Meinung
Demokratie von null auf hundert - das funktioniert nicht. Dass sich die Umbruchstaaten in der arabischen Welt so schwer tun mit Mitbestimmung und Meinungsvielfalt, liegt nicht an ihren Bürgern. Schuld sind die Hinterlassenschaften der alten Machthaber.
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Kurz vor der ägyptischen Präsidentschaftswahl am Wochenende wächst die Sorge, dass der Militärrat sich auch nach dem Votum an die Macht klammern will. Der Spitzenkandidat der Muslimbrüder droht für diesen Fall bereits mit einer "großen Revolution". Auch die USA sind alarmiert und drängen auf einen geordneten demokratischen Übergang.
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Der Despot begegnet seinem Richter: Ägyptens gestürzter Präsident Hosni Mubarak lässt sich im Krankenbett in den Gerichtssaal in Kairo schieben, wo er sich wegen Korruption, Amtsmissbrauchs und der Gewalt gegen Regimegegner verantworten muss. Der 83-Jährige weist die Vorwürfe zurück. Der Richter ermahnt das Publikum zur Ruhe - doch vor dem Gericht kommt es zu Straßenschlachten.
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Rückkehr auf den Platz der Revolution: Tausende Ägypter demonstrieren wieder auf dem Tahrir-Platz - und wollen diesen Tag zum "Freitag der Abrechnung" machen.
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Ein Werbespot zeigt Vodafone als Helfer der ägyptischen Revolution - dabei erfüllte das Unternehmen Mubaraks Zensurwünsche. Ägypter sind nun verärgert, die Firma weist die Verantwortung von sich.
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Die Welt jubelte mit den Ägyptern, als sie den Diktator Mubarak stürzten. Doch wie es dort weitergeht, ist völlig ungewiss: Wird Ägypten eine Demokratie? Oder eine Militärdiktatur? Entscheidend dafür ist, wie sich die Armen und Unterdrückten verhalten werden. Eine Reportage aus den Elendsvierteln von Kairo, wo sich gerade die Zukunft des Landes entscheidet.
Von Michael Obertmehr...
Meinung
Als der Umsturz geschafft war tanzten die Ägypter auf dem Tahrir - ein Jahr später zeigt sich auf dem Platz die Zerrissenheit einer Gesellschaft, deren Revolution nie zu Ende gedacht, geschweige denn zu Ende gebracht worden ist. Die Vorstellungen darüber, wie die Zukunft aussehen soll, sind widersprüchlich.
Ein Kommentar Tomas Avenarius, Kairomehr...
508 Männer, fünf Frauen: Ägypten hat sein erstes frei gewähltes Parlament seit dem Sturz des Mubarak-Regimes. Ein Jahr nach den Protesten auf dem Tahrir-Platz bewegt sich etwas im Land. Doch für die Frauen bedeutet die Wahl einen Rückschritt - nie waren sie in der Politik so marginalisiert wie heute. Doch es gibt Hoffnung. Zwei Ägypterinnen berichten.
Von Raimon Kleinmehr...
Während Reiseführer noch empfehlen, wie man Warteschlagen an ägyptischen Sehenswürdigkeiten umgehen kann, haben Touristen die Pyramiden für sich. Seit der Revolution vor einem Jahr fehlen in Ägypten die Urlauber. Für die Menschen dort ist das eine Katastrophe, dennoch meinen manche: "Für uns ist es schwer, für unsere Kinder gut."
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Erst brachte der Arabische Frühling demokratische Wahlen - dann gewannen Islamisten in Tunesien und Marokko: Nun richtet Israels Premier Netanjahu seinen Blick auf Ägypten. Sollten sich die favorisierten Muslimbrüder durchsetzen, kündigt er schon mal Konsequenzen an - fürs Budget der Landesverteidigung.
Von Peter Münch, Tel Avivmehr...
Mohammed el Baradei erhöht den Druck auf die umstrittene Militärregierung in Ägypten: Als Ministerpräsident einer Übergangsregierung will er die "Ziele der ägyptischen Revolution" umsetzen - im Gegenzug auf seine Kandidatur als Präsident verzichten. Die Proteste gegen den Militärrat gehen unterdessen weiter.
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Meinung
Die Ägypter müssten angesichts der ersten freien Wahlen seit 30 Jahren vor Glück strahlen. Eigentlich. Doch stattdessen stehen sie zornig auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Ihre Wut ist verständlich - und das Militärregime muss handeln.
Ein Kommentar von Tomas Avenariusmehr...
Einen Tag nach der Berufung eines neuen ägyptischen Premierministers demonstrieren Zehntausende gegen die Ernennung. Sie fordern den Rücktritt von
Kamal al-Gansuri, der schon Mubarak als Regierungschef diente.
Von Tomas Avenarius, Kairomehr...
Meinung
Mubarak haben die jungen Revolutionäre aus dem Amt gejagt, nun wollen sie den Militärrat zwingen, die Macht abzugeben: Der Tahrir-Platz ist wieder Schauplatz blutiger Kämpfe - doch es ist dies nicht die zweite Revolution in Ägypten, es ist die Fortsetzung der ersten. Denn die Generäle haben den jungen Aktivisten den damals möglichen Sieg gestohlen.
Ein Kommentar von Tomas Avenarius, Kairomehr...
Aliaa Magda Elmahdy wird in Ägypten als geistig gestört und als Prostituierte beschimpft, nachdem die Bloggerin Nacktfotos von sich im Internet veröffentlichte. Jetzt zeigen sich Dutzende Frauen im Nachbarland Israel solidarisch - und lassen ebenfalls die Hüllen fallen. Auch Elmahdy kämpft weiter und kritisiert scharf die ägyptischen Männer.
Von Sebastian Gierkemehr...
Meinung
Vor wenigen Monaten noch bejubelten die ägyptischen Aufständischen den Militärrat als Retter. Doch das ist verblasst. Inzwischen verbinden sie die Generäle nur noch mit neuem Machtmissbrauch. Die jetzt aufflammenden Kämpfe auf dem Tahrir-Platz sind die Konfrontation zwischen Armee und Revolutionären, die damals ausgeblieben ist.
Ein Kommentar von Sonja Zekrimehr...
Sie trägt nur rote Schuhe und Netzstrümpfe: Ihre Nacktbilder will Aliaa Magda Elmahdy als Protest gegen die Zensur in Ägypten verstanden wissen. Blogger wie sie haben mitgeholfen, das Mubarak-Regime zu stürzen. Jetzt erleben sie, wie das Land trotzdem immer konservativer wird. Die Internetaktivisten wollen das ändern - aber viele Liberale fürchten, das helfe eher den Islamisten.
Von Jan Hendrik Hinzelmehr...
Nur sechs Monate wollte das Militär nach dem Sturz des Diktators Mubarak an der Macht bleiben, dann die Führung abgeben. Doch noch immer haben die Ägypter kein Parlament gewählt und keinen Präsidenten. Das postrevolutionäre Durcheinander und der Aufstieg der Islamisten kommen der Armee gelegen. An einer wirklichen Demokratisierung sind die Generäle nicht interessiert.
Von Tomas Avenarius, Kairomehr...
Die Christen in Ägypten fühlen sich seit langem schikaniert - und oft zu Recht. Für das neue Blutbad am Nil aber ist der religiöse Zwist nur der Hintergrund, der Anlass ist politisch - und dafür ist Europa mitverantwortlich.
Ein Kommentar von Sonja Zekri, Kairomehr...
Vor einem Jahr begannen in Kairo die Demonstrationen - und damit die Erfolgsgeschichten einer jungen Generation ägyptischer Musiker. Sie und ihre Musik leben von und mit der Revolution, und sie haben noch immer Grund, ihre Stimme zu erheben.
Von Sidney Genniesmehr...jetzt.de
Der Arabische Frühling hat 2011 die ganze Welt bewegt. Doch kaum einer durchschaut wirklich, was dort geschieht. Unser Autor bereist den Nahen Osten schon seit fünfzig Jahren und war auch jetzt wieder für vier Monate dort, um mit politischen Führern und protestierenden Bürgern zu reden. Er weiß jetzt: Die unruhigen Zeiten haben erst begonnen.
Von Jürgen Todenhöfermehr...SZ-Magazin
Hunderttausende Ägypter haben sich auf dem Tahrir-Platz versammelt, sie feiern den Umbruch, der dort vor genau einem Jahr seinen Ausgang nahm. Sie gedenken der Opfer, die damals ihr Leben verloren. Und sie demonstrieren - weil die Ziele der Revolution noch lange nicht erreicht sind.
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Die Niederlage des libyschen Despoten Gaddafi belebt den arabischen Frühling - doch der wirklich schwere Teil des Umsturzes beginnt erst nach dem Fall der Tyrannen. In Libyen genauso wie in Ägypten oder Syrien.
Ein Gastbeitrag von Mansura Eseddinmehr...
Er hat als erster Ägypter den Militärdienst verweigert und machte sich stark für Demokratie und die Existenz Israels. Im März verhaftete das Militär den ägypischen Blogger Maikel Nabil Sanad und verurteilte ihn wegen "Beleidigung des Militärs" zu drei Jahren Gefängnis. Jetzt ist er in den Hungerstreik getreten.
Von Alex Rühlemehr...
Das große Staunen des alten Kontinents: Niemand in Europa hatte mit dem Ausmaß der Aufstände in Tunesien, Ägypten oder Libyen gerechnet - weil wir immer noch am Bild vom fremden Orient mit seinen faulen, lüsternen und blutrünstigen Bewohnern hängen.
Von Karin Gothemehr...
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