanzinvestoren die von den neoliberalen

Ideologiefunktionären der SZ-Wirtschaftsredaktionnoch noch vor kurzem hofiert

wurden, weil sie `verkrustete Stukturen aufbrechen' und mit ihrem super

know-how Unternehmen zurück in die Gewinnzone bringen können?

Und jetzt dieser Defätismus, ja wo gibt's denn sowas, Herr Beise, Herr Piper,

hier hetzt einer gegen die UNSICHTBARE HAND - geheiligt sei IHR Name und

gepriesen IHRE unendliche Weisheit - hier müssen Sie wirklich dringend mal

nach dem Rechten sehen!

BEISE!!! BEISE!!! BEISE!!! BEISE!!! BEISE!!! BEISE!!! BEISE!!! BEISE!!!.............


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