Abschied aus der interaktiven Welt
London
28.01.2005, 15:08
Weblogs — eine ganz andere Art, Tagebuch zu schreiben (hier ein Exemplar von Beginn des 20. Jahrhunderts). (Foto: dpa)
Mit einer tragischen Schluss-Eintragung für Millionen mitfühlende Web-Nutzer verabschiedete sich der Wissenschaftsjournalist Ivan Noble von der britischen Rundfunkgesellschaft BBC jetzt aus der interaktiven Welt: „Dies ist mein letzter Tagebucheintrag“, setzte Noble am Donnerstag ins Netz.
„Ich habe ihn vorab verfasst, weil ich wusste, dass es einen Moment geben würde, an dem ich nicht mehr weitermachen könnte; dieser Zeitpunkt ist nun gekommen.“
Noble wusste seit August 2002, dass er an einem Hirntumor litt. Seither wurde sein Internet-Tagebuch („Blog“) täglich im Schnitt von rund hunderttausend Menschen angeklickt. Am Freitag sammelten sich auf der Internet-Seite Nachrichten von zahlreichen Web-Freunden - wie etwa von Ana M. Brown aus England, die versicherte, dank Noble das Rauchen aufgegeben zu haben.
Auf seiner Web-Seite hatte Noble das Auf und Ab seiner Chemotherapie und mehrere Hirnoperationen beschrieben, aber auch seine Eheschließung, die Geburt seines Sohnes und die immer wieder aufkeimende Hoffnung, er könne die Krebserkrankung besiegen.
„Ich danke Euch allen noch einmal, die Ihr mir geholfen und mich begleitet habt“, heißt es in Nobles letztem Eintrag. „Wenn zwei oder drei Leute wegen meines Schreibens zu rauchen aufhören, dann wird dies alles seinen Wert gehabt haben.“
„Blog“ ist eine Verkürzung aus „Weblog“. Es handelt sich um persönliche Schilderungen im Internet, die von den Nutzern kommentiert werden können. Erfunden wurden sie 1997 von dem Internetpionier John Borgar.
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