Der frühere Chef der EU-Kommission wird bei der Parlamentswahl im Mai 2006 als Spitzenkandidat des linken Oppositionsbündnisses antreten. Er erhielt etwa 75 Prozent der Stimmen bei den erstmals ausgetragenen Vorwahlen.
Im vierten Wahlgang ist der Kandidat des designierten Ministerpräsidenten zum Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses gewählt worden. Doch um den Senat muss Prodi weiter bangen.
Unbekannte haben dem EU-Kommissionspräsident ein Paket geschickt, das eine Bombe enthielt. Der Italiener öffente das an seine Frau Flavia adressierte Paket in seiner Wohnung in Bologna eigenhändig.
Er gilt als grundsolide, wirkt onkelhaft und trat erst in den 90er Jahren in die Politik ein. Doch Romano Prodi fehlt das Charisma seines Vorgängers Berlusconi - was wohl zu seinem neuerlichen Sturz beitrug.
Schon am Morgen gab sich der italienische Oppositionsführer Romano Prodi siegesgewiss. Er scheint Recht behalten zu haben, denn die Prognosen besagen: Der Wirtschaftsfachmann löst Silvio Berlusconi als Regierungschef ab.
"Explosionen gegen Bankiers, Zecken und Blutsauger": Die italienische Gruppe FAI hat sich zu dem vereitelten Anschlag auf Ackermann bekannt - die Ermittler befürchten, dass zwei weitere Bomben verschickt worden sein könnten. In der Deutschen Bank heißt es, die Drohungen gegen den Chef hätten zuletzt immer mehr zugenommen: "Man muss sich einmal überlegen, was eine solche Personalisierung anrichten kann."
Von
Harald Freiberger, Moritz Koch, Marc Widmann und Markus Zydra
Chauvinismus und Eitelkeit über alles: Silvio Berlusconi verordnete seinem Land eine Kulturrevolution aus Botox und Haarfarbe. Über ein Land, das erstarrte wie ein zu stark geliftetes Gesicht.
Von
Birgit Schönau, Rom
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Selbstverliebt und machtversessen: Italiens Premier saß Sexskandale und Korruptionsvorwürfe aus und überstand seit 2008 mehr als 50 Vertrauensabstimmungen. Jetzt muss er die Macht abgeben. Stationen einer beispiellosen Karriere - voller bizarrer Momente.
Berlusconi
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Unter Berlusconi war Italien weit vorne: bei der Staatsverschuldung, der Korruption, der Jugendarbeitslosigkeit und der überbordenden Bürokratie. Wenn der Premier zurücktritt, hinterlässt er seinem Nachfolger gewaltige Probleme. Mittel gegen den kranken Mann Europas.
Von
Wolfgang Jaschensky und Michael König
Nach Griechenland und Portugal haben die Finanzmärkte Italien ins Visier genommen. Für Oppositionspolitiker Leoluca Orlando ist das Land selbst schuld an der Misere. Weil Berlusconi den Interessenkonflikt zur Nationalkultur gemacht habe, suchten viele junge Italiener ihr Glück im Ausland. Der Premier sei verantwortlich, dass Italien "nur noch formell" Teil Europas sei.
Interview:
Matthias Kolb
Akribisch hat Anders Behring Breivik über Jahre nach passenden Mosaiksteinchen gesucht, um seine abstruse Vorstellung von einer islamischen Verschwörung gegen die "eingeborenen Europäer" zu untermauern. Am Ende war er überzeugt, er müsste sich zur Speerspitze einer europaweiten bewaffneten Widerstandsbewegung machen. Die Schuld an seinem Verbrechen gibt er den Opfern selbst.
Von
Markus C. Schulte von Drach
Bewegender Auftritt: Altkanzler Kohl zieht auf dem Festakt zu seinem 80. Geburtstag Bilanz - und spricht über "viele Höhen und sehr viele Tiefen".
Von
M. C. Schulte von Drach
Silvio Berlusconi muss sich einem Misstrauensvotum stellen. Damit drei schwangere Abgeordnete abstimmen können, will die Opposition notfalls das "Parlament zum Kreißsaal" machen - andere diskutieren den Preis einer Stimme pro Berlusconi.
Von
Julius Müller-Meiningen
"Nicht intelligent, aber unterhaltsam": Weil Premier Berlusconi von der EU genervt ist, hat Italien, einst eine der großen Nationen Europas, in Brüssel nichts mehr zu melden.
Von
Cerstin Gammelin, Brüssel
Der Nachfolger von Romano Prodi ist gefunden und nun auch offiziell nominiert: Es ist der Portugiese José Manuel Durão Barroso. Der Spanier Javier Solana soll erster Außenminister der Europäischen Union werden. Beide Kandidaten müssen noch vom Europäischen Parlament bestätigt werden.
Michail Gorbatschow denkt es. Romano Prodi ist dafür. Angela Merkel sowieso. Und noch viele andere Politiker finden, dass Helmut Kohl den Friedensnobelpreis bekommen sollte. Wer sich schon für Kohl ins Zeug gelegt hat.
Hunderte Flüchtlinge sind ertrunken, der schreckliche Ruf vom Meeresfriedhof hat sich wieder einmal bestätigt: Warum der Kanal von Sizilien immer wieder zur tödlichen Falle wird.
Von
Stefan Ulrich
Die Europäische Union will die Zusammenarbeit mit den Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens aufwerten. Nicolas Sarkozy sagte: "Europa kehrt dem Mittelmeer nicht mehr den Rücken zu." Dabei hatte sich Frankreichts Präsident die neue Union viel exklusiver vorgestellt.
Nach einer Großdemonstration gegen die Unabhängigkeit des Kosovo haben aufgebrachte Serben ausländische Banken und Botschaften angegriffen. Die US-Vertretung geriet in Brand, im Anschluss wurde eine Leiche gefunden. Der serbische Außenminister verurteilte die Ausschreitungen, ebenso der UN-Sicherheitsrat.
Der Tag danach: Silvio Berlusconi hat sein Comeback geschafft und die Parlamentswahlen in Italien gewonnen. Wie die Presse reagiert.
Zusammengestellt von
Irene Helmes
Irans Präsident will unbedingt Papst Benedikt treffen und bringt damit die Vatikan-Diplomaten in eine Bredouille. Das weltliche Rom hat sich schon deutlich positioniert: Premier Berlusconi will Ahmadinedschad nicht treffen.
Von
Stefan Ulrich, Rom