Es kommt nur auf die richtige Interpretation an: Nach den jüngsten Umfragen fühlen sich alle Parteien als Sieger - selbst die tief gestürzte FDP redet sich die Lage schön. Ein Stimmungsbild.
Jürgen Möllemann wurde 57 Jahre alt. Nach einer Lehrtätigkeit startete er eine politische Karriere in der FDP, die ihn bis ins Bundeskabinett führte, in der er aber auch viele Rückschläge hinnehmen musste.
Im Landesverband Nordrhein-Westfalen der Liberalen ist eine neue illegale Wahlkampfspende aufgetaucht. Verursacher war einmal mehr Jürgen Möllemann. Zusammen mit Strafzahlungen für andere unrechtmäßige Parteispenden droht der Partei nun eine Geldbuße in Höhe von rund 5,8 Millionen Euro.
In der FDP hat Jürgen Möllemann einen steilen Aufstieg erlebt, dem ein ebenso steiler Fall und ein unrühmliches Ende folgte. Im Bundestagswahlkampf 2002 bescherte er seiner Partei mit einem umstrittenen Flugblatt eine Spendenaffäre, die ihn seine politische Karriere endgültig kostete.
Wenige Tage vor der Bundestagswahl sorgte Jürgen Möllemann mit einem israel-kritischen Flugblatt für einen politischen Skandal. Daraus wurde eine Spendenaffäre, die für den Politiker das Aus bedeuten könnte.
Der Parteivorsitzende der FDP über die schwierige Zeit nach dem Tod von Jürgen Möllemann, die Krise der Liberalen und die gute Laune in der deutschen Politik. Ein Interview des SZ-Magazins.
Seit fast zwei Wochen strapaziert der stellvertretende FDP-Vorsitzende das Land mit seinen Sprüchen - und er gibt unumwunden zu, was ihn dabei treibt
Von
Marianne Heuwagen
Die Spendenaffäre um Jürgen Möllemann beschäftigt auch Jahre nach dem Tod des FDP-Politikers die Gerichte. Jetzt wurde per Urteil eine Millionenstrafe gegen die Liberalen bestätigt. Doch der Streit ist nicht vorbei.
Kurzmeldungen
im Überblick.
Christian Lindner hat eine politische Bilderbuchkarriere hinter sich. Trotz seines jungen Alters galt er im vergangenen Jahr sogar als aussichtsreicher Kandidat für den Posten des FDP-Parteichefs. Nun hat der Senkrechtstarter eine harte Landung hingelegt. Skizzen einer Laufbahn.
Von
Markus C. Schulte von Drach
Bald feiert Karl-Theodor zu Guttenberg seinen 40. Geburtstag. Ob er sich freut, dass er so jung zu filmischen Ehren kommt? Geplant ist ein Streifen über das Leben des gefallenen Politstars, der nach der Affäre um seinen nunmehr aberkannten Doktorgrad mittlerweile in den USA lebt. Doch Hollywood ist fern. Als Vorbild dienen die Satiren "Schtonk!" und "Kir Royal".
Von
Katharina Riehl
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Vom einfachen Liberalen zum Außenminister - und wieder zurück? Guido Westerwelles Zeit an der Spitze der FDP droht abzulaufen. der Druck auf den einstigen Spaßpolitiker, Projekt-18-Verfechter und Dekadenz-Kritiker steigt.
Seine Karriere in Bildern.
Partei-Youngster Bahr soll für Rösler ins Gesundheitsressort wechseln - und ist damit auch oben angekommen. Auf dem Weg dahin zeigte der 34-Jährige der Union die Zähne und erarbeitete sich die Achtung der Lobbyisten: Nicht weil er so nachgiebig ist, sondern weil er weiß, wovon er redet.
Von
Bernd Dörries, Düsseldorf
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Die Liberalen belassen es bei einem personellen Neubeginn: Alle, die bisher etwas zu melden hatten, sind immer noch da - irgendwie, irgendwo. Der neue Fraktionschef Brüderle ist wohl die multipelste Persönlichkeit der schwarz-gelben Koalition. Nur eines ist er ganz sicher nicht: die Zukunft der FDP.
Ein Kommentar von
Nico Fried, Berlin
Wechsel in Berlin: Der neue Wirtschaftsminister Philipp Rösler hat mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen. Doch für welche wirtschaftspolitischen Überzeugungen steht er eigentlich?
Von
Michael Bauchmüller und Thomas Öchsner
Bilder
Der erste war Verfassungsvater, ein anderer Hobbysänger, einer trug gerne seinen Nazi-Orden: An der Spitze der FDP standen sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Blieb der Erfolg aus, waren die Freien Demokraten nicht zimperlich mit ihren Chefs. Westerwelles Vorgänger - in Bildern.
FDP-Chef Westerwelle tritt ab. Außenminister will er bleiben. Mal sehen, wann die Wirklichkeit diesen Wunsch überholt. Nun soll wohl Philipp Rösler Parteichef werden. So einen hat man gern im Elternbeirat oder in der "Projektgruppe digitaler Workflow". Aber die Krise der Liberalen hat ein derartiges Ausmaß, dass halbherzige Personalveränderungen nicht ausreichen.
Ein Kommentar
von Kurt Kister
Matthias Matussek attackiert den "Spiegel" im Kölner Domradio als "antikirchliches Kampfblatt". In Hamburg ist die Aufregung groß: Darf ein "Spiegel"-Mann dem eigenen Blatt indirekt "Kampagnenjournalismus" vorwerfen?
Von
Hans Leyendecker und Katharina Riehl
SPD, Grüne und FDP sprechen über ein Bündnis in Düsseldorf. Darüber, dass die zwei kleinen Parteien sich nicht ausstehen können, reden sie nicht.
Von
Bernd Dörries
Islamfeindlichkeit und der Wunsch nach einem "Führer": Sozialpsychologe Oliver Decker über wuchernde rechtsextreme Ansichten und unterschwelligen "Rassismus" bei Horst Seehofer.
Interview:
Oliver Das Gupta
Hildegard Hamm-Brücher, eine bedeutende Stimme der deutschen Politik und Ex-FDP-Mitglied, über die Entfremdung zwischen Regierenden und Regierten, überzogene Machtansprüche der Parteien, Westerwelles Fehler - und warum Demokratiepolitik von wichtigen Akteuren "nicht erwünscht" ist.
Interview:
Peter Lindner
Der Rückzug von FDP-Vize Pinkwart aus der Politik mag öffentlich wenig Aufsehen erregen - seine Partei trifft er trotzdem hart. Es steht nicht gut um die Liberalen.
Ein Kommentar von
Heribert Prantl
Westerwelle bläst sich auf - Merkel lässt die Luft raus: Eine Rüge der Kanzlerin an die Adresse des Möchtegern-Tabubrechers dürfte beim FDP-Chef unschöne Erinnerungen wecken.
Von
Nico Fried, Berlin