Zweiter Tag des unbefristeten Streiks: Vor allem Kurzstreckenflüge fallen aus, die Flugzeuge können nicht gewartet werden, die Lufthansa muss bis zu 70 Flüge streichen.
Bild vergrößern
Flugzeuge der Lufthansa stehen am Flughafen in Frankfurt am Main. Angestellte verschiedener Bereiche befinden sich seit Montag im Streik. Foto: Reuters
Wegen des Streiks von Lufthansa-Beschäftigten kommt es am Dienstag zu Beeinträchtigungen des Flugverkehrs. Für den Zeitraum zwischen 7 und 21 Uhr wurden insgesamt sieben Flüge von Hamburg nach München und nach Frankfurt am Main gestrichen, sagte Mika Antila vom Flughafen Hamburg.
Im Flugverkehr in Hannover und Bremen fallen insgesamt acht Verbindungen aus. Sechs Flüge von Hannover nach München und Frankfurt am Main starteten nicht, sagte Flughafen-Sprecher Stefan Kis am Morgen. In Bremen werden vermutlich zwei Flüge streikbedingt gestrichen, teilte die Lufthansa mit.
Keine Wartungsarbeiten möglich
Hamburg ist neben dem Flughafen in Frankfurt am Main ein Schwerpunkt des zweiten Streiktages. Zu Arbeitsniederlegungen kam es unter anderem auch in Berlin, Nürnberg und München. Wegen des Ausstandes konnte keine Wartung an den Flugzeugen vorgenommen werden.
Die insgesamt erwarteten 60 bis 70 Flugausfälle stellen nach Unternehmensangaben etwa drei Prozent der Tagesleistung der Airline dar.
Interkontinentalflüge sollten am Vormittag nicht beeinträchtigt werden.
In dem Tarifkonflikt bei der Lufthansa verlangt die Gewerkschaft Verdi höhere Gehälter für die rund 50.000 Lufthansa-Beschäftigen am Boden und in der Kabine.
Die Gewerkschaft fordert 9,8 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von einem Jahr. Lufthansa hatte zuletzt gestaffelt 6,7 Prozent mehr Gehalt bei 21 Monaten Laufzeit und eine Einmalzahlung angeboten.
Nachdem es bis zuletzt keine Einigung gab, hatte Verdi das Kabinen- und Bodenpersonal in der Nacht zum Montag aufgerufen, die Arbeit bundesweit niederzulegen. Es ist der erste unbefristete Streik bei Deutschlands größter Fluggesellschaft seit 13 Jahren. Der Arbeitgeber hat die Gewerkschaft bereits zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert.
Angst um die Konjunktur
Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Ernst Hinsken, bangt kurz nach Streikbeginn bereits um die deutsche Konjunktur. "Streiks wie bei der Lufthansa könnten zu einem ernsthaften Risiko für die Konjunktur in Deutschland werden", sagte der CSU-Politiker der Passauer Neuen Presse. Sein Rat: "Die Gewerkschaften sollten keine übertriebenen Forderungen stellen, und die Lufthansa muss ausloten, was noch geht. Wir brauchen schnell ein Ergebnis." Auch die Gewerkschaften könnten kein Interesse daran haben, dass die Lufthansa Millionenverluste mache und an Leistungsfähigkeit verliere, sagte Hinsken. Er appelliere an die Vernunft.
(sueddeutsche.de/dpa/AP/gdo/odg/mel)







Wirtschaft ist witzig