Der US-Fernsehsender Fox hat eine perfide Idee: In einer neuen Sendung sollen Mitarbeiter von kriselnden Firmen selbst entscheiden, wer fliegt.

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Arbeitslose in den USA: Normalerweise können Mitarbeiter nicht einfach andere Mitarbeiter entlassen - die Teilnehmer der Show "Someone´s Gotta Go" schon. (Arbeitslose in den USA, Foto: AFP)

Das US-Fernsehen geht an die Schmerzgrenze - und darüber hinaus: Der Fernsehsender Fox entwickelt eine Reality Show, die sich hautnah mit den Auswirkungen der Wirtschaftskrise befasst.

Unter dem Titel "Someone’s Gotta Go“ (Einer muss gehen) können die Mitarbeiter eines kleinen Unternehmens selbst entscheiden, wer von ihnen entlassen werden soll. Jede Woche ist eine andere krisengeschüttelte Firma mit 15 bis 20 Angestellten an der Reihe.

Die Macher des Formats sehen darin eine Chance für die Mitarbeiter, die Zukunft ihres Unternehmens aktiv mitzugestalten: "Die Sendung ermöglicht es Angestellten, Entscheidungen anstelle der Bosse zu treffen“, sagte der Reality-Chef von Fox, Mike Darnell, am Mittwoch gegenüber "Variety“.

Es sei auch Teil des Konzepts, dass die Mitarbeiter sich gegenseitig ins Gesicht sagen könnten, was ihnen aneinander nicht passe, so Darnell.

Offene Diskussionen

Die Idee zu der Sendung sei ihm während eines Nachrichtenbeitrags im Fernsehen gekommen, in dem es um eine wirtschaftlich angeschlagene Unternehmerin ging. Sie hatte die Gehaltszahlen ihrer Mitarbeiter offengelegt und damit eine Diskussion losgetreten, wer zu viel verdiene und wo man Kosten einsparen könne. Fox glaubt, die Sendung passe gut in eine Zeit, in der die Finanzkrise und die Gefahr des Jobverlusts den Alltag dominierten; man müsse die Show als "Ausdehnung einer realen Lebenserfahrung“ verstehen.

Produziert wird "Someone´s Gotta Go“ von Endemol, der Gesellschaft, die auch für ehemals skandalträchtige Reality-Formate wie "Big Brother“ verantwortlich ist. Moderator wird ein noch nicht genannter Unternehmensberater sein, der den teilnehmenden Firmen mit Tipps zur Bewältigung der Krise beiseite stehen soll.

(sueddeutsche.de/AP/kaf/hgn/pak)

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