Sie ermordeten 560 Menschen: Soldaten der SS töteten am 12. August 1944 die Bewohner des toskanischen Bergdorfs Sant'Anna di Stazzema. Bis heute ist dieses schreckliche deutsche Kriegsverbrechen ungesühnt. Doch die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen die greisen Beschuldigten eingestellt.
Von Constanze von Bullion, Roman Deininger, Charlotte Frank und Cornelius Pollmermehr...
Ausgerechnet ein Brite hat eine der besten Hitler-Biografien geschrieben, die bislang vorliegen. Und nicht nur das: Mit seiner Interpretation der Person des Diktators half Sir Ian Kershaw einen Wissenschafts-Streit beizulegen. Nun wird er 70 Jahre alt.
Von Franziska Augsteinmehr...
Jubelnde Menschenmassen statt Widerstand: Vor 75 Jahren marschierten Hitlers Truppen in Österreich ein - binnen kurzer Zeit verleibte sich das nationalsozialistische Deutschland die Alpenrepublik ein. Der "Anschluss" vom März 1938 in Bildern.
Von Kai Thomasmehr...
Wie friedlich können Universitäten sein? Professoren und Studenten streiten über eine Verpflichtung auf den Frieden. Wie schwierig das ist, zeigt das Beispiel der Überwachungssensoren: Sie können einerseits waffenfreie Zonen garantieren - oder der militärischen Aufklärung dienen.
Von Jakob Vicarimehr...
Meinung
Man weiß, dass sie in Auschwitz Dienst taten, aber nicht, welche Verbrechen sie genau begingen. Trotzdem könnte den 50 KZ-Aufsehern Beihilfe zum Mord vorgeworfen werden. Die Argumentation ist rechtlich zwar etwas verwegen, aber die Justiz ist es den Opfern schuldig, ähnlich wie im Fall Demjanjuk eine Verurteilung zu versuchen.
Ein Kommentar von Robert Probstmehr...
Wie funktionierte der Nationalsozialismus am Stammtisch? Wie kontrollierten die Ortsfunktionäre ihre Parteigenossen? Und wie mächtig waren NSDAP-Bürgermeister? Ein Historiker beantwortet diese Fragen am Beispiel von Karl Valentin und beschreibt, wie der Komiker seinen ungeliebten Schwiegersohn aus dem KZ befreite.
Von Rudolf Neumaiermehr...
Im Herbst 2006 wurde im Sauerland ein Massengrab aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Der Verdacht, es handele sich bei den Toten um Nazi-Opfer, hat sich nun nicht bestätigt.
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In seiner Fabrik schufteten sich während der NS-Zeit 20.000 Menschen zu Tode. Dennoch ist in Friedberg ein Gymnasium nach Wernher von Braun benannt. Jetzt machen Politiker Druck, die Schule umzubenennen. Doch der Schuldirektor will nicht.
Von Stefan Mayrmehr...
Während des Kriegs wurden Hunderte Behinderte aus Schönbrunn getötet - nun müssen sich die Franziskanerinnen dort den Verstrickungen ihrer Einrichtung in NS-Verbrechen stellen.
Von Martin Bernstein und Wolfgang Eitlermehr...
Die Staatsanwaltschaft München hat den mutmaßlichen NS-Verbrecher Demjanjuk wegen Beihilfe zum Mord angeklagt. Er soll 1943 im Vernichtungslager Sobibor Tausende Juden in die Gaskammern getrieben haben.
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Der Anwalt des mutmaßlichen NS-Verbrechers John Demjanjuk hat vorerst verhindert, dass sein Mandant nach München ausgeliefert wird - er berief sich dabei auf Folter.
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Alles ist eine Frage der Zeit - warum früher so viele Nazi-Täter durch die Maschen schlüpften und gerade jetzt ein Ermittlungsboom herrscht.
Von Von Christiane Kohlmehr...
Eigentlich müssen sich Staaten nicht vor ausländischen Gerichten verantworten. Im Fall italienischer Opfer von Nazi-Massakern ist das anders. Das stellt Deutschland vor unlösbare Probleme.
Ein Kommentar von Stefan Ulrichmehr...
Die - deutschlandweit erfolgreichen - "Stolpersteine" können nach Ansicht von Quaas und Offman der "Vielzahl der Opfer des Naziterrors" nicht gerecht werden.
Von goebmehr...
Seit Jahrzehnten gab es im Städtchen Menden Gerüchte über ein geheimes Massengrab der Nazis. Jetzt wurden unter einer Friedhofswiese tatsächlich Skelette von 25 Menschen gefunden worden - die meisten stammen von Kindern.
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Der Fall erinnert stark an den Demjanjuk-Prozess: Erstmals seit fast 40 Jahren könnte ein Mitglied der Lagermannschaft von Auschwitz-Birkenau vor Gericht kommen. Der 87-Jährige wird beschuldigt, an der Ermordung Hunderttausender Menschen beteiligt gewesen zu sein.
Von Wolfgang Wittlmehr...
Muss John Demjanjuk noch einmal vor Gericht? Neuen Ermittlungen zufolge soll der frühere KZ-Aufseher nicht nur im Vernichtungslager Sobibor, sondern auch im KZ Flossenbürg schwere Verbrechen begangen haben. Die Staatsanwälte ermitteln noch gegen einen zweiten Mann.
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Ladislaus Czizsik-Csatáry soll für die Deportation von knapp 16.000 Juden verantwortlich sein und steht auf der Fahndungsliste des Simon-Wiesenthal-Zentrums an Nummer eins. Nun haben britische Reporter den 97-Jährigen in Budapest aufgespürt.
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Ehemalige Nazis dominierten lange das Bundeskriminalamt. Exemplarisch: Paul Dickopf, BKA-Chef und einstiger SS-Mann. Ihm ist die Zufahrtsstraße zum Sitz der Abteilung Staatsschutz in Meckenheim gewidmet. Heute soll sie nach Gerhard Boeden umbenannt werden. Doch unumstritten war der auch nicht.
Von Tanjev Schultzmehr...
Meinung
Viele Mediziner begingen oder duldeten in der Nazizeit qualvolle Menschenversuche, Morde an Menschen mit Behinderung und die Vertreibung jüdischer Kollegen. Dass die Ärzteschaft nun Opfer und ihre Hinterbliebenen um Verzeihung bittet, verdient Lob. Doch jetzt kommt es auf die Folgen an.
Ein Kommentar von Jan Heidtmannmehr...
Der ehemalige KZ-Wachmann John Demjanjuk ist in einem oberbayerischen Pflegeheim gestorben. Wegen Beihilfe zum tausendfachen Mord an Juden während der Nazi-Zeit war er zu fünf Jahren Haft verurteilt worden - das Urteil wurde jedoch nie rechtskräftig.
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Der nordrhein-westfälische Piraten-Abgeordnete Dietmar Schulz reagiert auf die heftige Kritik an seinem Twitter-Eintrag. Am Volkstrauertag hatte der 52-jährige das Totengedenken auf jüdischen Friedhöfen angesichts von Bomben aus Israel als "grotesk" bezeichnet. In seiner Erklärung spricht er von "Missverständnissen".
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Vor 50 Jahren kamen die ersten türkischen Gastarbeiter. Vor einem Jahr schwelte die Debatte um Thilo Sarrazin - und warf die Integrationsbemühungen in Deutschland zurück, meint Ferdinand von Schirach. Der Berliner Schriftsteller und Strafverteidiger nennt es im Gespräch mit sueddeutsche.de dumm und gefährlich, aus einzelnen Verbrechensfällen eine generelle Theorie abzuleiten - und warnt davor, "Grundsätze unseres Staates" in Frage zu stellen.
Interview: Oliver Das Gupta und Roland Preußmehr...
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