Hass, gezielte Gewalt und eine erschreckende Bilanz: 2009 gab es weltweit die meisten antisemitischen Vorfälle seit dem Zweiten Weltkrieg. Ein Grund: der Gaza-Krieg.
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Peter Münch, Tel Avivmehr...
Negativer Höhepunkt einer Reihe von Vorfällen: Auf einem Transparent mit der Aufschrift "Juden" war der Buchstabe "D" stilistisch dem "D" aus dem Dynamo-Dresden-Wappen nachempfunden war.
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Javier Cáceresmehr...
Der schwere Angriff auf einen Rabbiner ist vermutlich antisemitisch motiviert gewesen. Die Polizei sucht mit Hilfe eines Phantombilds nach dem Täter.
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Kritik an Günter Grass, Kritik an der israelischen Regierung für ihren Einreisebann: Nahezu einmütig halten die Kommentatoren deutscher Medien die Reaktion Jerusalems auf das Grass-Gedicht für überzogen. Doch auch der Literaturnobelpreisträger bekommt erneut sein Fett weg.
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Eine Größe des literarischen Nachkriegsdeutschland liest der anderen die Leviten: Der Kritiker Marcel Reich-Ranicki attackiert den Schriftsteller Günter Grass wegen dessen israelkritischen Gedichts. Grass stelle die Welt auf den Kopf, wenn er Israel im Streit mit Iran zum Agressor erkläre. Das sei ein Schlag gegen alle Juden. Auch Außenminister Westerwelle schaltet sich in die Debatte ein. Er wirft Grass vor, die Gefahr aus Iran zu verharmlosen.
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Ein israelischer Regierungsmitarbeiter hat dem britischen Sender BBC wegen eines Berichts über geheime Atomwaffen antisemitische Hetze im Stil der NS-Zeitung "Der Stürmer" vorgeworfen.
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Der Dichter wehrt sich: Am Tag nach der Veröffentlichung seines Israel-kritischen Gedichts in der SZ meldet sich Günter Grass in Interviews zu Wort, versucht seine Thesen zu untermauern und attackiert all jene, die ihm widersprochen haben. Besonders vehement prangert der Nobelpreisträger dabei eine "Gleichschaltung der Meinung" in Deutschland an.
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Für Micha Brumlik, Ex-Direktor des Fritz-Bauer-Instituts, hat Günter Grass in seinem umstrittenen Israel-Gedicht antisemitische Formulierungen benutzt. Für besonders skandalös hält Brumlik die Unterstellung, dass Israel das iranische Volk auslöschen möchte. Ein Gespräch über Ängste im Nahen Osten - ob und wie Deutsche Kritik an Israel üben dürfen.
Interview:
Lars Langenaumehr...
Die Opfer sind noch nicht bestattet, da debattiert das politische Paris bereits über die Frage, wie sich die Anschlagsserie im Raum Toulouse auf die Präsidentschaftswahl in vier Wochen auswirken wird. Und auch wenn die meisten Kandidaten ihren Wahlkampf offiziell unterbrochen haben, geht das Werben um die Wählergunst inoffiziell weiter - mit einem deutlichen Vorteil für Sarkozy.
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Stefan Ulrichmehr...
Er bricht sein Schweigen: Zunächst ließ Günter Grass keinen Ton zu den Kommentaren verlauten, die sein Israel-Gedicht "Was gesagt werden muss" ausgelöst hatte. Nun meldet sich der Schriftsteller zu Wort und legt sogar nach: Die Diskussion um ihn trage Züge einer Kampagne, sei "verletzend" und in Teilen der "demokratischen Presse nicht würdig."
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Jan Tomasz Gross erzürnt konservative Polen: In seinem Buch "Angst" schildert der aus Warschau stammende Soziologe den polnischen Antisemitismus der Nachkriegszeit. Der Skandal scheint programmiert.
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Thomas Urbanmehr...
Frankreichs Regierung ist empört über die Aufforderung des israelischen Ministerpräsidenten an die französischen Juden, nach Israel auszuwandern. Statt der von Paris geforderten Erklärung kam aus Scharons Büro erneut der Vorwurf, es gebe in Frankreich Antisemitismus.
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"Ziehen Sie so schnell wie möglich nach Israel - das sage ich Juden überall auf der Welt. Aber in Frankreich ist es ein Muss", sagte Scharon unter Verweis auf den wachsenden Antisemitismus in Frankreich. Das Pariser Außenministerium und jüdische Vertreter in Frankreich wiesen Scharons Appell entschieden zurück.
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Mit seinem Gedicht "Was gesagt werden muss" hat Günter Grass für teils extrem aufgebrachte Reaktionen gesorgt. Die Debatte um seine Israel-Kritik geht längst über Deutschland hinaus. Ein Blick in die internationale Presse.
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Das Gedicht von Günter Grass löst auch drei Tage nach seiner Veröffentlichung wütende Reaktionen aus. Schriftsteller Rolf Hochhuth schreibt in einem offenen Brief, dass Grass geblieben sei, was er freiwillig geworden war: ein SS-Mann. Zustimmung erhält der Nobelpreisträger aus Iran.
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In Israel ist die Entrüstung über Grass zwar groß, doch das gute Verhältnis Merkels zu Jerusalem wird dadurch nicht beschädigt. Die Kanzlerin hat schon vor vier Jahren in absoluter Klarheit Solidarität bekundet - auch in Sachen Iran. Und Israel braucht Deutschland als einen der wenigen verbliebenen wohlwollenden Partner.
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Daniel Brösslermehr...
Hohe Vertreter französischer Muslime und Juden sind sich einig: Die Schandtat eines Einzelnen dürfe die Beziehung zwischen den Religionen nicht belasten. Ohnehin lehnt die Mehrzahl der Muslime in Frankreich den gewalttätigen Fundamentalismus ab. Nur Träumer können allerdings ignorieren, welche Probleme in den Vorstädten mit den afrikanischen Einwanderern herrschen.
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Rudolph Chimellimehr...
Das israelkritische Gedicht von Günter Grass sorgt weiterhin für heftige Diskussionen. Liedermacher Wolf Biermann hält die "stümperhafte Prosa" für eine "literarische Todsünde". Außenminister Westerwelle wirft dem Schriftsteller vor, die Gefahr aus Iran zu verharmlosen und sich der Realität zu verweigern.
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Der deutsch-französische Publizist Alfred Grosser, Sohn jüdischer Eltern, stellt sich in der Debatte um die Äußerungen von Günter Grass auf die Seite des Schriftstellers. Ein Gespräch über den Verlauf der Diskussion in Deutschland und Frankreich, über Kritik an Israel und "jüdischen Selbsthass".
Interview:
Cornelius Pollmermehr...
Lagergemeinschaft Dachau fordert Politiker und Behörden auf, gegen die steigende Zahl rechtsextremer Ausschreitungen vorzugehen.
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Helmut Zellermehr...
Auf dem Online-Portal kreuz.net hetzen Holocaust-Leugner, Homophobe und Rassisten, der Verfassungsschutz spricht von "menschenverachtender Propaganda". Die Verantwortlichen sind schwer zu belangen, sie operieren meist anonym. Nicht jedoch einige Autoren: Einer von ihnen veröffentlicht unter dem Namen eines Vorstandsmitglieds der rechtsradikalen Initiative "Pro Köln".
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Hannah Beitzer und Oliver Das Guptamehr...
Antisemitismus kam in der DDR offiziell gar nicht vor. Die Ausstellung "Das hat's bei uns nicht gegeben" zeigt, wie weit Realität und antifaschistisches Ideal auseinander klafften.
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Constanze von Bullionmehr...
Er habe weniger Angst davor, dass der Holocaust vergessen wird, als vor einer Banalisierung der Erinnerung, erklärt Friedensnobelpreisträger Eli Wiesel. "Wenn man mir 1945 gesagt hätte, dass ich 2005 gegen den Antisemitismus kämpfen würde, hätte ich das nie geglaubt. Jetzt ist die Gefahr wieder da."
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Der OSZE-Vorsitzende Solomon Passy hat Bildung als Schlüssel für die Bekämpfung von Antisemitismus bezeichnet. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, warnte vor einer traditionellen Judenfeindlichkeit in Osteuropa. Zuvor hatte Bundespräsident Rau erklärt, es gebe "Anlass zur Sorge", dass im Jahre 2004 überhaupt noch eine Konferenz zu diesem Thema stattfinden müsse.
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Die deutschen Führungskräfte stecken in einer Orientierungskrise - das zeigt eine neue Studie. Kann womöglich das Prinzip der Piratenpartei, bei der alle mitentscheiden können, der Elite helfen? Eher nicht, meinen die Studienautoren. Auch wenn manche Piraten-Ideen gar nicht so schlecht sind.
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Thorsten Denkler, Berlinmehr...
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