Wer war schuld an dem Loveparade-Desaster? Für viele Duisburger war die Antwort klar: Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Auch ranghohe Politiker bis hin zu Bundespräsident Christian Wulff haben dem Bürgermeister nach dem Unglück einen Rücktritt nahegelegt. Doch Sauerland blieb. An diesem Sonntag zwangen ihn die Bürger nun zur Aufgabe seines Amtes.
Was bisher geschah
- eine Chronologie.
Hartnäckig sperrte sich Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland gegen persönliche Konsequenzen aus der Loveparade-Katastrophe. Jetzt zwingen ihn die Bürger, sein Amt niederzulegen. Mit großer Mehrheit stimmen die Duisburger für die Abwahl ihres umstrittenen Stadtoberhauptes.
Von
Bernd Dörries
In Aachen sind bei einem Brand drei Kinder im Alter von zwei, vier und fünf Jahren ums Leben gekommen. Die Eltern konnten sich und ein einjähriges Kind retten. Anwohner versuchten offenbar noch, die Geschwister aus dem in Flammen stehenden Haus zu holen - und verletzten sich dabei selbst.
NRW-Innenminister Jäger will alle Straftaten von Rechtsextremen erfassen - auch solche, die Gerichte nicht als politisch motiviert einstufen. Er erhofft sich damit ein klareres Bild über die kriminellen Aktivitäten von Neonazis.
Von
Bernd Dörries
Sie müssen sich stundenlang widerwärtigste Missbrauchsszenen und brutale Foltervideos anschauen, deren Opfer bisweilen nur ein paar Monate alt sind. Viele Ermittler halten solche Bilder nicht lange aus. Doch es gibt Erfolge im Kampf gegen die Kinderpornographie. Besuch bei einer Sondereinheit in Frankfurt, die zum bundesweiten Vorbild werden könnte.
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Marc Widmann
Ihre Blutspur zieht sich durch ganz Deutschland: Acht türkische und ein griechischer Kleinunternehmer erschossen, eine ermordete Polizistin. Und womöglich noch die Urheber von zwei rassistischen Anschlägen in Köln und Düsseldorf. Und die Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" kündigte weitere Anschläge an. Doch was ist Propaganda, was Realität - außer den Toten? Gibt es ein rechtsextremes Netzwerk, das die Täter stützte? Und was wussten die Geheimdienste?
Jahrelang tappten die Ermittler im Dunkeln, jetzt sind die Drahtzieher der Polizisten- und der sogenannten Döner-Morde klar: drei mutmaßliche Neonazis. Das Trio war nicht allein, sondern erhielt Unterstützung aus der rechtsextremen Szene. Die Täter fotografierten ihre Opfer und drehten Videos mit faschistischen Inhalten. Es sind Spuren in ein weiteres verzweigtes braunes Milieu - die Polizei erhofft sich nun auch Aufklärung über weitere mysteriöse, ungesühnte Gewaltverbrechen in Deutschland.
"Dankeschön"-Spenden für öffentliche Aufträge - die SPD in Nordrhein-Westfalen kämpft mit einem Klüngel-Skandal. Im Zentrum der Affäre: Innenminister Ralf Jäger und ein spendabler Anwalt.
Von
Johannes Nitschmann
Die Anschläge in Norwegen haben die Rechtspopulisten in Deutschland höchstens kurzzeitig geschwächt. Mit der Angst vor Islamisierung glaubt die Szene immer noch Stimmen holen zu können - sie ist kaum verunsichert, hetzt weiter, als wäre nichts passiert.
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Kathrin Haimerl
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Nach der Massenpanik mit 60 Verletzten bei einer "DSDS"-Autogrammstunde muss sich die Stadt Oberhausen harsche Kritik am Sicherheitskonzept gefallen lassen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Hackerattacke, Nazi-Propaganda oder Schülermobbing: Künftig sollen Experten und Polizisten gemeinsam gegen die steigende Internetkriminalität vorgehen. Das neu gegründete Cybercrime-Zentrum in Düsseldorf soll so auch Opfern als zentrale Anlaufstelle dienen.
PolizeiPhone: Die erste App einer Sicherheitsbehörde findet in NRW reißenden Absatz. Die Polizisten verweisen auf ihre beeindruckenden Erfolge bei ihrer Internet-Fahndung, hätten aber gern mehr Daten.
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Bernd Dörries
Das Gefahrenpotenzial in den Stadien der 2. Bundesliga wird in der kommenden Saison wohl zunehmen, die Polizei stößt an ihre Grenzen - die Innenminister reden nun über neue Sicherheitskonzepte.
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Bernd Dörries, Düsseldorf
"Es gibt keinen Veranstalter": Die Polizei steht den chaotischen Facebook-Partys hilflos gegenüber und hat Mühe, die Verursacher haftbar zu machen.
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Bernd Dörries
Zwei einflussreiche Bundesländer wollen im Streit um die Vorratsdatenspeicherung vermitteln: Bei der Innenministerkonferenz werden Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen allerdings eine Lösung präsentieren, die Datenschützern wenig schmecken dürfte.
Die Innenminister mehrerer Bundesländer preschen gegen Facebook-Partys vor. Die Behörden sollen bei öffentlichen Partyaufrufen über das soziale Netzwerk künftig ganz genau hinschauen, bei Gefahren Massenaufläufe auflösen und den Eltern Rechnungen schicken, fordern sie - zurecht?
Nach nur wenigen Tagen im Amt macht sich Sachsen-Anhalts neuer Innenminister Stahlknecht für ein umstrittenes Thema stark: Er will einen neuen Anlauf für ein NPD-Verbotsverfahren starten. Die Reaktionen reichen von bedingungsloser Zustimmung bis Sorge.
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In Duisburg wird der Oberbürgermeister für die Toten bei der Loveparade verantwortlich gemacht. Als im Vorfeld Kritik an der Veranstaltung laut wurde, übte Sauerland Druck aus, um sie verstummen zu lassen.
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B. Dörries
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Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen macht das Unternehmen von Fitness-Millionär Rainer Schaller für die Katastrophe in Duisburg verantwortlich. Der Sicherheitsaufwand sei völlig falsch eingeschätzt worden.
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Bernd Dörries, Duisburg
Nach der Terrorwarnung wechseln sich Alarmismus und Rufe nach mehr Prävention ab. Politiker wollen ein abgeschlossenes Thema wieder neu verhandeln: die Vorratsdatenspeicherung.
Wirkt Chinas Druck? Russland und fünf andere Länder wollen nicht zur Übergabe des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo kommen. Kurzmeldungen im Überblick.
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Eine 25-Jährige ist ihren Verletzungen erlegen. 21 Besucher sind damit der Massenpanik bei der Loveparade zum Opfer gefallen. Indes werden die Beweise gegen die Organisatoren der Party immer zwingender.
Maikrawalle und Fußballrandale: Polizisten blicken dem 1. Mai 2011 schon jetzt mit Sorge entgegen. Die Innenminister der Länder fordern nun von der DFL, die Spielpläne umzuwerfen. Eine Vorverlegung des Pokalfinales ist nicht ausgeschlossen.
Von
Susanne Höll
Den deutschen Sicherheitsbehörden liegen konkrete Hinweise vor, dass Terroristen noch in diesem Monat einen Anschlag in Deutschland planen. Innenminister de Maizière sagt: "Es gibt Grund zur Sorge". Bewaffnete Bundespolizisten sollen verstärkt an Bahnhöfen und Flughäfen präsent sein.
21 Tote bei der Loveparade im Juli - und keine Schuldigen? Ein halbes Jahr später reagiert die Staatsanwaltschaft. Mit Ermittlungserfahren gegen Mitarbeiter der Stadt, des Veranstalters und der Polizei.