Exklusiv
Nicht nur Kai Diekmann, sondern auch Springer-Chef Mathias Döpfner bekam einen Anruf von Christian Wulff. Das Ziel: die Berichterstattung der "Bild" zu verhindern. Selbst bei Verlegerin Friede Springer soll Wulff einem Medienbericht zufolge interveniert haben. Der Deutsche Journalistenverband verlangt eine Stellungnahme des Staatsoberhauptes, auch die Opposition erwartet ein klärendes Wort.
Von
Carolin Gasteiger und Oliver Das Gupta
"Viele äußerten sich negativ zu Wulffs Verhalten": Die Kritik am Bundespräsidenten wegen der versuchten Einflussnahme auf Journalisten in der Kredit-Affäre wächst - auch in der niedersächsischen CDU. FDP-Vize Holger Zastrow fordert, Christian Wulff müsse sich noch in dieser Woche erklären.
Lange war es die perfekte Symbiose: Wulff, der Strahlemann mit den blauen Augen - und die Springer-Presse, die großzügig mit Homestorys und Exklusivem aus dem Privatleben versorgt wurde. Doch plötzlich kühlte die Liebe ab.
Von
Silke Bigalke, Corinna Nohn und Jens Schneider
Richard, der Überragende, Heinrich, der Vielbelachte und Horst, der sich einfach von dannen machte: Das höchste politische Amt in Deutschland hatten die unterschiedlichsten Charakteren inne. Nicht immer haben sie es würdevoll ausgeübt. Eine kleine Geschichte der Bundespräsidenten
in
Bildern.
Vollmundig versprach Bundespräsident Wulff in seinem Fernsehinterview, "alles" im Internet veröffentlichen zu lassen - mehr als 400 Fragen und Antworten zu seiner Kreditaffäre und den Folgen. Jetzt widerruft sein Anwalt die Ankündigung und verweist auf seine Verschwiegenheitspflicht. Doch das Argument zieht nicht.
Von
Oliver Das Gupta
Es war einmal ein mächtiger Großverleger, der sich in sein Kindermädchen verliebte und es heiratete. Als er starb, erbte die Witwe sein Imperium und baute es in harten Machtkämpfen nach und nach aus.
Die Münchner Staatsanwaltschaft treibt ihre Ermittlungen gegen die Deutsche Bank und deren Chef Josef Ackermann voran: Die Verlegerin Friede Springer wurde bereits als Zeugin vernommen - nun soll auch Gerhard Schröder befragt werden. Ob der Ex-Kanzler aussagen muss, könnte von der Entscheidung Angela Merkels abhängen.
Von
Klaus Ott
Friede Springer hat ihre Führungsqualität im größten europäischen Verlagshaus bewiesen. Auch gegen Leo Kirch besaß sie den längeren Atem.
Von
Violetta Simon
Freundlich, aber nicht anbiedernd: Anders als Bundespräsident Wulff legt die Kanzlerin im Umgang mit Wirtschaftsführern meist Wert auf Unabhängigkeit. Merkel hat ein recht sicheres Gespür dafür, was mit dem politischen Anstand vereinbar ist.
Von
Nico Fried, Berlin
Kirch-Prozess ohne Kirch: Zu gern hätte Medienunternehmer Leo Kirch noch einen Sieg über Rolf Breuer, seinen Gegenspieler von der Deutschen Bank, davongetragen. Doch Kirch ist inzwischen tot. Bringt das die Prozessparteien näher zusammen?
Von
Hans von der Hagen
Große Konzerne wehren sich gegen eine gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote. Sie versuchen, ihr mit einer Selbstverpflichtung entgegenzuwirken. Aber reicht das? Oder bewirkt erst massiver Druck aus der Politik ein Umdenken in den männlich dominierten Chefetagen? Unsere Autoren sind da unterschiedlicher Meinung.
Pro und Contra von
Thomas Öchsner und Karl-Heinz Büschemann
Jürgen Richter leitete mehrere deutsche Verlage - bei seinem spektakulärsten Job führte er Springer in den neunziger Jahren wieder in rosige Zeiten. Nun wird Richter 70 Jahre alt.
Von
Hans-Jürgen Jakobs
Wende im Kirch-Prozess: Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Josef Ackermann, Rolf Breuer sowie zwei weitere frühere und aktuelle Topmanager der Deutschen Bank. Büros des Geldhauses sowie die Privatwohnung und das Feriendomizil eines Managers wurden bereits durchsucht. Es geht um Falschaussagen und teils um versuchten Prozessbetrug. Die Anwälte des Bankhauses kontern.
Rolf Breuer, Leo Kirch, Josef Ackermann - und jetzt Gerhard Schröder: Im Prozess Kirch gegen die Deutsche Bank lädt der Vorsitzende Richter Guido Kotschy viel Prominenz. Doch wird Schröder wirklich kommen?
Springer verrät das Gehalt von Vorstandschef Döpfner eigentlich nicht. Doch nach SZ-Informationen erhält er höhere Bezüge als der bestbezahlte Boss eines Dax-Konzerns. Das ganz große Geschäft macht er aber mit Springer-Aktien.
Von
Hans-Jürgen Jakobs
Kachelmann ist frei, doch die Debatte reißt nicht ab. Unionspolitiker fordern, die Berichterstattung bei Vergewaltigungsprozessen einzuschränken. Auch der Moderator hat sich nun erstmals zu Wort gemeldet - via Twitter greift er einzelne Medien an.
Bilder
Mit den Rechten am Filmklassiker "La Strada" begann die Karriere von Leo Kirch - später stieg er zu einem der mächtigsten Medienmänner der Republik auf. Das Leben des schillernden Unternehmers und Kohl-Freundes
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Bildern.
Moderator Jörg Kachelmann warnt im Internet vor Hagelkörnern, stellt Paparazzi bloß und beschimpft deutsche Verleger. Nachdem er während seines Vergewaltigungsprozesses eher durch Verschwiegenheit auffiel, hat der Wettermann offenbar seine Strategie geändert.
Von
Martin Zips
Jeder wollte ein Stück vom Kuchen: Um das Erbe des Verlegers Axel Cäsar Springer wurde lange gestritten, Testamente in Frage gestellt. Am Ende siegte seine Witwe Friede.
Von
Caspar Busse
Nicht nur aktive Polit-Profis entscheiden am 30. Juni darüber, wer der neue Bundespräsident wird. Unter den 1244 Wahlleuten sind auch Prominente aus Sport und Film - neben einigen Politik-Urgesteinen.
Die Kanzlerin kämpft mit Rückschlägen und widerspenstigen Koalitionären. Ihr Job wäre es, damit klarzukommen - doch die Grundprinzipien guter Führung lässt sie vermissen. Eine Analyse.