Der griechische Premier Giorgos Papandreou sucht verzweifelt nach Auswegen aus der Krise: An diesem Donnerstag will er sein Kabinett umbilden und anschließend im Parlament die Vertrauensfrage stellen. Am Vortag soll Papandreou sogar seinen Rücktritt angeboten haben zugunsten einer "Regierung der nationalen Einheit".
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Aus Protest gegen das drastische Sparpaket der Regierung steht in Griechenland das öffentliche Leben still: Die Gewerkschaften haben zu einem Generalstreik aufgerufen, die Demonstranten wollen die Zugänge zum Parlament blockieren. Athen steht unter massivem Druck: Es benötigt dringend die nächste Auszahlung aus dem Griechenland-Hilfspaket. Doch in Brüssel ist ein Krisentreffen der Euro-Finanzminister ohne Ergebnis zu Ende gegangen.
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Viele Experten, noch mehr Meinungen: Der Schuldenstaat Griechenland leidet - doch nicht nur die Hellenen selbst, auch die EZB und der deutsche Finanzminister sind sich uneins, wie geholfen werden soll. Dabei hängt ein ganzes Land am Tropf und braucht dringend Hilfe. Welcher Akteur setzt auf welche Behandlung?
Ein Überblick von Bastian Brinkmannmehr...
Auf die Konten von Tausenden längst verstorbener Griechen überweist die Rentenbehörde Geld. Griechenland will den Sozialbetrug unterbinden - und prüft auch mal nach, wie viele von den etwa 9000 über Hundertjährigen noch tatsächlich leben.
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Wegen seiner Flucht waren die Rentenzahlungen für den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Ratko Mladic seit 2005 eingefroren. Jetzt wurden seinem Sohn etwa 50.000 Euro für seinen Vater nachträglich ausgezahlt. Künftig wird der inhaftierte Ex-General wieder monatlich seine Pension erhalten.
Kurzmeldungen im Überblickmehr...
Einige EU-Länder fordern von Athen im Gegenzug für frisches Geld noch härtere Auflagen. Doch die Griechen wollen die neuen Sparmaßnahmen ihrer Regierung nicht hinnehmen und gehen erneut auf die Straßen. Auch einige Geberländer sind skeptisch.
Von C. Gammelin und M. Zydramehr...
Die sogenannte Troika aus EU, Währungsfonds und EZB will Griechenland mit einer erneuten Finanzspritze helfen - allerdings unter noch strengeren Auflagen als bisher. Anfang Juni könnte die nächste Tranche gezahlt werden.
Von Cerstin Gammelinmehr...
350 Millarden Euro Schulden, sieben Mal so viel wie die Staatseinahmen 2011: Im Grunde ist Griechenland längst pleite, solch horrende Summen wird keine Regierung zurückbezahlen können. Wenn das Land die Chance, die das neue Hilfspaket bietet, nicht nutzt, droht der innere Zerfall.
Ein Kommentar von Christiane Schlötzermehr...
Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker spricht vom Ausstieg des IWF aus den Krediten für Griechenland und schreckt damit die Märkte auf. Behielte er recht, müssten die Deutschen mehr zahlen.
Von Hans-Jürgen Jakobsmehr...
Wie schlimm steht es um Griechenland? Eine Aussage von Euro-Gruppen-Chef Juncker dürfte ein Hinweis darauf sein, dass die internationalen Prüfer mit den hellenischen Sparbemühungen unzufrieden sind. Jetzt ist auch noch der wichtige Krisengipfel in Athen geplatzt. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Von Johannes Aumüller und Bastian Brinkmannmehr...
Die Finanzreserven reichen nur noch bis Mitte Juli: Um die Auszahlung weiterer Notkredite zu sichern, hat die Regierung in Athen ein neues Sparpaket beschlossen. Damit die internationalen Geldgeber gütig gestimmt werden, sollen Postbank, Telekom, ein Glücksspielanbieter und sogar die Häfen von Athen und Thessaloniki privatisiert werden.
Von H. Einecke, M. Zydra und K. Strittmattermehr...
Griechenland ist dringend auf neue Finanzhilfen angewiesen. Doch die Geldgeber stellen Bedingungen, deshalb wird jetzt alles an Staatsbesitz verkauft, was sich irgendwie zu Geld machen lässt: Postbank, die staatliche Telefongesellschaft, die Mautrechte für die Autobahnen und sogar die zwei größten Häfen des Landes.
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Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat eine sechsmonatige Pause im Dialog mit der EU angekündigt - während der Ratspräsidentschaft der Republik Zypern 2012 will er die Beziehungen aussetzen. Einzige Hoffnung: Ein Fischessen.
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Barroso gegen die Bundesregierung - wer hat Recht? Nach dem Alarmruf des EU-Kommissionspräsidenten sind die Märkte aufgeregt, Deutschland reagiert genervt, doch die Europapolitiker bleiben hart. Währungskommissar Rehn weist jede Kritik zurück und beharrt darauf, den Rettungsschirm zu vergrößern.
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Der griechische Ministerpräsident Papandreou fordert die EU zu mutigen Entscheidungen auf, um das Land zu retten. Der Internationale Währungsfonds sieht Griechenland "auf Messers Schneide". Doch der Streit über die richtigen Maßnahmen tobt weiter. Bundesbankpräsident Jens Weidmann warnt vor einer Umschuldung: "Nichts würde die Anreize für eine solide Haushaltspolitik rascher und dauerhafter zerstören."
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Der Streit um einen EU-Sondergipfel zur Krise in Europa scheint entschieden: In der kommenden Woche soll nun doch über Griechenlands Hilfsersuchen entschieden werden - auf einem Sondergipfel.
Von Guido Bohsem und Martin Hessemehr...
In Athen und anderen europäischen Hauptstädten wird darüber nachgedacht, die griechischen Bürger in einem Volksentscheid über den Verbleib in der Euro-Zone abstimmen zu lassen. Für Verwirrung sorgt ein angeblicher Vorschlag von Bundeskanzlerin Merkel.
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Die Zahlen sind unglaublich: Allein 14.000 Griechen schulden ihrem Staat 36 Milliarden Euro. Ministerpräsident Papandreou kündigt an, private Steuerfahnder das Geld eintreiben zu lassen. Die eigenen Beamten hält er für überfordert.
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Die Frage nach einem Referendum schwirrt durch die Eurozone: Soll das griechichische Volk entscheiden, ob es den Euro behalten will? Mit allen Konsequenzen des Sparpakets. Europa sehnt sich nach einer eindeutigen Willensäußerung der Griechen. Die Chefs der großen Parteien sind dagegen. Sie hoffen auf einen Sieg bei der Parlamentswahl.
Von Cerstin Gammelinmehr...
Der griechische Finanzminister Venizelos will zurücktreten, sobald er zum Vorsitzenden der griechischen Sozialisten (Pasok) gewählt wird.
mehr...Politicker
Die Griechen sparen nicht genug. Sagt Europa. Die Griechen tun nichts als demonstrieren. Sagt Europa. Aber wissen wir wirklich, welche dramatischen Auswirkungen die Krise auf die Bevölkerung hat? Reise in ein Katastrophengebiet,
in dem Hunderttausende ihre Arbeit verlieren, Eltern ihre Kinder nicht mehr ernähren können und die gesamte Mittelschicht vor dem Untergang steht.
Von Alex Rühle und Kai Strittmatter, Athenmehr...
Sie sollen sparen, auch nach den anstehenden Wahlen: Die Politiker Griechenlands haben sich schriftlich verpflichtet, die Vorgaben der Euro-Finanzminister zu erfüllen. Jetzt hat auch der konservative Parteichef Antonis Samaras unterschrieben. Einen kleinen Teil will Griechenlands Präsident Papoulias zum Sparpaket beitragen: Er verzichtet auf sein Gehalt.
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Die Finanzminister sagen ihr Treffen ab, Wolfgang Schäuble attackiert die griechischen Konservativen: In Deutschland, Finnland und den Niederlanden wappnen sich die Mächtigen für das Schlimmste - einem Medienbericht zufolge nehmen sie inzwischen sogar eine Pleite Griechenlands in Kauf. Während Politiker in Athen noch um Einsparungen feilschen, läuft ihre Zeit ab.
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Die erste Hürde ist genommen: Die Regierung in Athen hat das umstrittene neue Sparpaket gebilligt, das Griechenland vor der drohenden Staatspleite retten soll. Das Kabinett machte damit den Weg für die Abstimmung im Parlament frei - eine zweite Hürde, die deutlich höher einzuschätzen ist, zumal der Chef der nationalistischen LAOS-Partei ankündigte, nicht für das Paket stimmen zu wollen. In Athen demonstrierten unterdessen Tausende gegen das Sparpaket - nicht alle blieben friedlich.
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