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Die Preisunterschiede für Lebensmittel innerhalb Europas sind enorm - bei Mineralwasser betragen sie bis zu 70 Prozent. Jetzt greift die EU ein.

Lebensmittel, Foto: dpa

Die Preisunterschiede innerhalb Europas für viele Lebensmittel sind enorm. Jetzt steuert die EU-Kommission mit mehr Überwachung gegen. (Foto: dpa)

In Deutschland ist ein Liter Milch im Supermarkt bereits für 42 Cent zu haben. Noch - denn offenbar haben die Molkereien beim Großhandel Preiserhöhungen durchgesetzt. Ab der kommenden Woche sollen die Preise für Milch, Sahne, Kondensmilch und Quark wieder teurer werden.

Während die Milchbauern über den Preisdruck klagen, meckert auch Brüssel über die Entwicklung der Lebensmittelpreise - aber aus einem ganz anderen Grund. Die EU-Kommission kritisiert, dass die Endverbraucher nicht angemessen von den fallenden Preisen auf dem Rohstoffmarkt profitierten. Nun will Brüssel Möglichkeiten erörtern, ab Sommer kommenden Jahres eine größere Zahl von Produkten und die gesamte Lebensmittelkette stärker zu überwachen.

Schärfere Regulierung

Demnach will Brüssel anhand von in den EU-Staaten erhobenen Daten eine Übersicht über die Preisentwicklung bekommen. Bei ausgewählten Produkten wie zum Beispiel Milch, Käse oder Schweinefleisch soll die Kette vom Rohstoff bis zum Verbraucherpreis genau beobachtet werden. Für mehr Transparenz der Lebensmittelkette sollen unter anderem bestimmte Händler verpflichtet werden, Positionsberichte vorzulegen. Nationale Regulierungsbehörden sollen auf dieser Grundlage unangemessen starken Preisbewegungen entgegenwirken können.

Teilweise seien die Erzeugerpreise sogar gegen den Trend gestiegen, monierte die EU-Kommission. Zudem bemängelte die Behörde offenbar, dass es in den 27 EU-Mitgliedsländern teilweise drastische Preisunterschiede bei denselben Produkten gebe. Bei Mineralwasser etwa gebe es Differenzen von bis zu 70 Prozent, bei Weißbrot bis zu 58 Prozent, 49 Prozent bei Hühnereiern und bei Eiscreme bis zu 48 Prozent. Diese Unterschiede liefen den Grundsätzen des gemeinsamen Binnenmarkts zuwider, heißt es in dem Papier.

Einem Bericht der Welt zufolge klagt die EU-Kommission zudem, dass "neben der Kartellbildung und Verkaufspreisbindungen weitere Praktiken" den Wettbewerb behinderten. Dazu gehören demnach die zunehmende Verwendung von Eigenmarken, gemeinsame Wettbewerbsverbeinbarungen, Einkaufsallianzen und Produktkoppelung.

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(sueddeutsche.de/AFP/tob/mel)

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Leserkommentare (9)



28.10.2009 18:47:57

Nächstenliebe:

Die Lebenshaltungskosten sind doch generell in den verschiedenen EU-Staaten völlig unterschiedlich. Selbst innerhalb Deutschlands oder Bayerns. In Niederbayern kann ich eine Wohnung warm für einen Preis mieten, der in München vielleicht die Nebenkosten deckt. Will die EU das alles angleichen ? Erst der totale Kapitalismus und dann doch Planwirtschaft oder wie ? Immerhin - wenn in Deutschland irgendwann polnische Löhne mit polnischen Mieten korrespondieren, dann werden die FDP-wählenden Vermieter wohl ziemlich dumm aus der Wäsche schauen.

Meine EU-Müdigkeit nimmt stündlich zu......


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