Schlechtreden der Mediziner, Abschaffung der ärztlichen Freiberuflichkeit, Errichtung eines "Kassenstaats": Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Montgomery, wirft den Krankenkassen eine Verleumdungskampagne vor. Außerdem bezeichnet er die rot-grünen Pläne einer einheitlichen Bürgerversicherung als "Mogelpackung".
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Meinung
So viel Einigkeit zwischen Politik und Ärzteschaft war selten: Das Horrorgemälde der Bürgerversicherung schweißt Ärzte und schwarz-gelbe Koalition zusammen. Das kann man den Medizinern nicht einmal übel nehmen. Doch hilft es nichts: Es wird in Deutschland über kurz oder lang nur noch ein Versicherungssystem geben.
Ein Kommentar von Guido Bohsemmehr...
Wer als Arzt Krankenakten manipuliert, um Patienten schneller zu einem Organ zu verhelfen, muss künftig mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Darauf haben sich die Fraktionen im Bundestag geeinigt. Das Gesundheitsministerium erhält zudem künftig Mitsprache bei den Kriterien für die Verteilung von Spendeorganen. Ärztevertreter sind nicht begeistert.
Von Christina Berndt, Berlinmehr...
Exklusiv
Ärzte, die sich von Pharmafirmen bestechen lassen - das soll in Zukunft strafbar sein. Der Bundesrat will offenbar einen eigenen Gesetzesentwurf zur Bekämpfung von Korruption im medizinischen Bereich vorlegen. Die Vorlage der rot-grün regierten Länder kommt aus Hamburg - und tritt in direkte Konkurrenz zur Version der schwarz-gelben Koalition.
Von Guido Bohsem, Berlinmehr...
Exklusiv
Sie wollten 30 Prozent mehr Honorar: Gesundheitsminister Bahr erteilt den Forderungen der Ärzte eine Absage. Private Krankenversicherer und Ärzteschaft hätten sich über eine Erneuerung der ärztlichen Gebührenordnung nicht verständigen können. Für das kommende Jahr kündigt Bahr eine Überprüfung des Beitragssatzes zur gesetzlichen Krankenversicherung an.
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Der Präsident der Bundesärztekammer verschärft seine Kritik an den Zuständen im Klinikum rechts der Isar. Das Klinikum habe nicht alle Auffälligkeiten bei der Vergabe von Spenderorganen selbst gemeldet, sagt Frank Ulrich Montgomery.
Von Christina Berndtmehr...
Exklusiv
Unnötige Operationen und schlechte Behandlungsqualität: Chirurgen-Präsident Jauch gibt der starken Ökonomisierung der Medizin und falschen finanziellen Anreizen eine Mitschuld für die jüngsten Transplantations-Skandale. Die Medizin müsse weg vom Kommerz - und mehr Verantwortlichkeit lernen.
Von Christina Berndt und Nina von Hardenbergmehr...
Was tun gegen den Kampf um Spenderorgane? Nach Ansicht von Patientenschützern sollte die Zahl der Transplantationszentren in Deutschland halbiert werden. So ließen sich "falsche ökonomische Anreize" vermeiden. Auch Ärztepräsident Montgomery ist für eine Reduzierung der Zentren.
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Die Ärzteschaft sorgt sich wegen korrupter Kollegen in den eigenen Reihen um ihr Ansehen: Fast 1000 Ermittlungsverfahren wurden Ärztepräsident Montgomery zufolge in den vergangenen Jahren eingeleitet. Er fordert im Gespräch mit dem "Spiegel" mehr Ermittlungsrechte.
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Die Prüfer kommen regelmäßig, doch die Transplantationskliniken wissen nicht, wann. Mit solchen Maßnahmen will die Bundesärztekammer das Vertrauen in das System wiederherstellen. Zehn Zentren für Lebertransplantationen haben die Kontrolleure bereits besucht.
Von Christina Berndt und Nina von Hardenbergmehr...
In Deutschland gibt es 140 Transplantationsprogramme. Einigen Experten sind das zu viele. Nach den Spenderleber-Skandalen fordern sie, Organverpflanzungen zur besseren Kontrolle auf wenige Großkliniken zu beschränken. Doch für Patienten, die oft monatelang auf Behandlung angewiesenen sind, könnte das beschwerlich werden.
Von Nina von Hardenbergmehr...
Bestechliche Ärzte stärker als bisher zur Rechenschaft ziehen - das fordern die Krankenkassen. Gesundheitsminister Bahr prüft jetzt ein entsprechendes Gesetz, denn bisher können zumindest freiberufliche Ärzte wegen Korruption nicht strafrechtlich belangt werden.
Nina von Hardenbergmehr...
Waren die Auffälligkeiten bei der Transplantation von Lebern am Klinikum rechts der Isar nur ein Versehen? Offenbar nicht. Denn nach SZ-Informationen könnten Laborwerte von Patienten vorsätzlich manipuliert worden sein.
Von Christina Berndtmehr...
Warum wurden die Organ-Tricksereien nicht schon viel eher aufgeklärt? Nirgends sind die Regeln so verworren wie in Deutschland. Gleich mehrere Institutionen und Kommissionen haben die Aufsicht über die Transplantationsmedizin. Doch die Verantwortung für den Organspende-Skandal scheint niemand zu übernehmen.
Von Charlotte Frank und Guido Bohsemmehr...
Im Klinikum rechts der Isar gibt es weitere Ungereimtheiten bei Lebertransplantationen: Trotz Metastasen hatten zwei Krebspatienten eine Leber erhalten - und die Organvermittlungsstelle widerspricht in den beiden Fällen jetzt der Darstellung des Klinikums.
Von Christina Berndtmehr...
"Mit aller Härte": Gesundheitsminister Bahr will gegen kriminelle Tricks bei der Vergabe von Organen vorgehen. Konsequenzen aus dem Organspende-Skandal will er nach der Sommerpause beraten - und sucht den Schulterschluss mit der Opposition.
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Transplantations-Spezialisten sollen künftig stärker kontrolliert werden. Als Konsequenz aus den Organspende-Skandalen in Regensburg und Göttingen fordert Ärztepräsident Montgomery außerdem härtere Strafen für betrügende Mediziner. An dem umstrittenen beschleunigten Verfahren bei der Organvergabe soll aber festgehalten werden.
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Wenn Herzen und Lebern nicht über die Warteliste vermittelt werden, kann das völlig korrekt sein. Doch diese Praxis hat stark zugenommen. Die Opposition hält das System für manipulationsanfällig, der Präsident der Bundesärztekammer ist irritiert.
Von Nina von Hardenberg und Christina Berndtmehr...
Ein neues Gesetz soll gewerbsmäßige Sterbehilfe unter Strafe stellen. Ein Passus über die Rolle der Ärzte empört die Mediziner. Doch das Justizministerium spricht von einem Missverständnis.
Von Nina von Hardenberg und Wolfgang Janischmehr...
Nach dem Urteil des Kölner Landgerichts zu Beschneidungen fordern die Grünen-Politiker Künast und Beck Rechtssicherheit für Juden und Muslime.
mehr...Politicker
Wurde am Klinikum rechts der Isar bei Transplantationen getrickst? An dem Münchner Krankenhaus hat man diesen Verdacht anfangs empört zurückgewiesen - doch nun gerät auch der Ärztliche Direktor unter Druck. Eine Chronik der Ereignisse.
Von Christina Berndtmehr...
Göttingen, Regensburg - und nun München? Auch im Klinikum rechts der Isar habe es "Auffälligkeiten" bei der Vergabe von Spenderorganen gegeben, erklärt Ärztepräsident Montgomery. Die Prüfung läuft noch und trotzdem fährt Montgomery die erste Attacke: gegen die bayerische Staatsregierung.
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Nach den Skandalen in Göttingen und Regensburg gerät nun München in die Schlagzeilen: Auch im Klinikum rechts der Isar hat es Auffälligkeiten bei der Vergabe von Spenderorganen gegeben. Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Wissenschaftsministerium lässt sich der Verdacht auf Manipulationen jedoch bislang nicht erhärten.
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Nach den geplatzten Verhandlungen mit den Krankenkassen spricht Frank Ulrich Montgomery von "Folterinstrumenten" und setzt auf Eskalation. Die Kassen betrieben ein "Kartell der Verantwortungslosigkeit, das endlich gebrochen werden muss", sagt der Ärztekammerpräsident. Und stellt die Grundsatzfrage.
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