Benedikt T. sitzt wegen Mordes an seiner Tante Charlotte Böhringer lebenslang in Haft. Seine Freunde glauben noch immer nicht, dass er der Täter ist. Mit einer Bürgerinitiative wollen sie sieben Jahre nach der Tat gegen das Vergessen kämpfen - und doch noch einen Freispruch für den 37-Jährigen erreichen.
Von Christian Rostmehr...
Die Botschaft von Bundesanwalt Diemer ist klar: Hier sitzt kein naives Frauchen, sondern eine Terroristin, eine bis ins Mark braun gefärbte Täterin. In der Anklageschrift beschreibt er Beate Zschäpe als eine Art Geschäftsführerin des NSU. Die zeigt sich von alledem unbeeindruckt - und schweigt.
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Sie dürfen weder essen noch trinken. Wenn sie schreiben, sitzen sie auf kalten Fliesenböden. Die Journalisten, die aus dem Gerichtssaal über den NSU-Prozess berichten, erledigen ihre Arbeit unter Bedingungen, die selbst eine Gerichtssprecherin als "ein wenig clochardmäßig" beschreibt.
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Immer neue Anträge, Streit und zähe Debatten: Am dritten Tag im NSU-Prozess geht es um ein Lachverbot, eine Anwältin kritisiert die Medien und Beate Zschäpes Verteidiger verlangen sogar die Aussetzung des Verfahrens. Nur in einer Frage sind sich alle einig: keiner will einen zweiten NSU-Prozess.
Von Annette Ramelsberger und Tanjev Schultzmehr...
Der Komplex um den Anschlag in der Kölner Keupstraße wird nicht von den NSU-Morden abgetrennt - vorerst jedenfalls. Das verkündet Richter Manfred Götzl nach der Mittagspause. Schlag auf Schlag werden auch die Entscheidungen zu mehreren anderen Anträgen von Verteidigung und Nebenklage bekannt gegeben: "Abgelehnt", heißt es dabei mehrfach.
Der vierte Verhandlungstag zum Nachlesen im SZ-Newsblog.mehr...
Die Wortgefechte zum Auftakt sind vorbei: Richter Götzl hat Staatsanwälte, Verteidiger und Nebenkläger gebändigt. Und Beate Zschäpe lacht nicht mehr. Eine Bilanz der ersten Woche im Münchner NSU-Prozess.
Von Annette Ramelsbergermehr...
Die juristische Aufarbeitung des NSU-Terrors hat vor dem OLG in München begonnen. Zum Prozessauftakt gegen Beate Zschäpe und vier weitere Angeklagte versammeln sich Demonstranten vor dem Gerichtsgebäude, Journalisten drängen an den Absperrungen und im Verhandlungssaal treffen Angehörige der Opfer auf die mutmaßlichen Unterstützer der Terrorzelle. Die Eindrücke vom Auftakt in Bildern.
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Zahlreiche Journalisten aus aller Welt haben zum Auftakt des NSU-Prozess aus München berichtet, doch viele haben keinen Platz im Gerichtssaal ergattert. Nun will Bayerns Justizministerin Beate Merk die Videoübertragung aus Gerichtssälen möglichst schnell erlauben.
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Das Münchner Oberlandesgericht weist den Befangenheitsantrag gegen drei Richter im NSU-Prozess zurück. Der Antrag der Verteidiger von Ralf Wohlleben sei nicht begründet, hieß es. Allerdings haben die Anwälte von Beate Zschäpe ebenfalls einen Befangenheitsantrag gestellt.
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Angeklagt für zehn Morde, zwei Bombenanschläge und 15 Raubüberfälle: Bei ihrem ersten Auftritt vor Gericht wirkt Beate Zschäpe gelöst und locker. Die Attacken überlässt die einzige Überlebende des NSU ihren Verteidigern. Dass nur wenige Meter entfernt die Angehörigen der Opfer sitzen, scheint sie nicht zu stören.
Aus dem Gericht von Anna Fischhabermehr...
Das Oberlandesgericht München weist den Befangenheitsantrag der Verteidiger von Beate Zschäpe zurück. Der Antrag im Namen des Mitangeklagten Ralf Wohlleben war bereits zuvor gescheitert. Damit kann der NSU-Prozess mit den bisherigen Richtern weitergehen.
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In München hat der NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe begonnen. Wer verteidigt die mutmaßliche Terroristin? Wer sind die Männer, die mit ihr auf der Anklagebank sitzen? Und wer muss am Ende ein Urteil fällen über den rechten Terror? Die Protagonisten des NSU-Prozesses.
Von Anna Fischhabermehr...
Er gilt als beschlagener Jurist und "Wahrheitssuchender", aber auch als harter Hund. Manfred Götzl soll als Vorsitzender Richter das verwickelte NSU-Verfahren vorantreiben. Das Gespür für die Dimension dieses Prozesses scheint ihm jedoch zu fehlen.
Von Annette Ramelsbergermehr...
Monatelang hat der Vorsitzende Richter Manfred Götzl im Münchner NSU-Prozess zum Thema Presseplätze geschwiegen. Jetzt reagiert er auf die Vorwürfe türkischer Journalisten. Eine "angemessene Differenzierung" der Presseinteressen sei vor dem Prozess nicht möglich gewesen. Das Gericht räumt jedoch eine E-Mail-Panne ein.
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Nach der Diskussion um die Beteiligung ausländischer Medien beim NSU-Prozess sorgt nun eine andere Maßnahme des Gerichts für Aufregung. Die Anwälte von Beate Zschäpe sollen vor jedem Prozesstag durchsucht werden. Sie werfen dem Gericht eine "offene Diskriminierung" vor.
Von Tanjev Schultzmehr...
In der Debatte um die Platzvergabe im NSU-Prozess wirft der Vorsitzende Richter Manfred Götzl seiner Pressestelle Fehler vor. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Einzelne Medienvertreter seien vorab über die Vergabe nach dem Windhundprinzip informiert worden.
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Meinung
Das Oberlandesgericht München nimmt sich fast drei Wochen Auszeit, Denkzeit, Vorbereitungs- und Besinnungszeit. Das ist besser, als hektisch immer neue, nachgeschobene und verquere Sicherheitsverfügungen zu erlassen. Das ist besser, als sich im eigenen Versagen zu verheddern.
Ein Kommentar von Heribert Prantlmehr...
Es war eine elegante Lösung, die sich das Bundesverfassungsgericht für das Platzvergabedebakel im NSU-Prozess ausgedacht hatte. Doch das OLG München lehnt dieses Angebot ab, verschiebt den Prozess. Mit der Entscheidung brüskiert das Gericht Nebenkläger, Prozessbeteiligte, Polizei. Es ist die Radikallösung.
Von Annette Ramelsberger und Wolfgang Janischmehr...
Im Münchner Justizzentrum hat die Verschiebung des NSU-Prozesses einiges durcheinandergewirbelt. Für viele Amtsrichter bedeutet die Entscheidung eine zusätzliche Belastung - Kritik am Vorsitzenden Richter Manfred Götzl gibt es allerdings nicht. Seine Kollegen sehen die Verantwortung an anderer Stelle.
Von Christian Rostmehr...
Exklusiv
Eklat vor dem NSU-Prozess in München: Weil es im Gerichtssaal eng werden wird, verweigert der Vorsitzende Richter dem türkischen Botschafter in Deutschland einen festen Platz. Der Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses spricht von einem "Affront" - und will sich ans Auswärtige Amt wenden.
Von Annette Ramelsbergermehr...
"Vorhersehbar, unnötig, peinlich": Das Oberlandesgericht in München verwehrt dem türkischen Botschafter einen festen Platz im NSU-Prozess - und löst damit Empörung aus. Die Begründung ist juristisch. Eine andere Entscheidung aber wäre von höherer Moral, meinen Politiker.
Von Markus C. Schulte von Drach und Antonie Rietzschelmehr...
Acht türkischstämmige Mordopfer, aber keine einzige Akkreditierung für türkische Medien: Die Vergabepraxis des Oberlandesgerichts München sorgt für Unverständnis. Barbara John, die Vertreterin der NSU-Opfer, fordert, das Gericht müsse etwas ändern. Ein zugelassener Journalist aus Deutschland will seinen Platz nun abtreten.
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Der Prozess um Ottfried Fischer gegen die "Bild"-Zeitung geht in die vierte Runde. Der Springer-Verlag argumentiert mit Pressefreiheit, der Kabarettist fürchtet "Erpresserfreiheit". Nun greift überraschend Ex-Verfassungsrichter Hassemer ein.
Von Hans Leyendeckermehr...
Zugemauerte Fenster, abgesperrte Zufahrten, geschlossene Säle - für den NSU-Prozess wird das Justizzentrum an der Nymphenburger Straße umgebaut. Für den erwarteten Andrang ist es dennoch kaum gerüstet.
Von Christian Rost und Katja Riedelmehr...
Der NSU-Prozess in München stellt die Justiz vor gewaltige Probleme: Die Straßen um das Strafjustizzentrum müssen teilweise gesperrt werden. Und schon jetzt ist klar, wie stark auch alle anderen Prozesse beeinträchtigt werden. Denn: Es fehlt an Wachtmeistern.
Von Christian Rostmehr...
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