Der Publizist und Schriftsteller Ralph Giordano über Oettingers Glaubwürdigkeit, den Ekel der wahren Widerstandskämpfer und seinen neu erwachten Fluchtinstinkt.
Interview:
Thorsten Denkler
Nach den aufgedeckten Anschlagsplänen einer Neonazi-Gruppe auf das Neubaugelände der Münchner Synagoge: Der Schriftsteller und Publizist Ralph Giordano mahnt die Deutschen zur Wachsamkeit.
Meinung
"Aus allen Wolken ihrer Ahnungslosigkeit" sei die Deutschland gefallen, stellte der Publizist Ralph Giordano kürzlich angesichts der aufgedeckten Neonazi-Terrorserie fest. Was wäre gewesen, wenn es sich bei den Opfern nicht um kleine Leute mit Migrationshintergrund gehandelt hätte, sondern um hochkarätige Vertreter aus Politik und Wirtschaft?
Ein Kommentar von
Heribert Prantl
Bundesinnenminister Friedrich will den Geheimdiensten den Zugriff auf Bank- und Flugdaten erleichtern. Doch er stößt auf den Widerstand der Justizministerin.
Meldungen im Überblick
Er ist ein unermüdlicher Kämpfer gegen die "Internationale der Einäugigen": Jetzt hat der 84-jährige Schriftsteller Ralph Giordano seine Memoiren vorgelegt. Engagiert warnt er vor dem neuen Rechtsextremismus.
Von
Hans-Jürgen Jakobs, Leipzig
Außenminister Guido Westerwelle erscheint als Überraschungs- und Stargast beim Festakt zum 60. Jahrestag der Charta der Heimatvertriebenen. Nicht alle Geladenen wussten das zu schätzen.
Von
Dagmar Deckstein
Bundesbankpräsident Axel Weber wusste von Thilo Sarrazins Interview mit den umstrittenen Äußerungen über Migranten. Verhindern konnte er die Veröffentlichung nicht.
Doppelter Showdown: Der Bundesbank-Vorstand befindet über nichts weniger als die Zukunft des Provokateurs Sarrazin, vor dem Institut lassen die Mitarbeiter ihrer Wut freien Lauf.
Rochus Misch war für Hitler als Telefonist, Kurier und Leibwächter im Einsatz. In seinem Bestseller erinnert er sich zurück. Und zwar ruhig und sachlich.
Von
Stephan Speicher
Die nationalistischen Parteien Europas haben einen gemeinsamer Nenner: ihre antimuslimische Einstellung. Zusammen kämpfen sie gegen den Bau von Moscheen.
Von
Marc Felix Serrao
Der mutmaßliche NS-Verbrecher Demjanjuk ist laut Ärzten der Haftanstalt Stadelheim haftfähig - ob er auch verhandlungsfähig ist, muss noch untersucht werden.
München hat sich lange schwergetan mit dem Gedenken an Georg Elser. Historiker Peter Steinbach über den mutigen Einzeltäter, dessen Attentat auf Hitler sich nun jährt.
Interview:
Anne Goebel
Die bundesdeutsche Justiz hat bei der Verfolgung von NS- und Kriegsverbrechern wenig Lorbeeren geerntet. Die winzige Zahl von Verurteilten und die zumeist grotesk geringen Strafen sind angesichts des millionenfachen Mordens bis heute ein dunkles Kapitel der Nachkriegsgeschichte.
Von
Alexander Krug
Video
Vertreter von CDU und SPD kritisieren die Bundesbank, die ihrem umstrittenen Vorstand Sarrazin Kompetenzen entzieht. Der ehemalige BDI-Chef Henkel lobt Sarrazin für seine Äußerungen gegen Ausländer sogar.
Nirgendwo ist das Böse so irre unbeliebt wie in Köln: Ein politischer Sauberkeitsfimmel sorgt dafür, dass jeder Kölner auf die Straße geht, wenn es sein muss.
Von
Hilmar Klute
Islamfeindschaft ist eine Sache, in der die Medien exzellieren, Staat und Politik halten sich da zurück. Eine Berliner Tagung zum Thema "Feindbild Muslim - Feindbild Jude".
Von
S. Speicher
Sven Hüber, Funktionär bei der Gewerkschaft der Polizei und ehemaliger Politoffizier der DDR-Grenztruppen, prozessiert wegen der Preisgabe seiner Vergangenheit in verschiedenen Medien. Autor Roman Grafe, dessen Buch im Zusammenhang mit der Causa nicht mehr verbreitet werden konnte, schildert seine Sicht auf den Fall. sueddeutsche.de dokumentiert seine Erinnerungen.
Claudia Roth und Walter Mixa sind Diskurs-Werfer von Rang, die eine aus allumfassender Betroffenheit, der andere aus geistlicher Rigorosität, und wo immer sie antreten, machen die Leute die Fensterläden zu. Zeit für eine Manöverkritik.
Von
Hermann Unterstöger
Live-Übertragung vom Blauen Sofa in Leipzig: Bekannte Autoren von Desirée Nick bis Günter Grass sitzen Moderatoren des ZDF und der "Süddeutschen Zeitung" Rede und Antwort.
Kardinal Meisners Äußerungen über "entartete Kultur" rufen immer mehr Kritiker - zum Teil auch aus den eigenen Reihen - auf den Plan: Eine Entschuldigung wird gefordert. Meisner indes bleibt dabei.
Wie ein Doktor aus Bremen sich während der WM als ferner Verwandter Wayne Rooneys ausgab, so in die Schlagzeilen, ins Internet und ins TV fand - und anschließend alls zum "Injoke" erklärte.
Von
Hans Leyendecker
Es hagelt weiter Kritik für Baden-Württembergs Ministerpräsident wegen seiner umstrittenen Trauerrede für Hans Filbinger. Auch erste Rücktrittsforderungen werden laut. Doch Oettinger hält Wort für Wort an seiner Rede fest.
Der türkische Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk hat einem Zeitungsbericht zufolge kurzfristig eine Deutschlandreise abgesagt. Nach dem Mord an dem türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink sieht sich offenbar auch Pamuk gefährdet.