"Ich bedank' mich jeden Tag bei Vater Staat, dafür dass ich hier auf seine Kosten leben darf" - wegen dieser Zeilen stehen nun die Hartz-IV-Bezüge des Rappers Tapete zur Diskussion. Das Amt will eine Erklärung, denn die Einstellung des Künstlers passt so gar nicht zum "Fördern und Fordern"-Motto der Arbeitsagentur.
Interview:
Christoph Giesen
Das Risiko, als Arbeitsloser sofort ein Hartz-IV-Fall zu werden, steigt. Nach dem Willen von Rot-Grün sollen daher auch Kurzzeit-Beschäftigten künftig Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben. Für das Bundesarbeitsministerium ist das Thema allerdings "derzeit nicht Gegenstand von Regierungshandeln".
Von
Thomas Öchsner
Exklusiv
Die Wirtschaft boomt, aber den Langzeitarbeitslosen bringt das nichts. Nur knapp 15 Prozent von ihnen konnten 2011 in Jobs auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. In der Statistik tauchen viele trotzdem nicht auf.
Von
Thomas Öchsner
Die gute Nachricht ist: Die Kinderarmut nimmt hierzulande langsam ab. Doch die Analyse der Agentur für Arbeit mag über das Hauptproblem hinwegtäuschen. Noch immer ist das Risiko, arm zu werden, hoch, und fehlende Betreuungsplätze tun ein Übriges. Den Krippenausbau sollten Bund und Länder schleunigst vorantreiben.
Ein Kommentar von
Thomas Öchsner
Exklusiv
In Deutschland leben immer weniger arme Kinder: Nach einer Auswertung der Bundesagentur für Arbeit, die der SZ vorliegt, ist die Zahl der jungen Hartz-IV-Empfänger in der vergangenen fünf Jahren deutlich zurückgegangen. Kritiker warnen aber davor, das Ergebnis zu positiv zu bewerten.
Von
Thomas Öchsner
Noch in diesem Monat wird im Berliner Sozialgericht die 150.000. Hartz-IV-Klage eingehen, in mehr als jedem zweiten Fall bekommen die Kläger recht. Dabei könnten viele Fälle bereits vorher geklärt werden, sagt Sabine Schudoma, die Frau an der Spitze des größten deutschen Sozialgerichts. Das wäre für den Steuerzahler erheblich billiger.
Von
Thomas Öchsner, Berlin
Hat das reiche Deutschland tatsächlich die ärmsten Arbeitslosen? Ihr Risiko, in die Armut abzurutschen, ist jedenfalls laut einer Statistik mit 70 Prozent im EU-Vergleich besonders hoch. Experte Holger Bonin erklärt, warum diese Zahl nur auf den ersten Blick schockierend ist - und warum eine Anhebung der Grundsicherung das Problem nicht löst.
Interview:
Hannah Beitzer
Nichts zu spüren vom Wirtschaftswunderland: Wer in Deutschland seine Arbeit verliert, hat ein weit größeres Risiko, in Armut abzurutschen als Arbeitslose in anderen EU-Staaten.
Hartz-IV-Empfänger können sich im kommenden Jahr über mehr Geld in der Tasche freuen. Die Koalition sieht in ihrem Steuersenkungsgesetz eine Erhöhung des Regelsatzes um mindestens zehn Euro im Monat vor.
Mehr Jobs mitten in der Krise: 2011 waren in Deutschland im Schnitt weniger als drei Millionen Menschen arbeitslos. Niedriger war die Arbeitslosenquote zuletzt 1991. Auch der für die Jahreszeit übliche Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Dezember fällt geringer aus als in den Vorjahren.
Zu geringe Löhne, zu geringe Arbeitszeit: Eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit legt nahe, dass mehr und mehr Menschen nach dem Jobverlust sofort Arbeitlosengeld II statt ALG I beziehen. Wer ist davon betroffen? Und ist das Risiko tatsächlich gestiegen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Von
Hannah Beitzer
Exklusiv
Es sind alarmierende Zahlen: Jeder vierte Beschäftigte, der seinen Job verliert, ist sofort auf Hartz IV angewiesen. Der Grund: Immer mehr neu arbeitslos Gewordene bekommen kein oder zu wenig Geld aus der Arbeitslosenversicherung. Betroffen sind vor allem Geringqualifizierte - knapp ein Drittel war zuvor als Leiharbeiter tätig.
Von
Thomas Öchsner
Aufregung um die Ein-Euro-Jobs: Eigentlich sollen Hartz-IV-Empfänger nur Aufgaben übernehmen, die sonst niemand macht. Doch jetzt zeigt ein interner Prüfbericht des Bundesarbeitsministeriums, dass diese Jobs oftmals reguläre Arbeitsplätze ersetzen.
Von
Thomas Öchsner
Die Freude über Steuerrückerstattungen kann womöglich kurz ausfallen: Nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts dürfen sie auf Hartz-IV-Leistungen angerechnet werden.
Eine Münchner Hartz-IV-Empfängerin will einen höheren Zuschuss für ihre Miete. Seit Jahren prozessiert sie, das Gericht hat nun die Stadt in Zugzwang gebracht. In dem Einzelfall geht es nur um wenige Euro - doch die Auswirkung des Streits könnte Millionen kosten.
Von
Ekkehard Müller-Jentsch
Die umtriebige Sozialministerin von der Leyen freut sich über die steigende Zahl bewilligter Anträge beim Bildungspaket. Doch die sagt nichts über den Erfolg des Programms aus - denn der ist gering. Das Bildungspaket ist Teil einer Bürokratie für Bedürftige, die vor lauter Formblättern und Kennziffern den Kontakt zu den Menschen verliert.
Ein Kommentar von
Tanjev Schultz
"Wir sind aus den Kinderkrankheiten raus": Der Bildungspakt läuft seit einem halben Jahr - inzwischen erreiche man fast jedes zweite bedürftige Kind, sagt Sozialministerin von der Leyen. Sozialverbände und Lehrer üben nach wie vor Kritik. Sie sprechen von "Schaumschlägerei" und "Konstruktionsfehlern".
Von
Stefan Braun und Tanjev Schultz
In Dachau hat sich ein Chor gegründet, in dem Arbeitslose mit Menschen aus Wohlfahrt und Verwaltung singen. Ihr Name: hearts-4-people-singers.
Von
Matthias Pöls
Absurdes Deutschland: Wenn Hartz-IV-Empfänger in ihrem Badezimmer einen Boiler haben, bekommen sie einen Warmwasser-Zuschuss. Doch kurioserweise gibt es für Kinder weniger als für Erwachsene. Bei der Berechnung des Hartz-IV-Satzes führt das zu abenteuerlichen Konstellationen.
Von
Thomas Öchsner
Sechs Jahre ohne Job: 1,5 Millionen Menschen haben seit der Hartz-IV-Einführung keine Stelle gefunden. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet damit, dass der Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit immer schwieriger wird. Die Behörde spricht gar von einem harten Kern von Hartz-IV-Empfängern.
Von
Thomas Öchsner
Die 4,6 Millionen erwachsenen Hartz-IV-Empfänger in Deutschland erhalten von 2012 an zehn Euro mehr. Damit steigt der Satz auf 374 Euro. Neben der Mehrbelastung der Staatskasse von 570 Millionen Euro birgt noch ein weiteres Detail der Vereinbarung politischen Zündstoff.
Von
Thomas Öchsner
Der Wirtschaftsboom im vergangenen Jahr und Anfang 2011 zeigt Wirkung am Arbeitsmarkt. Rechnet man saisonale Einflüsse aus der Statistik heraus, ist die Zahl der Jobsuchenden weiter gesunken. Sorgen machen die Hartz-IV-Empfänger - ihr Anteil an den Erwerbslosen wird immer größer.
Ein Kommentar von
Thomas Öchsner