Wer der Staatskasse mehr als eine Million Euro vorenthält, konnte bislang mit einer Bewährungsstrafe rechnen. Nun hat der Bundesgerichtshof entschieden, diese milde Praxis zu kippen: Bei schwerer Steuerhinterziehung droht künftig Gefängnis. Auch ein Geständnis in letzter Minute schützt davor nun nicht mehr.
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Wolfgang Janisch, Karlsruhe
Wer dem Fiskus mehr als eine Million Euro vorenthielt, kam bislang oft selbst im schlimmsten Fall mit einer Bewährungsstrafe davon. Nun hat der Bundesgerichtshof entschieden, diese milde Praxis zu kippen: Steuerhinterzieher können künftig hinter Gittern landen. Der 1. Strafsenat hob ein Urteil gegen einen Augsburger Geschäftsmann auf. Durch teilweise falsche Angaben hatte er eine günstigere Besteuerung erreicht, wodurch dem Fiskus 1,1 Millionen Euro entgangen waren.
Post intern: In der Mitarbeiterzeitung bringt der Konzern einen Artikel über einen Führungskongress - und die schönen Ideen des gerade zurückgetretenen Vorstandschef Klaus Zumwinkel. Der mutmaßliche Steuerflüchtling erklärt, Manager müssten Werte vorleben.
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Paul Katzenberger
Geldregen für Klaus Zumwinkel: Der wegen Steuerhinterziehung verurteilte frühere Post-Chef hat sich seine Pensionsansprüche auszahlen lassen - rund 20 Millionen Euro.
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Hans Leyendecker
Zumwinkel schreibt in der Mitarbeiterzeitschrift der Post über Werte und die Vorbildfunktion von Führungskräften - selten hat ein Artikel so sehr die in Chefetagen offenbar gängige Doppelmoral enthüllt.
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Hans-Jürgen Jakobs
Wenn der Chef nach knapp 19 Jahren leise "Servus" sagt: Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel hat eine letzte Runde durch den Post-Tower Bonn gedreht und sich von seinen Mitarbeitern verabschiedet - emotionsgeladen.
Jahrzehntelang galt der Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel als seriöser und integrer Manager mit Weitblick, Feingefühl und mächtigen Freunden - umso schwerer wiegen nun die Vorwürfe.
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Caspar Dohmen
Post-Chef Zumwinkel droht ein tiefer Fall. Sollte sich der Verdacht auf Steuerhinterziehung bestätigen, wäre er jeder Glaubwürdigkeit beraubt.
Ein Kommentar von
Caspar Dohmen
Er hasst Handys, liebt Charts und Netzwerke: Postchef Klaus Zumwinkel. Nun hat der langjährige McKinsey-Mann, der mit staatlichem Segen Konzerne sanierte, zum Karriereende eine Menge Probleme.
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Hans-Jürgen Jakobs
Post-Chef Klaus Zumwinkel tritt zurück - nicht nur als Boss des weltweit größten Logistikkonzerns, sondern auch als Aufsichtsratsvorsitzender bei der Postbank und der Deutschen Telekom. Zuvor hatte der Manager zugegeben, Steuern hinterzogen zu haben.
Kleines Land und großer Wirbel: Liechtenstein machte in der Vergangenheit vor allem als Steueroase von sich reden. Regierungschef Klaus Tschütscher unterzeichnet nun ein Abkommen, das vieles ändern soll. Ein Gespräch über das schlechte Image des Landes, die Euro-Krise und Datendieb Heinrich Kieber.
Interview:
Uwe Ritzer
"Ein notorischer Hochstapler und verurteilter Verbrecher": Heinrich Kieber gilt als Liechtensteins Staatsfeind Nummer eins, seit er Daten von Steuersündern für Millionen verkauft hat. Eine Biographie will ihn nun als gestörte Persönlichkeit entlarven.
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Uwe Ritzer
Mehrere Jahre ermittelte die Staatsanwaltschaft, jetzt steht Bernd Pischetsrieder vor Gericht: Er soll mehr als 200.000 Euro Steuern hinterzogen haben. Der ehemalige VW- und BMW-Chef ist da allerdings ganz anderer Ansicht.
Steuerhinterziehung ja, Vorsatz nein: Das Landgericht München hat das Verfahren gegen den früheren BMW- und VW-Chef Pischetsrieder eingestellt. Er muss 100.000 Euro zahlen. Das Gericht beteuert, diese Entscheidung habe nichts mit dem "verhältnismäßig bekannten Herrn Pischetsrieder" zu tun.
Schweizer Banker jubeln: Ihr Land will Schwarzgeld legalisieren, das Abkommen mit Berlin läuft auf eine Amnestie für reiche deutsche Steuersünder hinaus. Schon hofft die nächste Steueroase auf einen ähnlichen Deal.
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Wolfgang Koydl und Uwe Ritzer
Bei der Liechtensteiner LGT-Bank parkten Steuerhinterzieher wie der Ex-Post-Chef Zumwinkel ihr Geld. Die Deutsche Bank wollte an sie eine ungeliebte Tochter verkaufen - doch der Deal platzte.
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H. Freiberger und M. Hesse
Liechtenstein, drei Jahre nach Zumwinkel: Regierung und Geldhäuser wollen alles tun, um das Schwarzgeld-Image endlich loszuwerden. Es geht um das Überleben des Finanz-Standorts.
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Uwe Ritzer
Die Unschuldsvermutung gehört zu den ehernen rechtsstaatlichen Prinzipien. Die öffentliche Vorführung des Beschuldigten Dominique Strauss-Kahn ist für Europäer befremdlich. Doch deutsche Staatsanwälte und Richter sollten sich, statt angewidert zu sein, an die Fälle Zumwinkel und No-Angels-Sängerin erinnern.
Ein Kommentar von
Heribert Prantl
Er ist dann mal weg: Heinrich Kieber hatte einst Kontendaten aus Liechtenstein weltweit an Fahnder verkauft und so unter anderem Post-Chef Zumwinkel als Steuerhinterzieher entlarvt. Dann tauchte er ab. Jetzt flog Kieber in Australien auf - und ist schon wieder verschwunden.
Von
Uwe Ritzer
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Klaus Zumwinkel - Ein Veteran der deutschen Wirtschaft. 13 Jahre lang war er Vorstandschef der Deutschen Post, zuvor vier Jahre lang Geschäftsführer der Bundespost. 2008 häuften sich jedoch die Hässlichkeiten: nach dem Verkauf von eigenen Aktienoptionen im Dezember 2007 stürmten am 14. Februar 2008 Ermittler die Zumwinkelsche Villa und die Post-Zentrale. Verdacht: Steuerhinterziehung.
Die Spitzel-Affäre bei der Telekom trifft jetzt auch das Top-Management: Die Staatsanwaltschaft Bonn hat die Konzernzentrale der Telekom durchsucht, inzwischen laufen laut SZ-Informationen Ermittlungen gegen den ehemaligen Chefkontrolleur Klaus Zumwinkel und Ex-Konzernchef Kai-Uwe Ricke. Die Beteiligten des Telekom-Skandals in Bildern.
Der prominente Steuersünder Klaus Zumwinkel will sich noch nicht aufs Altenteil verabschieden. Soll er sich von hohen Ämtern fernhalten? Ein Pro & Contra
von
Melanie Ahlemeier und Tobias Dorfer
Wenn ein Name in Deutschland als Synonym für die Gier der Manager steht, dann ist es Klaus Zumwinkel. Nun wird der Ex-Post-Chef angeklagt.
Von
H. Leyendecker u. J. Nitschmann