Die Kandidaten für das Rennen um das Amt des russischen Präsidenten stehen fest - unter ihnen eine Art Polit-Clown, der Chef der Kommunistischen Partei und einer, den die Russen als wankelmütig bezeichnen. Die drei Kandidaten im Kurzportrait.
Von
Jessica Schober
Mehr Geld für Rentner und kostenlose Flüge zur Fußball-EM: Wladimir Putin lockt mit Wahlgeschenken und macht Zugeständnisse - prompt steigen seine Umfragewerte, er könnte abermals Präsident werden. Zwar kann die russische Führung die kürzlichen Massenproteste nicht ignorieren. Doch Russlands Demokratie hat noch immer ihre eigenen Gesetze.
Von
Frank Nienhuysen
Hunderttausende Menschen protestierten gegen die Fälschungen bei der russischen Parlamentswahl im Dezember, jetzt soll es weitergehen: Die neu gegründete "Liga der Wähler" will verhindern, dass Putin im März wieder Staatschef wird - und erzielt bereits erste Erfolge.
Von
Frank Nienhuysen, Moskau
Denkzettel für den mächtigsten Mann des Landes: Putins Partei "Einiges Russland" wird bei der Wahl abgestraft und erreicht gerade noch die absolute Mehrheit. Wieso Putin dennoch Präsident werden wird und was das Ergebnis für Medwedjew bedeutet.
Die wichtigsten Fragen und Antworten. Von
Matthias Kolb
Meinung
Russland scheint aufzuwachen: Der Protest gegen den Staatsapparat wächst und findet auch in den bisher so zahmen Zeitungen ein Forum. Noch ignoriert das Machttandem Putin-Medwedjew die Stimmung. Doch Putin, der im März zum Präsidenten gewählt werden soll, wird auf die Signale des Widerstands hören müssen.
Ein Kommentar von
Frank Nienhuysen
Im Westen als Held verehrt, in Russland verachtet: Der Reformer Michail Gorbatschow. Vor 20 Jahren scheiterte ein Putsch gegen ihn, weil die Menschen sich die neuen Freiheiten nicht nehmen lassen wollten. Heute jedoch wünscht sich mehr als die Hälfte der Russen die UdSSR zurück - ein Symptom für die aktuelle Krise Russlands.
Von
Frank Nienhuysen
Die erste Schockwelle der Wikileaks-Enthüllungen hat den Globus erfasst. In manchen Ländern macht sich Erleichterung breit, andere fürchten ernste Konsequenzen. Von London bis Peking.
SZ-Korrespondenten
berichten.
Schon kurz nach der Wahl hat sich das russische Führungsduo auf dem Roten Platz gezeigt. Medwedjew sagt unter Beifall, er werde Putins Politik fortsetzen - der Noch-Präsident erklärt: "Russland ist eine Demokratie".
Der von Wladimir Putin ausgewählte und unterstützte Favorit Dmitrij Medwedjew hat erwartungsgemäß die Präsidentenwahl in Russland deutlich gewonnen. Nach Berichten des staatlichen Fernsehens erhielt der 42-Jährige etwa 70 Prozent der Stimmen.
Von
Sonja Zekri, Moskau
Nach acht Jahren tritt Wladimir Putin als russischer Präsident ab. Er wünscht sich Dmitrij Medwedjew als Nachfolger und die große Mehrheit der Russen hat ihm diesen Wunsch erfüllt. Impressionen des Wahltages.
Der von Präsident Putin favorisierte Dmitrij Medwedjew hat einen klaren Sieg errungen. Unabhängige Beobachter werfen den Wahlbehörden zahlreiche Manipulationen vor. Die Opposition spricht von einer "Farce" - Medwedjew sagte: "Eine neue Jahreszeit beginnt."
Von
Sonja Zekri, Moskau
Eine russische Nazi-Filmklamotte erhitzt die Gemüter - dabei ist "Gitler kaput!" nur ein wohltuend schmutziger kleiner Film mit einem koksenden Führer.
Von
Sonja Zekri
Die russische Politik wird seit fast acht Jahren von einem Mann bestimmt: Präsident Wladimir Putin. Daneben gibt es aber noch andere Gesichter. sueddeutsche.de präsentiert sowohl Unterstützer als auch Gegner.
Keine Überraschungen: Die Putin-Partei "Einiges Russland" hat wie erwartet die Duma-Wahl in Russland gewonnen. Im neuen Parlament wird sie mehr als zwei Drittel der Abgeordneten stellen. Die Opposition bezeichnete die Abstimmung als "unfrei und unfair" - die Kommunisten wollen die Wahl anfechten.
Von
Daniel Brössler, Moskau
Nach zwei Flugzeugabstürzen binnen weniger Minuten mit insgesamt 89 Toten ermitteln die Behörden auch wegen eines Anschlags. Fünf Tage vor der Präsidentenwahl in Tschetschenien wurde zwar von offizieller Seite die Möglichkeit von Terrorakten nicht intensiv erörtert. Doch deuten nach Einschätzung von Experten und Parlamentariern die Umstände der Abstürze auf Anschläge hin.
Neben allen anderen Rätseln um den Tod des Ex-KGB-Mannes gibt die Verbindung zum Multimillionär und Putin-Gegner Beresowskij nun reichen Stoff für Spekulationen.
Von
Wolfgang Koydl und Daniel Brössler
Er war ein Machtmensch und Macher: Seit Lenin hat kein anderer russischer Politiker das Riesenreich derart brutal von den Füßen auf den Kopf gestellt - und dabei unzählige politische und persönliche Krisen durchlebt.
Von
Tomas Avenarius und Daniel Brössler
Vielleicht wird Wladimir Putin seinen langjährigen Gefährten Medwedew auch nach dessen Umzug in den Kreml als loyalen Erfüllungsgehilfen behandeln. Doch der Noch-Präsident sollte nicht vergessen, dass auch ihm einst die Rolle als Marionette Jelzins zugedacht war. Funktioniert hat das nicht.
Von
Daniel Brössler
Bei der Parlamentswahl kann das Lager des Präsidenten mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit rechnen. Westliche Beobachter bezeichneten die Wahl als "frei, aber nicht fair".