Er wollte dieses Amt, doch es schien ihm so fern. Nun ist Joachim Gauck Bundespräsident - und er hat alle Chancen, ein besserer zu werden als seine beiden Vorgänger Christian Wulff und Horst Köhler. Das Wort, seine einzige Waffe, beherrscht Gauck wie kaum jemand sonst.
Mit dem Auftritt dürfte er sich bei den Linke-Abgeordneten wenig Freunde gemacht haben: Der nominierte Bundespräsident Gauck soll bei seinem Vorstellungsbesuch die Beobachtung der Linkspartei durch den Verfassungsschutz befürwortet haben. Teilnehmer beschreiben die Stimmung bei der Sitzung als "sachlich".
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Vielleicht war es doch keine so gute Idee der Linken, die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten zu nominieren. Zu offensichtlich ist, dass sie nun nur die Anerkennung einfordert, die ihr zusteht. Hinzu kommt eine für Linke befremdliche politische Präferenz: Klarsfeld outet sich als Anhängerin von Nicolas Sarkozy.
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Thorsten Denkler, Berlinmehr...
Endlich hatte sich die FDP wieder in der Koalition behaupten können, endlich hatte Philipp Rösler gegenüber der Bundeskanzlerin Stärke gezeigt. Nach dem Erfolg bei der Kür Joachim Gaucks, hofften die Liberalen auf einen Aufschwung in der Wählergunst. Doch sie würden weiter deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
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Langjährige Wegbegleiter Joachim Gaucks streiten darüber, was einen Bürgerrechtler in der DDR ausmacht - und ob der künftigte Bundespräsident dazugehört. Am Mythos kratzen viele frühere Freunde, und manch einer stellt gar Gaucks Empathiefähigkeit in Frage.
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Jens Schneidermehr...
Vor einer Woche war noch die gesamte CDU-Führung gegen ihn. Doch davon war bei seinem Auftritt beim Vorstand der Christdemokraten nun nichts mehr zu spüren. Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck überzeugt in Berlin letzte Zweifler.
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Susanne Höll und Robert Roßmannmehr...
Er wird als früherer DDR-Bürgerrechtler gefeiert - Joachim Gauck lässt sich das gern gefallen. Dabei sprang er erst spät auf den fahrenden Zug. Ein Vertreter der DDR-Opposition erinnert sich.
Ein Gastbeitrag von
Hans-Jochen Tschichemehr...
Eine Gegnerin für Gauck: Beate Klarsfeld soll für die Linke bei der Bundespräsidentenwahl antreten. Der Parteivorstand nominierte die 73-Jährige einstimmig, die Kandidatin zeigt sich begeistert. Die Abgeordnete Jochimsen verzichtete auf eine eigene Kandidatur und ersparte der Partei damit eine Kampfabstimmung.
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Joachim Gauck wirbt nach dem Krach bei Schwarz-Gelb um Zustimmung bei den Parteien. Den Anfang machte das künftige Staatsoberhaupt bei der CDU in Nordrhein-Westfalen. In nur zwei Stunden hat er die Christdemokraten für sich vereinnahmt. Allerdings gibt es anderswo noch eine gewisse Erregung über sein Privatleben - und über einen Tiervergleich von FDP-Chef Rösler.
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Meinung
Joachim Gauck wird das Amt des Bundespräsidenten kraft seiner Persönlichkeit rehabilitieren. Doch er gehört auch zu jenen Charismatikern, die das unrealistische Bild einer höheren Moral abseits der Politik nähren. Gaucks Freiheitsidee stammt aus seiner DDR-Zeit und ist der politischen Realität entrückt. Damit ist er nicht gerüstet für Probleme wie Bildungsgerechtigkeit oder Finanzkrise. Er ist ein Freiheitsapostel, kein Freiheitsgestalter.
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Andreas Zielckemehr...
Ohne Krawatte, ganz leger und locker, kam er zur Lesung nach Fürth - als Bürger, nicht als künftiger Bundespräsident, wie er betonte. Dann ging es darum, worum es bei Gauck immer geht, wenn er aus seinem Leben erzählt: um seine Kindheit, die Schulzeit in der DDR und natürlich die Freiheit. Seine Freundin Daniela Schadt deutet an, warum ihr ein robuster Humor nachgesagt wird.
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Olaf Przybillamehr...
Sicherheitsvorkehrungen wie bei einem Staatsbesuch: Mitglieder von acht der zehn Familien, deren Angehörige dem Morden der Neonazis zum Opfer fielen, haben ihre Teilnahme an der Gedenkfeier zugesagt. Die Spitzen der deutschen Verfassungsorgane begehen heute einen Akt der Reue: Der Staat muss sich für die falschen Verdächtigungen und die psychischen Qualen entschuldigen, die die Familien erleiden mussten.
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Susanne Höll, Berlinmehr...
Kaum kandidiert Joachim Gauck für das Amt des Bundespräsidenten, haben Sittenwächter schon über die Zukunft seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt entschieden: Zuerst soll der Job gekündigt werden, dann wird geheiratet und fortan nur noch gelächelt an der Seite des Ehemanns. Warum eigentlich? Die Degradierung zur bloßen Handtaschenträgerin muss ein Ende haben.
Ein Kommentar von
Constanze von Bullionmehr...
Zunächst war es nur ein dahingesagter Vorschlag. Doch jetzt überlegt die Linkspartei tatsächlich, die Nazijägerin Beate Klarsfeld als Gegenkandidatin zu Joachim Gauck für die Bundespräsidentenwahl aufzustellen. Die Journalistin hat 1968 den damaligen Kanzler Kiesinger wegen seiner NS-Vergangenheit geohrfeigt. Klarsfeld zeigt sich nicht abgeneigt.
Von
Daniel Brössler, Berlinmehr...
Hoffen auf die Trendwende: Nachdem die Liberalen Joachim Gauck als designierten Bundespräsidenten durchgesetzt haben, keimt Zuversicht in der arg lädierten Regierungspartei. Der Parteivorstand zeigt sich stolz, lobt den Mut des Vorsitzenden Philipp Rösler und erzählt sich, wie wütend die Kanzlerin auf Indiskretionen in der Union reagierte.
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Oliver Das Guptamehr...
Meinung
SPD und Grüne werden noch staunen, wen sie da zum Präsidenten erkoren haben. Denn Joachim Gauck räumt der Freiheit größeren Wert ein als der Solidarität. Nicht nur die SPD sieht das anders - auch ein bedeutsamer Teil der Bevölkerung. Konflikte mit dem geltungsbewussten Theologen scheinen programmiert zu sein.
Ein Kommentar von
Susanne Höllmehr...
Joachim Gauck bleibt in seinem neuen Buch inhaltlich vage: Mit der Freiheit des Menschen gehe die ethische Pflicht einher, Verantwortung zu übernehmen, lautet der Tenor. Seine Einsicht hat er mit Sätzen ausgeschmückt, die Zweifel daran aufkommen lassen, ob er als der Präsident mit der schönsten Sprache in die Geschichte eingehen wird.
Von
Franziska Augsteinmehr...
Muss ein Bundespräsident in "ordentlichen" Verhältnissen leben? Und was bedeutet das überhaupt? Nach Joachim Gaucks Nominierung für das Amt debattieren Politiker darüber, ob er seine langjährige Lebensgefährtin heiraten und sich von seiner Frau scheiden lassen soll.
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Wer Horst Seehofer zuhört, könnte meinen, die CSU war schon immer für Joachim Gauck als Bundespräsident. Doch das stimmt nicht. Vor zwei Jahren hat die Fraktion im bayerischen Landtag noch einiges dafür getan, dem Theologen nicht zu begegnen.
Von
Mike Szymanskimehr...
Eine ganz große Koalition hat in Joachim Gauck ihren Wunschkandidaten gefunden - nur die Linke war nicht dabei. Nun denkt sie darüber nach, einen eigenen Kandidaten in die Bundespräsidentenwahl zu schicken. Bei den letzten beiden Wahlen hat sie das getan - ohne Erfolg.
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Daniel Brösslermehr...
Die FDP feiert, dass sie Joachim Gauck als Präsidentschaftskandidaten durchgesetzt hat. Parteichef Rösler spricht offen über den Abend der Entscheidung - und wie die Union mit dem Ende der Koalition gedroht hat.
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Nach der Nominierung von Joachim Gauck als Bundespräsident fühlt sich die CDU von den Liberalen verraten - manche in der Union sinnen auf Rache. Aus der CSU heißt es, die Schonzeit für die Liberalen sei vorbei. Doch die Wut zeigt auch die Ohnmacht der Union.
Von
Robert Roßmannmehr...
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