Zwischenfall an der Straßenblockade: Zwei deutsche Kfor-Soldaten sind bei einer neuen Machtprobe zwischen Serben und der Schutztruppe im Kosovo durch Schüsse getroffen worden. Dutzende weitere Soldaten und Zivilisten wurden ebenfalls verletzt. Serbiens Präsident Tadic verlangt das sofortige Ende der Gewalt, doch beide Seiten stehen sich unversöhnlich gegenüber.
Die EU ist derzeit nicht bereit, Serbien den Kandidatenstatus zu verleihen - Staatschef Tadic sollte das nicht wundern: Er hat das Pokerspiel um die Kontrolle des nördlichen Kosovos zu weit getrieben und die Nachkriegsordnung auf dem Balkan in Frage gestellt. Serbien steht sich auf dem Weg nach Brüssel selbst im Weg.
Ein Kommentar von
Enver Robelli
Jonglei ist eine der ärmsten Regionen im jungen Staat Südsudan. Beim Kampf zwischen zwei rivalisierenden Stämmen sind jetzt mehrere Hundert Menschen getötet worden - Hunderttausende sind auf der Flucht.
Kurzmeldungen
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Das nächste arabische Volk begehrt gegen seinen Herrscher auf: Tausende Marokkaner gehen im ganzen Land auf die Straße und kündigen an, die bevorstehenden Wahlen zu boykottieren. König Mohammed VI. hatte sich zwar bereit erklärt, seine Macht zu begrenzen - die Opposition vermutet aber Betrug.
Meldungen im Überblick
Nach 16 Jahren Flucht ist Ratko Mladic gefasst, jetzt soll er so schnell wie möglich an das UN-Kriegsverbrechertribunal ausgeliefert werden. Der Chefankläger ist endlich zufrieden mit der serbischen Regierung, lobende Worte kommen auch aus Deutschland. Mit Mladics Festnahme könnte der EU-Beitritt Serbiens näher rücken.
In letzter Minute gelingt den Löwen ein Erfolg bei Union Berlin, Borussia Dortmund muss ohne Stammkeeper beim FC Bayern antreten, Maria Riesch siegt in der Super-Kombination, Nürnbergs Schieber fällt sechs Wochen aus. Sport kompakt
Im Dorf, in dem er gefunden wurde, gilt Ratko Mladic als Held. Nicht einmal für viel Geld hätten sie den mutmaßlichen Kriegsverbrecher an die Polizei ausgeliefert, sagen Einwohner. Eine Bürgerinitiative will nun am liebsten den ganzen Ort nach ihm benennen - während der Cousin des "Schlächters von Srebrenica" so tut, als wäre nichts passiert.
Von
Enver Robelli, Lazarevo
Nach den jüngsten Zusammenstößen im Kosovo-Konflikt haben die Serben ein Kräftemessen mit der Schutztruppe Kfor für sich entschieden. Kfor-Soldaten zogen sich zurück, obwohl ihr Ultimatum zur Auflösung von serbischen Straßensperren ergebnislos verstrichen war.
Sie kamen mit Äxten und Molotowcocktails: Angehörige der serbischen Minderheit im Kosovo haben einen Grenzübergang nach Serbien verwüstet. Kosovo-Regierungschef Thaçi beschuldigt Belgrad, hinter den Angriffen zu stecken. Der Streit um die Einfuhr serbischer Waren eskaliert, die Kfor-Truppe greift ein.
Jede Epoche hat ihren Erzschurken, und noch vor Hussein, Gaddafi und vielleicht bald Assad war es der serbische General Ratko Mladic. Jetzt ist er gefasst und wird wegen Kriegsverbrechen vor Gericht gestellt. Doch aus dem Grauen von Bosnien wurde auch etwas Gutes geboren: humanitäre Interventionen. Denn die wichtigste Lehre aus Srebrenica lautet: Massenmorde müssen gestoppt werden - auch wenn sich Deutschland gerne heraushalten würde.
Ein Kommentar von
Peter Münch
Exportschlager Erinnerungskultur: Sind Völkermord und Diktatur zu bewältigen, werden oft die Deutschen konsultiert. Die haben vor allem symbolische Gesten wie den Kniefall Willy Brandts in Warschau oder pragmatische Institutionen wie die Stasi-Unterlagenbehörde zu bieten.
Von
Cornelius Wüllenkemper
In Serbien ist der meistgesuchte Kriegsverbrecher Europas festgenommen worden. Präsident Boris Tadic bestätigte die Verhaftung des ehemaligen Generals Ratko Mladic. Er ist in Den Haag wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Kriegs angeklagt.
Ratko Mladic genoss gerne die frische Landluft: Bis zu seiner Festnahme soll sich der ehemalige General in einem nordserbischen Dorf bei einem Cousin versteckt haben - einige Nachbarn wussten wohl, wer er ist. Von der erfolgreichen Kommandoaktion profitiert vor allem Präsident Boris Tadic.
Von
Enver Robelli
Viele Jahre haben die serbischen Sicherheitsbehörden die Suche nach Ratko Mladic torpediert. Dass sie jetzt auf einmal kooperativ waren, könnte mit einem ganz konkreten Datum in diesem Jahr zu tun haben. Dennoch warnen in Europa manche Diplomaten davor, das Tor für Serbien nach der Verhaftung allzuweit aufzumachen.
Von
Martin Winter, Brüssel
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Ratko Mladic wird für das Massaker in Srebrenica verantwortlich gemacht. Nun ist er nach jahrelanger Flucht in Serbien verhaftet worden. Seine Festnahme galt stets als Vorraussetzung für einen EU-Beitritt Serbiens.
Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat zum ersten Mal seit fünf Jahren Hilfslieferungen nach Mogadischu geflogen. Am Montagnachmittag landete eine Maschine mit 31 Tonnen Gütern auf dem Flughafen der somalischen Hauptstadt.
Meldungen im
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Europas meistgesuchter mutmaßlicher Kriegsverbrecher Ratko Mladic ist gefasst - jetzt soll die Justiz die Aufarbeitung seines Falls übernehmen. Doch bereits die erste Anhörung musste unterbrochen werden, der ehemalige General präsentierte sich als gebrechlicher, alter Mann, der sich kaum verständlich machen kann. Die serbische Staatsanwaltschaft spricht von Taktik.
Ratko Mladic ist für den Tod Tausender Menschen verantwortlich, doch in seiner Heimat verehren ihn viele als Nationalhelden. Nach seiner Verhaftung kam es zu Protesten von zumeist jungen Serben. Doch die befürchteten schweren Krawalle blieben bislang aus.
Als vor drei Jahren Radovan Karadzic verhaftet wurde, stand Belgrad nach Massenprotesten in Flammen. Ultra-Nationalisten prügelten auf Polizisten ein. Ratko Mladic wird noch mehr verehrt. Doch große Proteste bleiben nach dessen Festnahme aus - bislang. Der bekannte serbische Journalist Bosko Jaksic glaubt, dass sich seine Landsleute verändert haben. Und warnt.
Von
Sebastian Gierke
Mussten zwei Soldaten sterben, weil sie 2004 den flüchtigen Ratko Mladic sahen? Serbische Anwälte hoffen bei der Aufklärung der Morde auf die Mithilfe des verhafteten Ex-Generals. Der muss sich in Den Haag vor einem deutschen Richter verantworten.
Ratko Mladic werden schwerste Verbrechen während des Bosnienkrieges zur Last gelegt. Doch der der serbische Ex-General bestreitet die Vorwürfe. Sein Verteidiger will gegen eine Auslieferung an das UN-Tribunal in Den Haag Berufung einlegen - Mladic sei für einen Prozess zu krank.
Nach seiner Auslieferung an das UN-Tribunal hat Ratko Mladic die Nacht in einem Gefängnis in Den Haag verbracht. Am Freitag muss der mutmaßliche Kriegsverbrecher erstmals vor das UN-Tribunal treten.
Das Ende einer jahrelangen Flucht: Goran Hadzic, der frühere Präsident der serbischen Minderheit in Kroatien, ist von serbischen Behörden festgenommen worden. Das bestätigte der serbische Präsident Boris Tadic. Hadzic ist der letzte vom UN-Tribunal in Den Haag gesuchte mutmaßliche Kriegsverbrecher.
Zehntausende Zivilisten wurden Anfang der neunziger Jahre von serbischen Nationalisten aus ihrer kroatischen Heimat vertrieben, Hunderte wurden misshandelt, gefoltert, massakriert. Goran Hadzic soll für diese Taten mitverantwortlich sein. Mit ihm wurde der letzte Angeklagte des UN-Tribunals in Den Haag endlich gefasst.
Von
Markus C. Schulte von Drach