Der italienische Schriftsteller und Philosoph Umberto Eco wünscht sich eine stärkere europäische Identität. Er fordert ein verpflichtendes Austauschprogramm für Berufstätige - und will die Bildnisse von Thomas Mann, Roberto Rossellini und Claude Chabrol auf den Euro-Scheinen sehen. Nur gemeinsame Symbole könnten die Menschen wirklich begeistern.
Von
Gianni Riotta ("La Stampa")
Bei einer feierlichen Messe spricht Papst Benedikt XVI. seinen Vorgänger Johannes Paul II. selig. Mehr als eine Million Gläubige verfolgen das Ereignis - unter ihnen zahlreiche Prominente.
Der verstorbene Papst Johannes Paul II. soll eine Nonne von Parkinson geheilt haben. Deshalb will sein Nachfolger Benedikt XVI. ihn am 1. Mai seligsprechen.
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Nur ein Papst amtierte länger als Johannes Paul II., kein Pontifex reiste öfter als der Pole. Nun wird Karol Woityla nach dem schnellsten Verfahren der Kirchengeschichte seliggesprochen - nur sechs Jahre nach seinem Tod.
Sein Leben
in Bildern.
Sein Spitzname war "eiliger Vater" - denn kein Papst reiste öfter um die Welt als Johannes Paul II. Aber Karol Wojtyla galt auch als sittenstrenger "geistlicher Diktator". Nun wird der frühere Pontifex in die Reihe der katholischen Heiligen und Seligen aufgenommen.
Von
Lars Langenau
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Gläubige übernachten unter Brücken und quetschen sich auf den überfüllten Petersplatz: Wenn Papst Benedikt XVI. seinen Vorgänger Johannes Paul II. seligspricht, wird Religion zum Massenereignis. Eine Million Menschen wollen dabei sein.
Impressionen aus Rom
Es grenzt an ein Wunder, mit welcher Eile Papst Johannes Paul II. höhere Weihen zuteil werden. Nie ist ein Mensch so schnell seliggesprochen worden. Der charismatische Pole hat die Kirche deutlich verändert, doch war er nicht unumstritten.
Von
M. Drobinski, Rom
Papst Benedikt XVI. hat Vorgänger Johannes Paul II. seliggesprochen - zu früh und zu schnell. Nach dem feierlichen Sonntag in Rom bleibt ein Unbehagen. Mit der Entscheidung macht die Kirche Politik und versucht sich reinzuwaschen.
Ein Kommentar von
Matthias Drobinski
Widersprüchlicher geht es kaum: Nicolas Steno war strenggläubiger Christ - und hat gleichzeitig die biblische Schöpfungsgeschichte verworfen. Im 17. Jahrhundert geboren, reiste er für die Forschung quer durch Europa, traf Gelehrte und Wissenschaftler und begründete die moderne Geologie. Ein Zufall führte ihn auf die Spur seiner wichtigsten Entdeckung.
Von
Christopher Pramstaller
Buße zeigt die Grenzen staatlicher Gewalt und derer, die sie ausüben. Christian Wulff bittet aber nicht um Entschuldigung - er entschuldigt sich selber. Der Bundespräsident könnte, in einem zweiten Anlauf, endlich die ganze Wahrheit sagen. Es würde ihm ein bisschen helfen, aber Ruhe brächte ihm letztlich nur: der Rücktritt.
Von
Matthias Drobinski
Was die Gläubigen bereits bei der Trauerfeier für den verstorbenen Papst gefordert haben, will sein Nachfolger nun offenbar umsetzen: Benedikt XVI. hat das Verfahren für die Heiligsprechung seines Vorgängers eröffnet.
Das Oberhaupt der katholischen Kirche bereitet den Weg für die Wahl seines Nachfolgers. Während des Angelus-Gebets kündigte der Papst die offizielle Ernennung der nach ihm höchsten Würdenträger für den 21. Oktober an.
Von
Von Christiane Kohl
Seit seinem Tod vor drei Jahren ruht der Leichnam von Johannes Paul II. in den Katakomben unter dem Petersdom. Jetzt überlegt der Vatikan, den Körper des früheren Papstes in einen Glassarg umzubetten.
Von
Stefan Ulrich
Der schwer kranke Pontifex sagte, die christliche Botschaft sei stets eine Botschaft gegen Krieg und Gewalt. Der 83-Jährige sprach vor Zehntausenden, die bei Kälte und strahlender Sonne auf den Petersplatz gekommen waren. Anschließend spendete er den traditionellen Segen "Urbi et Orbi".
Johannes Paul II. war ein Konservativer in Fragen des Glaubens und der Moral, aber ein Revolutionär im Verhältnis zur Vergangenheit der Kirche und zu anderen Religionen.
Von
Von Matthias Drobinski
Vier Jahre hat es bei Mutter Teresa gedauert, bei Karol Wojtyla könnte es schneller gehen. Aber zur Seligsprechung des verstorbenen Pontifex braucht die Kirche erst einmal Hinweise auf Übernatürliches.
Von
Von Matthias Drobinski
Um 10 Uhr am Freitagmorgen soll das verstorbene Oberhaupt der katholischen Kirche in der Krypta des Petersdoms in Rom beigesetzt werden. Am Nachmittag ist der Leichnam Johannes Pauls II. im Petersdom aufgebahrt worden.
Weltweit bangen Katholiken um den kranken Papst Johannes Paul II. Doch nach offiziellen Angaben gebe es "keinerlei Grund zur Sorge". Der Papst sei auf dem Weg der Genesung.
Johannes Paul II. war in manchem ein konservativer Starrkopf und er verkörperte auch die unselige Tradition kirchlicher Maßregelungen. Und doch hat er es in seinen 26 Amtsjahren geschafft, dass ihm nun nicht nur die glühenden Anhänger nachtrauern.
Von
Von Klaus Brill
In den Jahren 1978, 1980 und 1987 ist Karol Wojtyla in München zu Gast - auf der Theresienwiese erwarten ihn 600.000 Menschen.
Von
Von Wolfgang Görl und Monika Maier-Albang