23. Dezember 2012 20:08 Öffentlicher Personenverkehr Weniger Beschwerden über die Bahn

Bahnfahrer haben immer seltener Anlass, sich zu beschweren. Tatsächlich? Zumindest legen das neue Zahlen nahe, die der SZ vorliegen.

Von Daniela Kuhr

Chaos? Verspätungen als Routineübung? Sauna-ICEs? Von wegen. Bahnfahrer haben offenbar immer seltener Anlass, sich zu beschweren. Das zumindest legen die neuesten Zahlen der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) nahe, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen.

Demnach gingen in diesem Jahr bislang 2085 Schlichtungsanträge von Bahnreisenden ein - und damit 15 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Damals betrug die Zahl der Beschwerden noch 2448. "Selbst wenn bis zum Jahreswechsel noch einmal 30 dazukommen sollten, läge der Rückgang somit immer noch bei knapp 14 Prozent", sagt söp-Geschäftsführer Heinz Klewe.

Häufiger Anlass für Beschwerden: Wenn sich Fahrgäste nach einem verpassten Anschluss ein Taxi genommen haben und das Geld ersetzt haben wollen. "Eine Erstattung von Taxikosten sehen die Fahrgastrechte aber nur in Ausnahmefällen vor, etwa wenn es sich um den letzten Zug an diesem Tag gehandelt hat", erklärt Klewe.

Doch selbst wenn sie dem Gesetz nach im Recht sei, zeige sich die Bahn "erfreulicherweise zunehmend kulant", stellt der Schlichter fest. "Manchmal müssen wir sie zwar drauf hinweisen, dass es sich um einen treuen Bahncard-Kunden handelt, aber spätestens dann findet sich meist eine einvernehmliche Lösung."