Ego-Archäologen sind jene Menschen, die sich nicht von Dingen trennen können. Denn sie brauchen die drei uralten Sakkos im Kleiderschrank oder die blauen Karl-Marx-Dinger im Bücherregal, um ihr Leben zu rekonstruieren. An dessen Details erinnert man sich schließlich mit zunehmendem Alter nicht mehr so recht, weil man die eigenen Erzählungen für wirklich Geschehenes hält.
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Obwohl Jürgen Klinsmann nicht im Krieg, sondern nur beim FC Bayern war, schwadroniert er über "den Amerikaner" so wie der Geschichtslehrer früher über "den Russen". Dabei dachten man, die verbale Einteilung von Menschen in Gruppen mit phänotypischen Eigenschaften sei abgelegt worden.
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Der Sommer geht zu Ende. Man hat wieder Zeit zum Nachdenken. Da bemerkt man, wie unterschiedlich die Menschen ticken. Mofas oder rote Hosen können den Lauf der Dinge aber nicht aufhalten.
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Briefe von der Front wirken wie Nachrichten von einem Ort, den es nicht mehr gibt, vielleicht nicht mehr geben sollte. Doch die Wahrheit ist: Seit Jahren sind deutsche Soldaten in Auslandseinsaätzen und verschicken täglich Feldpost. Es ist Zeit für eine Antwort.
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Mit dem Fahrstuhl geht es meistens schneller abwärts als mit dem Rest des Abendlands. Trotzdem können einen im Aufzug schon mal Zweifel packen, ob wir nicht im Rom des Jahres 1527 leben, wegen der Hosen der Mitfahrer.
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In Meck-Pomm haben irgendwelche Mitglieder der Linkspartei die Meinung geäußert, der Mauerbau vor 50 Jahren sei gewissermaßen alternativlos gewesen. Das Sumpfkopfwesen ist aber auch anderswo recht weit verbreitet. Und vielleicht ist man denen vor Jahr und Tag schon einmal begegnet.
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Würde Kaiser Wilhelm II. noch leben, er wäre vielleicht zusammen mit Heiner Geißler Bahnhofsschlichter. Nun ist Wilhelm II. aber schon tot und sowieso nimmt die Zahl der Könige rapide ab. Doch sie sind nicht die einzige Spezies, die vom Aussterben bedroht ist.
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Sie singen so, wie man sich immer zu leben gefürchtet hat. Arte zeigte einen anrührenden Film über Janis Joplin, über den man niemals so lange nachgedacht hätte - wäre da nicht Amy Winehouse gestorben.
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Die neue SDP-Troika: Steinbrück, Steinmeier und Gabriel sind jetzt gewissermaßen Onkel, Schwager und unheiliger Geist der Partei. Wobei einer von ihnen sich so nachhaltig von der SPD distanziert, dass ihr wohl nichts anderes übrigbleiben wird, als ihn zum Kanzlerkandidaten zu machen.
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Aus dem Monument Valley wird über die Lebenssituation der Touristenabzock-Navajos getwittert und das Genre Western ist dabei, sich von der Menschheit zu verabschieden. Doch der wilde Westen darf nicht sterben.
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Wegen der Digitalfotografiererei sieht man überall auf der Welt Menschen am langen Arm eine Verpixelungsmaschine halten und ihre Umgebung über einen kleinen Bildschirm wahrnehmen. Ihre Bilder laden sie dann auf einen Computer, wo sie unangeschaut wohnen bleiben. Es sei denn, diese Menschen fotografieren sich selbst.
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Junikäfer sind auf Bäumen heimisch und hin und wieder sollen sie sich gar an Menschen festklammern, die sie für Bäume halten. Dabei können die Junikäfer von den Menschen eigentlich wenig lernen, diese aber von den schwirrenden braunen Tieren schon.
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Egal ob Lyrik oder Prosa, zur Dichtkunst gehören Stift und Papier, so wie zur Erotik nicht Unterhosen, sondern Dessous gehören. Trotzdem gibt es überall die elenden Tastaturen, die an Computern, auf Mobiltelefonen und in digitalen Denkbrettern wohnen. Doch die Poeten wissen sich zu helfen.
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Was in Berlin der Natur, also dem Tiergarten, am nächsten liegt, ist das Kanzleramt. Es ist daher nicht ungewöhnlich, wenn einem dort ein Fuchs begegnet. Ungewöhnlicher wäre, wenn Angela Merkel glanzäugig einen Waschbären kraulen würde.
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Im neuen Buch von Alexander Kluge wird der Leser mit dem Kern des Politischen geradezu beworfen. Und zwar, weil es auch von Napeoleon in Ägypten oder vom Bauch des Walfischs handelt.
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Neulich bei einem Konzert: Die Mutter wird von der Musik mitgerissen, tanzt sichtbar glücklich. Ihr Sohn ist sichtbar unglücklich. So ist das mit den Teenagern: Wehe, man tut unter anderen Leuten so, als sei man selbst noch jung oder gar witzig.
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Besonders schwer trifft es einen, wenn man nicht zu den Menschen gehört, die so sein wollen wie andere Menschen, und es trotzdem sein muss. Zum Beispiel im Urlaub. Oder in der Kantine.
Die Wochenend-Kolumne von
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Die CSU ist jetzt gegen Kernkraft, Stoiber für Entbürokratisierung zuständig und BMW gibt vor, über Ökologie nachzudenken. Kann es sein, dass wir da irgendwas verschlafen haben?
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Im modernen Leben gibt es kaum Schlimmeres als für einen Zauderer gehalten zu werden: Geschäftsführer wollen Verträge schnell kündigen und Bereichschefs fix zum Segeln gehen. Nachdenken ist keine erwünschte Führungseigenschaft mehr.
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Da ist man zu Gast bei einem der ganz großen Abende der jüngeren Musikgeschichte - und merkt es nicht, weil man nur Scheppern hört. Mit der Kunst und der Kritik ist das so eine Sache.
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Meinung
Man weiß nicht genau, wann das Zeitalter von Stil und Höflichkeit zu Ende ging. Vielleicht waren jene schuld, die eine Einladung ins Restaurant als Stalking betrachten. In jedem Fall hat das Mobiltelefon den Grad der Zivilisierung erheblich herabgesetzt.
Ein Kommentar von
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Ostern ist auch für Ungläubige immer ein arbeitnehmerfreundliches Fest gewesen, weil der Herr am Karfreitag starb und die Auferstehung sich bis zum Montag hinzog. Ein langes Wochenende also - doch das muss kein Segen sein.
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Mit dem Fernsehen ist das so eine Sache. Entweder gerät man in amerikanische Serien, in denen nach Geschlecht und Rasse ausgesuchte Detektivteams Gewaltverbrechen aufklären. Oder man sieht sonderbaren Menschen beim Essen zu.
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Junge Männer bauen die meisten Autounfälle, denken dauernd an Geschlechtsverkehr und begeistern sich für seltsame Weltanschauungen. Nun führen sie auch die FDP an - doch bei Philipp Rösler ist alles anders.
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Als Journalist, zumal als einseitiger Hetzkampagnenschreiber, wird man immer wieder mit unerbittlichen Kritikern konfrontiert. Man hat's nicht leicht im Leben.
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