22. Dezember 2012, 12:23 Ölkatastrophe "Deep Water Horizon" BP muss Milliarden-Entschädigung zahlen

7,8 Milliarden Dollar bekommen die Geschädigten der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, das hat die US-Justiz nun genehmigt. Hunderte Millionen Liter Erdöl strömten damals ins Meer, die Folgen für Fischer und Umwelt: verheerend.

Es war die wohl größte menschengemachte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA, als die Ölbohrplattform "Deep Water Horizon" im April 2010 explodierte. Nun, zweieinhalb Jahre später, hat die US-Justiz das Entschädigungsangebot in Milliardenhöhe des britischen BP-Konzerns an Betroffene der Ölkatastrophe genehmigt.

Am vergangenen Freitag bewilligte ein US-Bundesrichter die Zahlungen in Höhe von 7,8 Milliarden Dollar (5,9 Milliarden Euro) an Privatleute und Unternehmen, die durch die Ölpest Schäden und Einbußen erlitten hatten.

Bei dem Unglück im April 2012 starben elf Arbeiter, hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer, 87 Tage dauerte es, bis BP das Leck schließen konnte. Die Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, der Fischfang und der Tourismus an der Golfküste massiv geschädigt.

Weitere Zahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe?

Sowohl die Entschädigungsempfänger, darunter tausende Fischer von der Golfküste, als auch BP begrüßten die Entscheidung. Die Anwälte Steve Herman and Jim Roy, die die Kläger vertreten hatten, betonten, die Entscheidung werde "den Menschen und Unternehmen am Golf die Erleichterung bringen, die sie verdienen".

Der Ölkonzern erklärte, damit werde "die überwiegende Mehrheit der rechtmäßigen Forderungen wegen wirtschaftlicher Verluste und Eigentumsschäden" infolge der Katastrophe erfüllt. Er betonte zugleich, dass die Übereinkunft nicht dazu führen werde, dass das Unternehmen die erwartete Gesamtsumme für Zahlungen wegen der Ölpest in Höhe von 37,2 Milliarden Dollar aufstocken müsse.

Das nun gebilligte Entschädigungspaket umfasst zwar den Großteil der privaten Forderungen an den Konzern. Darüber hinaus dürften auf BP aber noch weitere Zahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe zukommen. Dabei handelt es sich um Strafen und Entschädigungszahlungen an die US-Bundesregierung und die betroffenen Bundestaaten an der Küste. Darüber hinaus haben auch Aktionäre BP verklagt, weil wegen der Ölpest ein monatelanger Stopp für Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko verhängt worden war.