Es ist der größte Organspende-Skandal in der Geschichte der Bundesrepublik: In Göttingen, Regensburg, München und Leipzig sollen Mediziner Krankenakten gefälscht haben, um ausgewählte Patienten bevorzugt mit Spenderorganen zu versorgen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Süddeutsche Zeitung hat den Skandal aufgedeckt und berichtet seither über seine Folgen, die Reaktionen und die Auswirkungen auf die Organspende.
Nach den Skandalen in Göttingen und Regensburg gerät nun München in die Schlagzeilen: Auch im Klinikum rechts der Isar hat es Auffälligkeiten bei der Vergabe von Spenderorganen gegeben. Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Wissenschaftsministerium lässt sich der Verdacht auf Manipulationen jedoch bislang nicht erhärten.
mehr...
Göttingen, Regensburg - und nun München? Auch im Klinikum rechts der Isar habe es "Auffälligkeiten" bei der Vergabe von Spenderorganen gegeben, erklärt Ärztepräsident Montgomery. Die Prüfung läuft noch und trotzdem fährt Montgomery die erste Attacke: gegen die bayerische Staatsregierung.
mehr...
24 Millionen AOK-Versicherte sollten in Kürze den Organspendeausweis erhalten. Daraus wird nichts. Die AOK ist bereits die zweite Kasse, die derart auf den Transplantations-Skandal reagiert.
mehr...
Immer wieder kommt der Verdacht auf, dass Privatpatienten bei der Vergabe von Spenderorganen bevorzugt werden - bislang konnte dies nicht bewiesen werden. Nun hat ein Gesundheitsexperte der Grünen neue Hinweise darauf gefunden.
mehr...
In Europa gibt es viel zu wenig Organspender. Jedes Jahr sterben deshalb tausende Menschen - allein in Deutschland sind es etwa 3000. Es ist Zeit, darüber nachzudenken, ob der Organhandel legalisiert werden sollte.
Ein Gastbeitrag von Slavenka Drakulicmehr...
Meinung
Schärfere Sanktionen, unangemeldete Kontrollen, sogar die Schließung von Transplantationszentren. Die Reaktionen der Funktionäre auf den Organspende-Skandal in Göttingen und Regensburg sind nur Aktionismus. Dabei gerät aus den Augen, worum es bei der Debatte eigentlich gehen sollte.
Ein Kommentar von Charlotte Frankmehr...
Um Manipulationen bei der Organvergabe in Zukunft zu verhindern, setzt Gesundheitsminister Daniel Bahr auf schärfere Kontrollen und mehr staatliche Aufsicht. Nach einem Spitzengespräch mit Politik und Gesundheitsexperten kündigte er an, alle Transplantationszentren zu überprüfen. Künftig sollen je drei Personen über die Aufnahme von Patienten in Wartelisten entscheiden.
mehr...
Im Organspende-Skandal mehren sich die Klagen, dass nicht viel eher eingeschritten wurde. Hätten die Verantwortlichen den verdächtigen Arzt nicht schon 2005 stoppen können, als sein erster Fehltritt bekannt wurde?
mehr...
Mediziner fälschen drei Blutwerte und tricksen damit ganze Institutionen aus. Der aktuelle Skandal erweckt den Eindruck, niemand könne mehr sicher sein, wo Spenderorgane enden - und nach welcher Praxis sie vergeben werden. Doch es gibt Regeln für die Zuteilung der Organe. Ein Überblick.
Von Berit Uhlmannmehr...
Der Hauptbeschuldigte im Organspende-Skandal weist alle Vorwürfe von sich: Er habe weder Laborwerte manipuliert, noch Geld für Vorzugsbehandlungen angenommen, lässt der Oberarzt seinen Anwalt mitteilen. Immer mehr Kritiker stellen das deutsche Organspende-System grundsätzlich infrage.
mehr...
Ärzte fordern mehr Sanktionen, um weitere Betrügereien in der Organspende zu verhindern. Viele Machenschaften von Medizinern und Kliniken spielen sich in einem schwer zu fassenden Graubereich ab - und Transplantationschirurgie ist in vielen Häusern ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Über die Manipulationsmöglichkeiten in der Transplantationsmedizin.
Von Nina von Hardenberg und Christina Berndtmehr...
Warum wurden die Organ-Tricksereien nicht schon viel eher aufgeklärt? Nirgends sind die Regeln so verworren wie in Deutschland. Gleich mehrere Institutionen und Kommissionen haben die Aufsicht über die Transplantationsmedizin. Doch die Verantwortung für den Organspende-Skandal scheint niemand zu übernehmen.
Von Charlotte Frank und Guido Bohsemmehr...
Transplantations-Spezialisten sollen künftig stärker kontrolliert werden. Als Konsequenz aus den Organspende-Skandalen in Regensburg und Göttingen fordert Ärztepräsident Montgomery außerdem härtere Strafen für betrügende Mediziner. An dem umstrittenen beschleunigten Verfahren bei der Organvergabe soll aber festgehalten werden.
mehr...
Nach dem Organspende-Skandal fordern viele schärfere Kontrollen. Bayerns Wissenschaftsminister Heubisch über die Folgen für die Krankenhäuser, Vertrauen in die Ärzte und Bonuszahlungen für eine transplantierte Leber.
Interview: Martina Scherfmehr...
"Mit aller Härte": Gesundheitsminister Bahr will gegen kriminelle Tricks bei der Vergabe von Organen vorgehen. Konsequenzen aus dem Organspende-Skandal will er nach der Sommerpause beraten - und sucht den Schulterschluss mit der Opposition.
mehr...
Wenn Herzen und Lebern nicht über die Warteliste vermittelt werden, kann das völlig korrekt sein. Doch diese Praxis hat stark zugenommen. Die Opposition hält das System für manipulationsanfällig, der Präsident der Bundesärztekammer ist irritiert.
Von Nina von Hardenberg und Christina Berndtmehr...
In Deutschland werden laut einem Zeitungsbericht immer mehr Spenderorgane an der offiziellen Warteliste vorbei vergeben. Demnach werde jedes vierte Herz, jede dritte Leber und sogar jede zweite Bauchspeicheldrüse direkt von den Kliniken an selbst ausgesuchte Patienten verteilt.
mehr...
Meinung
Chefärzte gehören zu den letzten absolutistischen Herrschern. Der Glaube an die Halbgötter in Weiß machte den Organspende-Skandal in Regensburg und Göttingen erst möglich. Doch Chirurgen gehört stärker auf ihre begnadeten Finger geschaut. Und wenn nötig, muss ihnen auf dieselben auch gehauen werden.
Ein Kommentar von Christina Berndtmehr...
Das Vertrauen ist dahin: Nach dem Organspende-Skandal rechnet der Patientenbeauftragte der Bundesregierung mit einer weiter sinkenden Spendenbereitschaft. Die Manipulationen an den Uni-Kliniken Göttingen und Regensburg werden "viele Menschen das Leben kosten", warnt Wolfgang Zöller.
mehr...
Exklusiv
Der Chefarzt des Universitätsklinikums Regensburg wird wegen des Organspende-Skandals beurlaubt. Nicht, weil er verdächtigt wird, von den angeblichen Manipulationen seines Oberarztes gewusst zu haben. Aber er stand ihm nahe. Womöglich war das Vertrauen schlicht zu groß.
Von Christina Berndtmehr...
Hinweis: Die Angabe der E-Mail-Adresse dient nur zum Versenden sowie dazu,
den Empfänger zu informieren. Die Adressen werden nicht für Werbe- oder andere
Zwecke verwendet.