Eigentlich sind Mailbox-Nachrichten durch das Persönlichkeitsrecht davor geschützt, weiterverbreitet zu werden. Der Anrufer bestimmt selbst, wer von der Mitteilung erfahren soll. Handelt es dabei jedoch um den höchsten Mann im Staat, so liegt der Fall anders. Im Fall Wulff wiegt die Pressefreiheit schwerer.
Von
Wolfgang Janisch
Mitten in die Rede von FDP-Chef Philipp Rösler platzt die Meldung, dass die Jamaika-Koalition von CDU, FDP und Grünen gescheitert ist. CDU-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer macht dafür das Chaos beim saarländischen Landesverband der Liberalen verantwortlich. Doch was macht Rösler in Stuttgart? Er redet unbeirrt weiter. Das Dreikönigstreffen der FDP zum Nachlesen.
Von
Michael König, Stuttgart
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Als Ministerpräsident von Sachsen leistete er nach der Wende Pionierarbeit - jetzt wird Kurt Biedenkopf 80. Für den CDU-Politiker mit Pfeife scheint noch lange kein Ruhestand in Sicht. Eine Karriere
Von
in Bildern.
Politischer Professor und Ex-König von Sachsen: Zum 80. Geburtstag von Kurt Biedenkopf, der mit sprühender Intellektualität und glänzenden Analysen die deutsche Politik verändert hat.
Von
Heribert Prantl
GDL-Chef Schell und Kurt Biedenkopf sind beide Mitglied der CDU. Zum ersten Mal trafen sie jedoch erst im Jahr 2003 aufeinander. Der ehemalige Ministerpräsident Sachsens erinnert sich bei sueddeutsche.de an den Gewerkschaftschef.
Helmut Kohl hat einen Kompass für die CDU gefordert - doch was hilft ein Kompass, wenn man nicht weiß, in welche Richtung man gehen soll? Die Partei ist am Ende, doch schuld ist nicht nur die Kanzlerin, sondern auch ihr Ziehvater, dessen Regierungszeit die Partei ausgezehrt hat. Der CDU fehlen Ideen, starke Figuren und ein kompetenter Koalitionspartner. Aus dem hohen "C" der Partei ist längst ein hohles "C" geworden.
Kommentar von
Heribert Prantl
Affront gegen Angela Merkel: Der frühere CDU-Spitzenpolitiker Kurt Biedenkopf hat die Regierungskoalition aufgefordert, die Präsidentenwahl freizugeben. Er sieht die Demokratie bedroht.
Kurt Biedenkopf appelliert an Merkel, den Wahlleuten ihre Stimmabgabe freizustellen - um einen Präsidenten Gauck zu ermöglichen. Drei Unions-Granden widersprechen energisch.
Von
Lars Langenau und Oliver Das Gupta
Wenn der Fall Guttenberg die Spaltung zwischen akademischen Eliten und populistischen Stimmungen verstärkt hat, ist das kein Grund für Triumphgeheul. Die deutsche Wissenschaft kann trotzdem ein wenig stolz sein.
Von
Johan Schloemann
"Wir müssen uns nicht erklären lassen, was Anstand und Ehre sind": Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich im Zusammenhang mit der Plagiatsaffäre gegen Kritik von Seiten der Opposition verwahrt.
Udo Reiter kam aus der Münchner Bussi-Gesellschaft und wurde im Osten Quotenkönig. Nun will der MDR-Chef gehen. Die Begründung: Er wolle nicht "als ausgestopfter Dinosaurier" im Amt bleiben. Doch hat sein Rückzug auch etwas mit dem Kika-Skandal zu tun?
Von
Christiane Kohl
Volker Rühe, Kurt Biedenkopf - und jetzt noch Erwin Teufel: Drei ehemalige Schwergewichte der CDU sind mit der Kanzlerin hart ins Gericht gegangen. Und sie hat nichts, wofür ihr in der CDU zugejubelt würde. Doch die massive innerparteiliche Kritik hat Angela Merkel nicht umgeworfen. Warum bloß?
Ein Kommentar von
Nico Fried
Profillos, abgehoben, zu weit weg vom Volk: Alte Parteigranden wie Kurt Biedenkopf, Volker Rühe und nun auch noch Erwin Teufel kritisieren die Entwicklung der CDU - und das Verhalten von Angela Merkel. Nur ein nicht mehr ganz junger Mann der Union zeigt sich gnädig mit der Kanzlerin.
Von
Nico Fried
Bilder
Fünf Wochen nach dem Rücktritt des Verteidigungsministers stellt die Uni Bayreuth fest, dass Karl-Theodor zu Guttenberg in seiner Doktorarbeit absichtlich getäuscht haben muss. Vom Siegeszug des fränkischen Provinzpolitikers nach Berlin bis zum jähen Ende seiner Karriere - in Bildern.
Die Einschläge kommen näher: Polit-Veteran Biedenkopf tritt aus der Geschlossenheit der CDU heraus und legt Guttenberg den Rücktritt nahe. Auch innerhalb der Unionsfraktion macht sich Hoffnungslosigkeit breit. Guttenbergs Ministerium stockt den Werbeetat indes offenbar massiver auf als bekannt: Von April an fließen hohe Beträge an Springer-Medien wie die "Bild"-Zeitung.
"Schwere handwerkliche Fehler": Der Historiker Michael Philipp erklärt, was an Guttenbergs Rücktritt außergewöhnlich ist, warum dessen Krisenmanagement ein "Desaster" war - und wie es um seine Comeback-Chancen steht.
Interview:
Peter Lindner
Sachsens Finanzminister Stanislaw Tillich soll neuer Ministerpräsident werden. Der 49-Jährige gehört der slawischen Minderheit der Sorben an, gilt als zurückhaltend und loyal - selbst Kurt Biedenkopf schätzt ihn.
FDP-Frau Silvana Koch-Mehrin wird besser nie Finanzministerin: Bei Plasberg diskutieren die Gäste über Griechenlands Misere.
Eine kleine Nachtkritik
Melanie Ahlemeier
Die Mehrheit für Christian Wulff bei der Bundespräsidentenwahl schmilzt weiter. Drei FDP-Abgeordnete aus Sachsen wollen Joachim Gauck wählen.
Von
C. Kohl u. D. Brössler
Bei Sandra Maischberger wurde wieder gehartzt. So stark, dass Biedenkopf klagte und "Howie" Carpendale Kopfweh bekam.
Eine kleine Nachtkritik von
Johannes Bockenheimer
Koch, Köhler, Rüttgers: Die CDU ist derzeit weniger eine Partei, in der man was wird, sondern eine, in der man was war. Sie leidet an Schwindsucht - genau wie die Autorität von Angela Merkel. Der Kern allen Übels: die schlechte Regierungsarbeit - nicht nur im Stil, sondern auch in der Sache.
Ein Kommentar von
Nico Fried
Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck hält im Deutschen Theater eine anrührende Rede. Mit jedem seiner Sätze wird unverständlicher, warum die schwarz-gelbe Koalition unbedingt an einem eigenen Kandidaten festhält.
Von
Thorsten Denkler, Berlin
Eine Woche vor der Entscheidung um das Präsidentenamt nutzt Joachim Gauck sein größtes Talent: Reden. Im Kampf um Medienpräsenz bleibt Favorit Wulff nur, den Softie für alle zu geben. In ihrem "Wahlkampf" vertrauen beide auf "Spin Doctors".
Von
Dana Hoffmann
Unruhe in der Union: Auch Alt-Präsident Richard von Weizsäcker fordert, dass die Wahlleute in der Bundesversammlung ihrem Gewissen folgen sollten und nicht der Parteipolitik. Christian Wulff schlägt unterdessen eine Einladung der Linken aus.
CDU-Politiker Kurt Biedenkopf moniert die Verknüpfung zwischen Bundespräsidentenwahl und aktueller Politik. Seine Kritik an der Bundesversammlung aber fördert letztlich die Abneigung gegen die repräsentative Demokratie.
Ein Kommentar von
Kurt Kister