Wettrennen um den letzten Platz
Lieferverzögerungen beim A380
13.05.2008, 13:40
Pannen und Peinlichkeiten bei Boeing und Airbus. (Foto: dpa)
Es ist, als würden sich Airbus und Boeing ein Wettrennen liefern. Darin geht es darum, wer die größte Verspätung schafft bei neuen Flugzeugprogrammen.
Derzeit liegen die beiden Hersteller nahezu gleichauf: Airbus schafft beim A380 im Einzelfall wohl annähernd 30 Monate, das ist auch der Wert, den Boeing bei besonders ungünstig gelegenen Exemplaren des neuen Langstreckenflugzeuges 787 angibt.
Es ist ein trauriges Rennen, weil die Konzerne Milliarden verplempern und weil sie vor allem das Vertrauen in ihre Zuverlässigkeit verspielen. Klar ist schon, dass so ambitionierte Projekte große Risiken bergen.
Völlige Ahnungslosigkeit
Für Verspätungen gibt es deswegen – zumal in der Branche selbst – ein erstaunlich ausgeprägtes Verständnis. Doch was sich die beiden seit Monaten an Pannen und Peinlichkeiten leisten, sprengt die bisherige Vorstellungskraft.
Was vor allem Sorge bereitet ist die völlige Ahnungslosigkeit, mit denen die Konzerne immer neue Zeitpläne bekannt geben, nur um sie nach wenigen Monaten wieder einzustampfen.
Als die Airbus-Krise 2006 eskalierte, sagte der damalige EADS- und heutige Airbus-Chef Thomas Enders einen bemerkenswerten Satz.
Er hoffe, dass Boeing die 787 pünktlich ausliefern werde, weil es dann keine Entschuldigungen mehr geben könne für Airbus - intern und extern - und jedem die Notwendigkeit zur Veränderung vor Augen geführt werde.
Den Gefallen hat ihm die Konkurrenz nicht getan. Enders und Airbus müssen trotzdem schnell die Lehren ziehen aus dem A380-Desaster. Noch einmal kann sich das Unternehmen so etwas nicht leisten.
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![]() 26.05.2008 13:49:43 login37: Falsche Strategie Auch in der Flugzeugindustrie glauben sowohl Boeing als auch Airbus, das Outsourcing die große Lösung für alle Probleme ist. Die bräuchten nur mal auf die Autoindustrie zu schauen, um festzustellen, wie dumm diese Strategie langfristig ist. Auch die Autoindustrie hat jahrelang auf Krampf "outgesourct". Erst gab es Probleme mit der Zusammenarbeit (siehe Boeing), dann mit der Qualität, weil die Autohersteller absurd niedrige Preise diktiert haben. Von der Autozulieferern wurde auch immer mehr Forschung und Entwicklung gefordert. Heute stellen die großen Autohersteller entsetzt fest, dass viele Kernkompetenzen mittlerweile komplett bei den Zuliefereren gelandet sind. Die ganze Fahrzeugelektrik und Motorsteuerung und somit die zukunftsrelevanten Felder im Automobilbau sind komplett bei Zulieferern wie Bosch und Continental angesiedelt. Diese haben heute eine extrem starke Position und beliefern eben Audi und Mercedes genauso mit der neuesten Technik, wie Autohersteller in China und Indien. Deshalb können Autohersteller dort in Siebenmeilenstiefeln aufholen. Gleiches droht in der Flugzeugindustrie. Kurzfristig mag die Outsourcing-/Zuliefererstrategie ja eventuell die Gewinne treiben. Aber langfristig wandert damit modernstes Flugzeugknowhow an die aufkeimende Konkurrenz in China, Russland und Japan. In 10-15 Jahren dürften Airbus und Boeing ihr Duopol los sein. ![]() ![]() Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage. |
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