Meinung
Die Staatsanwaltschaften bereiten derzeit Dutzende Anklagen gegen in den NS-Vernichtungslagern Dienstverrichtende vor. Grundlage ist eine neue Rechtsauffassung, wonach die individuelle Beteiligung an Morden nicht mehr bewiesen werden muss. Diese Anstrengungen sind richtig, auch wenn die Verdächtigen uralt sind. Und auch wenn nicht sicher ist, ob sich diese Konstruktion verfassungsrechtlich halten lässt.
Ein Kommentar von Joachim Käppnermehr...
Der ehemalige KZ-Wachmann John Demjanjuk ist in einem oberbayerischen Pflegeheim gestorben. Wegen Beihilfe zum tausendfachen Mord an Juden während der Nazi-Zeit war er zu fünf Jahren Haft verurteilt worden - das Urteil wurde jedoch nie rechtskräftig.
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Er soll das Morden im Konzentrationslager Auschwitz fast vier Jahre lang unterstützt haben. Nun wurde der mutmaßliche ehemalige Aufseher im Alter von 93 Jahren in Baden-Württemberg festgenommen. Die Staatsanwaltschaft bereitet eine Anklage wegen Beihilfe zum Mord vor.
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Der mutmaßliche NS-Verbrecher Hans Lipschis ist festgenommen worden. Oberstaatsanwalt Kurt Schrimm hat die Vorermittlungen im Fall des heute 93-Jährigen eingeleitet. Im Interview erklärt er, wieso es demnächst vermehrt zu Anklagen gegen ehemalige KZ-Aufseher kommen könnte.
Von Martin Anetzbergermehr...
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Wegen der Beteiligung am Mord an 28.060 Juden im KZ Sobibor verurteilt das Münchner Landgericht den 91-jährigen Ex-Wachmann John Demjanjuk zu fünf Jahren Haft. Die Angehörigen der Opfer sind erleichtert - doch erst einmal kommt der Verurteilte frei.
Von Robert Probst und Lisa Sonnabendmehr...
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Der mutmaßliche Kriegsverbrecher Demjanjuk gibt sich als gebrechlicher Greis im Krankenbett. Journalisten aus aller Welt protestieren gegen das Chaos rund um den Prozess.
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Der KZ-Wachmann John Demjanjuk ist wegen Beihilfe zum Mord zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Für das Landgericht München II ist erwiesen: Der 91-Jährige war an der Ermordung von mindestens 27.900 Juden im Vernichtungslager Sobibor beteiligt.
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Meinung
Man weiß, dass sie in Auschwitz Dienst taten, aber nicht, welche Verbrechen sie genau begingen. Trotzdem könnte den 50 KZ-Aufsehern Beihilfe zum Mord vorgeworfen werden. Die Argumentation ist rechtlich zwar etwas verwegen, aber die Justiz ist es den Opfern schuldig, ähnlich wie im Fall Demjanjuk eine Verurteilung zu versuchen.
Ein Kommentar von Robert Probstmehr...
In bäuerlichen Verhältnissen in der Ukraine aufgewachsen, kollaborierte Iwan Demjanjuk im Zweiten Weltkrieg mit den Deutschen und machte sich mitschuldig am tausendfachen Mord an den Juden Europas. Nach dem Krieg lebte er unauffällig in den USA und wurde erst in den 80er Jahren in Israel zum Tode verurteilt - und wieder begnadigt. Jetzt starb er in Oberbayern.
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Meinung
Fünf Jahre Haft - das ist eine Strafe, wie sie Bankräuber oder Steuerhinterzieher bekommen. Ist das angemessen für einen Mann wie John Demjanjuk, der Beihilfe zum Massenmord in zigtausend Fällen geleistet hat? Wichtiger als die Höhe des Strafmaßes ist der Schuldspruch selbst.
Ein Kommentar von Heribert Prantlmehr...
"Juristischer Blindflug": Im Prozess gegen den mutmaßlichen Kriegsverbrecher John Demjanjuk haben sich Vertreter der Nebenklage mit den Versäumnissen der deutschen Justiz bei der Bestrafung von NS-Verbrechern beschäftigt.
Von Robert Probstmehr...
Der Prozess gegen John Demjanjuk nähert sich nach 17 Monaten dem Ende. Nun haben die Nebenkläger ihre Plädoyers gehalten. Alle halten die Schuld des Angeklagten für erwiesen - doch einer überrascht mit seiner Milde.
Von R. Probstmehr...
Ist John Demjanjuk ein Helfer der NS-Massenmörder? Vor den Plädoyers im Prozess gegen den mutmaßlichen Wachmann im Vernichtungslager Sobibor sind längst nicht alle Zweifel ausgeräumt. Ein Überblick.
Von Robert Probstmehr...
Ein Gewirr von historischen Fakten und Thesen: Seit Monaten läuft in München der Prozess gegen John Demjanjuk, den mutmaßlichen KZ-Wachmann von Sobibor. Es geht um den Mord an 27.900 Juden.
Von Robert Probstmehr...
John Demjanjuk jr., Sohn des mutmaßlichen KZ-Aufsehers, über die Auslieferung seines Vaters nach Deutschland - und dass ein Prozess seinen Vater umbringen würde.
Interview: Christian Wernickemehr...
Es war die inzwischen dritte schriftliche Erklärung, die der wegen Beihilfe zum Mord angeklagte John Demjanjuk vor Gericht abgegeben hat. Doch zum ersten Mal stellt er darin detaillierte Forderungen - und endet mit einer Drohung.
Von Robert Probstmehr...
Einen Tag nach seiner Verurteilung zu fünf Jahren Haft hat der frühere KZ-Wachmann John Demjanjuk das Münchner Gefängnis Stadelheim verlassen. Aber wohin geht der Wohnungslose nun? Die Suche nach einer Bleibe war schwierig.
Von Bernd Kastnermehr...
Sechs Jahre Haft für John Demjanjuk? Der Antrag der Staatsanwaltschaft München ist unschlüssig. Entweder eine hohe Strafe oder Freispruch.
Ein Kommentar von Heribert Prantlmehr...
Er ist wegen Beihilfe zum Mord an 27.900 Juden angeklagt. Jetzt beschuldigt John Demjanjuk in einem Schreiben die Richter am Landgericht München II.
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Gegen den mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher John Demjanjuk soll noch in diesem Monat Anklage erhoben werden. Ärzte attestierten dem 89-Jährigen, verhandlungsfähig zu sein - wenn auch nur mit Einschränkung.
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Sachverständige bestätigen die Echtheit von John Demjanjuks Dienstausweis für das Vernichtungslager Sobibor. Doch die Verteidiger des mutmaßlichen NS-Verbrechers wollen nicht daran glauben.
Von Alexander Krugmehr...
Polen und Ukrainer fürchten, Deutschland wolle durch den Prozess gegen John Demjanjuk seine Verantwortung für den Holocaust relativieren.
Von Thomas Urbanmehr...
Die Hauptverhandlung gegen John Demjanjuk beginnt im November in München. Ihm wird Beihilfe zum Mord an 27.900 Juden vorgeworfen. Der Angeklagte ist jeden Tag nur für kurze Zeit verhandlungsfähig.
Von Robert Probstmehr...
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