Vom Schenken und Beschenktwerden "Kreativität ist gefragt!"

Was kann ich verschenken, wenn in meinem Geldbeutel absolute Ebbe herrscht?

Dann ist Kreativität gefragt: Im privaten und vor allem im familiären Bereich kann man seinen Lieben auch eine Freude machen, indem man sie bekocht oder einen Gutschein fürs Babysitten verschenkt. Handwerklich Begabte können auch Selbstgemachtes verschenken. Im Internet, auf Flohmärkten oder auch im Einzelhandel kann man ebenfalls auf Schnäppchenjagd gehen. Wer nicht so gut bei Kasse ist, braucht etwas Zeit und ein bisschen Schnäppchen-Glück.

Wie soll ich reagieren, wenn mir ein Geschenk überhaupt nicht gefällt? Und anders herum: Was kann ich tun, wenn mein Geschenk beim Gegenüber nicht ankommt?

Im geschäftlichen Bereich ist es sehr unhöflich, sich über ein Geschenk zu beschweren. Die Geste soll schließlich in erster Linie den hohen Stellenwert der Geschäftsbeziehung unterstreichen. Im Familien- oder Freundeskreis ist das Vertrauensverhältnis in der Regel gut und eine respektvolle Ehrlichkeit sollte möglich sein. Man beginnt am besten mit einem Dank, also beispielsweise: "Vielen Dank, ich freu mich, dass du daran gedacht hast, dass ich einen neuen Pullover brauche. Der Stoff ist so warm und kuschlig." Dann darf ein dezenter Hinweis folgen: "Ich befürchte aber, dass die Farbe nicht so gut zum Rest meiner Garderobe passt." Das genügt, bitte keine Beschwerden. Der Schenkende wird den Wink verstehen und von sich aus einen Umtausch anbieten.

Und wenn es derjenige einfach weiter verschenkt?

Das ist absolut tabu! Wenn so etwas herauskommt, wird es peinlich. Da sollte man lieber mit offenen Karten spielen und Mut zur Ehrlichkeit zeigen.

Vor Weihnachten werde ich oft nach meinen Wünschen gefragt. Wie viele Punkte meiner langen Wunschliste darf ich ansprechen und in welchem finanziellen Rahmen sollten sich diese befinden?

Das Beste ist, eine kleine Auswahl an Wünschen zu nennen, die preislich ein bisschen differenziert ist. So wird das Gegenüber nicht auf eine Summe festgenagelt, die vielleicht sein Budget übersteigt.

Muss ich ein Geschenk annehmen oder darf ich es auch ablehnen, wenn ich mich dabei unwohl oder unter Druck gesetzt fühle?

Auf geschäftlicher Ebene ist es meistens firmenintern geregelt, bis zu welchem Wert Geschenke angenommen werden dürfen. Privat würde ich aktiv die Kommunikation suchen und das Problem ansprechen: "Ich freue mich, dass du an mich gedacht hast, aber ich fühle mich nicht wohl mit einem Geschenk, das so wertvoll ist." Hier erkennt man auch: Es ist nicht immer gut, ein zu teures Geschenk zu wählen, da man dadurch den Beschenkten unabsichtlich in Zugzwang bringen kann.

Darf ich mich erkundigen, wie viel mein Geschenk gekostet hat?

Das macht man in unserer Kultur nicht. Bei uns werden Preisangaben geschwärzt und Preisschilder abgezogen. In anderen Teilen der Welt ist das anders. Ich habe mehrere Jahre in Korea gelebt und dort ist es üblich, die Preisschilder nicht zu entfernen. So zeigt man, dass es sich um ein Original und nicht um Billigware handelt.