Die Praxisgebühr hält Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen vom Arztbesuch ab. Vor allem die 20 bis 39-Jährigen suchen weniger häufig die Praxen auf.
2004 wurden insgesamt 8,7 Prozent weniger Fälle registriert als im Jahr davor, erklärte die Kassenärztliche Bundesvereinigung.
Einige Fachärzte wie Frauen-, Augen-, Haut- und HNO-Ärzte sowie Chirurgen und Urologen verzeichneten zweistellige Rückgänge.
Besonders stark waren sie bei Frauenärzten mit minus 15,1 Prozent und Hautärzten mit minus 17,5 Prozent. Besonders 20- bis 39-Jährige gingen deutlich seltener zum Arzt.
Der Rückgang der Fallzahlen zog sich durch alle Quartale nach Start der Praxisgebühr von zehn Euro zu Jahresbeginn 2004. Damit sei erwiesen, dass die Gebühr „nachhaltig zum Rückgang der Inanspruchnahme“ führe, heißt es in einer Übersicht des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung.
Bei den zuzahlungsbefreiten Kindern und Jugendlichen fiel der Rückgang mit 4,7 Prozent allerdings deutlich geringer aus.
Die Zahl der Arztkontakte ging mit minus 2,9 Prozent weniger stark zurück als die Fallzahl. Das heißt, wer sich erst einmal zum Arzt bemüht und die Praxisgebühr bezahlt hatte, kam dann häufiger.
Erwartungsgemäß ließen sich nun auch wieder sehr viele Patienten von dem Arzt, wo sie die Gebühr entrichtet haben, zu anderen Medizinern überweisen.
Gingen 2003 weniger als zehn Prozent auf Überweisung zu anderen Ärzten, so waren es 2004 mehr als 40 Prozent. Zu Fachärzten kamen sogar 50 bis 70 Prozent mit Überweisungsschein — wie früher, als es noch den quartalsgebundenen Krankenschein gab.



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