Das umstrittene Anti-Piraterie-Gesetz SOPA macht das Web mobil: Zahlreiche Webseiten drücken am 18. Januar ihren Widerstand gegen den Gesetzesentwurf aus. Hier eine Übersicht über die Protestaktionen
Die umstrittenen Anti-Piraterie-Gesetze SOPA und PIPA sind vorerst gestoppt - und mit "OPEN" liegt bereits ein Alternativ-Vorschlag auf dem Tisch, mit dem viele Internet-Nutzer leben können. Doch kann ein Gesetz alleine die Geschäftsmodelle der Unterhaltungsindustrie retten?
Von
Johannes KuhnDigitalblog
Der Protest zeigt offenbar Wirkung: Weil die heftig kritisierten Anti-Piraterie-Gesetze SOPA und PIPA derzeit keine Mehrheit finden, werden die entsprechenden Gesetzgebungsverfahren erst einmal gestoppt. Endgültig vom Tisch sind sie allerdings nicht.
Die "US-amerikanische SOPA-Gesetzgebung weist in die richtige Richtung" - so heißt es in einer Pressemitteilung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Doch in der Partei denken längst nicht alle so, erste Reaktionen fallen harsch aus.
Protest im Netz: Wikipedia hat seine englischsprachige Website für 24 Stunden vom Netz genommen - und auch andere Seiten setzten ein Zeichen, Google zensiert sein Logo. Der Protest richtet sich gegen die US-Gesetze SOPA und PIPA, die für viele den Urheberrechtsschutz zu weit treiben: "Es geht um die freie Meinungsäußerung", sagt Wikipedia-Mitbegründer Jimmy Wales.
Von
Reymer Klüver
Eigentlich wollten die Piraten aus Protest gegen SOPA und PIPA an diesem Mittwoch offline gehen - doch ihre Seite funktionierte den ganzen Vormittag. Das freut - bei Twitter - vor allem die Grünen, deren Seite schon seit dem Morgen mustergültig schwarz war.
Von
Hannah BeitzerDigitalblog
Meinung
Der Protest von Google und Wikipedia gegen das Anti-Piraterie-Gesetz SOPA ist gut und wichtig. Allerdings zeigen die gewählten Mittel - wie der Einsatz symbolischer Blackouts -, dass in der Debatte über Urheberrecht und Meinungsfreiheit große Gefahren lauern.
Ein Kommentar von
Dirk von Gehlen
Meinung
Obwohl das Abkommen weder Internet-Zensur noch neue Straftatbestände einführt, machen Aktivisten gegen Acta mobil. Die EU hat sich das Misstrauen aufgrund der intransparenten Verhandlungen selbst zuzuschreiben. Dennoch: Das Urheberrecht darf nicht sein Recht verlieren - daran ändert auch die berechtigte Kritik der Acta-Gegner nichts.
Ein Kommentar von
Heribert Prantl
Mach deine Hausaufgaben rechtzeitig, mahnt Wikipedia-Gründer Jimmy Wales die Schüler in den USA. Warum? Am Mittwoch wird die englischsprachige Wikipedia aus Protest gegen zwei Gesetzesentwürfe zur Bekämpfung der Onlinepiraterie offline gehen. Aber wie lange? Und kann der Protest was bewirken?
Eine Übersicht von
Nadja Schlüterjetzt.de
Im Zuge der Proteste gegen SOPA, ACTA und Co zeigt sich: Der Programmcode wird ein immer wichtigerer Teil der digitalen Protestkultur - vom Wordpress-Plugin bis zum Barcode-Scanner, der vermeintliche Unterstützer von Zensurmaßnahmen entlarvt.
Von
Michael Moorstedt
Der Online-Wutausbruch des Ex-Guns-N'-Roses-Bassisten Duff McKagan zeigt: In der Debatte um ein zukunftstaugliches Urheberrecht geht es nicht nur um unterschiedliche Interessen, sondern auch darum, was eine Gesellschaft als gegeben betrachtet.
Von
Dirk von Gehlen
Der Musiker Bruno Kramm hat ein ACTA-Protest-Video synchronisiert, das im Netz mehr als eine halbe Million Aufrufe hat. Ein Gespräch darüber, warum er gegen ein schärferes Urheberrecht ist, illegale Downloads kein Problem sind, Kim Schmitz aber dennoch ein Ganove ist.
Interview:
Mirjam HauckDigitalblog
Was hat Brustkrebs-Vorsorge mit konservativer Politik zu tun? Eigentlich nichts - doch eine US-Stiftung wollte einer Organisation die Mittel streichen, die auch Abtreibungen anbietet. Neu im Vorstand: Eine Dame von der Tea Party. Über die Folgen eines wütenden Protestes in den sozialen Netzwerken.
Von
Matthias Kolb, Washington
Neue Eskalationsstufe im Streit um zwei US-Internetgesetze: Die englischsprachige Ausgabe der Online-Enzyklopädie Wikipedia schaltet am Mittwoch aus Protest für einen Tag ab. Weitere vielbesuchte Seiten schließen sich der Aktion an.
Von
Kilian Haller
Die Unterhaltungsbranche sieht sich um Milliarden betrogen und hat den Politikern mit ausgefeilter Lobby-Arbeit zwei resolute Gesetzesentwürfe diktiert. Die Internet-Unternehmen wollen diese Gesetze verhindern - dabei geht es ihnen nicht nur um die Informationsfreiheit. Ein Überblick über die Positionen.
Von
Moritz Koch
"Das Web 2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut vergossen wird." Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling zeichnet in einem Gastkommentar für das "Handelsblatt" ein düsteres Bild eines "Endkampfes" zwischen Internet-Nutzern und -Nichtnutzern. Die politische Konkurrenz spricht von "Plumpheit" und "Schwachsinn". Im Netz wird der Konservative nicht zum ersten Mal zur Spottfigur.
Von
Lilith Volkert und Michael König
Ein Koalitionspolitiker pöbelt in selten gehörter Brachialität gegen das Netz - und niemand aus den eigenen Reihen protestiert: Die Posse um den CDU-Hinterbänkler Ansgar Heveling zeigt, wie miserabel es um die Internet-Politik in Deutschland steht. Was, bitte, hält die Regierung Merkel von der digitalen Revolution?
Von
Stefan PlöchingerDigitalblog
Netzpolitisch liegen die Positionen von Piraten und Union meilenweit auseinander. Doch nicht nur per Twitter pflegen einzelne Politiker der beiden Parteien ein sehr herzliches Verhältnis. Unions-Geschäftsführer Peter Altmaier gilt in Berlin inoffiziell schon als Piraten-Papa. Der Kontakt zu Altmaier kann für die Piraten allerdings auch gefährlich werden.
Von
Hannah Beitzer und Thorsten Denkler, Berlin
Eine Meldung über einen vermeintlichen Hacker-Angriff auf das amerikanische Bahnsystem verdeutlicht: Wir nehmen eine diffuse Bedrohung der Cybersicherheit wahr, ohne sie wirklich einschätzen zu können. In den USA könnte davon nun eine ganze Industrie profitieren.
Von
Johannes KuhnDigitalblog
Im polnischen Parlament zeigen sich Abgeordnete mit Anonymous-Maske, Hacker legen die Website des EU-Parlaments lahm: Nach der Unterzeichnung des umstrittenen Anti-Piraterie-Abkommens ACTA kommt es zu heftigen Protesten. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.
Es begann im Netz und in einer Münchner WG. Jetzt eröffnen die bayerischen Piraten ihre eigene Parteizentrale. Auch sonst hat sich viel geändert. Wir haben die junge Gruppe in dieser wichtigen Woche begleitet.
Von
Fabian Maderjetzt.de
Schlag gegen Netz-Piraterie: Im Auftrag des FBI hat die neuseeländische Polizei die Verantwortlichen der Plattform Megaupload festgenommen, darunter auch drei Deutsche. Die Hackergruppe Anonymous schwört Rache - und legt die Webseite des FBI lahm.
Die Zahlen sind gut, aber den Anlegern nicht gut genug: Weil der Internet-Konzern Google die selbstgeschaffenen hohen Erwartungen nicht erfüllen kann, rutscht der Kurs seiner Aktie um zehn Prozent ab. Ein Grund ist die Krisenangst europäischer Anzeigenkunden. Besser sieht es bei anderen IT-Unternehmen wie Intel und IBM aus.
Nach der Unterzeichnung des ACTA-Abkommens wird in Polen und Österreich heftig protestiert. Warum nicht in Deutschland? Und wofür steht eigentlich "ACTA"? Ein Gespräch mit Markus Beckedahl, Netzaktivist und Gründer des Blogs netzpolitik.org.
Von
Kathrin Hollmerjetzt.de
Amerikanischen Gerichtsakten zufolge kann die Plattenfirma Universal selbstständig YouTube-Inhalte löschen. Gleichzeitig kämpft YouTubes Mutterkonzern Google aber gegen einen Gesetzesentwurf, der einen solchen Vorgang zur Regel machen würde. Welche Haltung hat der Konzern wirklich?
Von
Kilian Haller