Geldinstitut Deutsche Bank macht 2015 Milliardenverlust

Die spiegelnde Fassade der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.

(Foto: dpa)

Wegen Jobabbau und Rechtsstreitigkeiten hatten Analysten mit einem Minus gerechnet, doch es fällt höher aus als erwartet.

Die Deutsche Bank macht nach eigenen Angaben im Jahr 2015 einen Verlust von 6,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich beläuft sich das Minus bei der größten Bank Deutschlands auf 6,7 Milliarden. Analysten hatten mit weniger Minus gerechnet.

Grund sind milliardenschwere Abschreibungen im Investmentbanking und im Privatkundengeschäft sowie nach wie vor schwelende Rechtsstreitigkeiten, für die hohe Rückstellungen nötig sind. Zudem hat der neue Chef John Cryan der Deutschen Bank einen weiteren großen Umbau verordnet. Allein der Abbau von rund 4000 Jobs in Deutschland, der Großteil im Privatkundengeschäft, kostet rund eine Milliarde Euro. Diese Belastungen wurden bereits in das Schlussquartal gebucht, das deshalb ebenfalls mit einem Verlust abgeschlossen wurde. Details zum abgelaufenen Geschäftsjahr sollen am 28. Januar präsentiert werden.

Es ist der zweite Jahresverlust für das Geldhaus seit 1989. In der Finanzkrise im hatte die Deutsche Bank 2008 erstmals in einem Gesamtjahr rote Zahlen geschrieben und rund 3,9 Milliarden Euro Verlust gemacht. Für 2014 hatte die Deutsche Bank noch rund 1,7 Milliarden Euro Gewinn ausgewiesen - mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.