Espressomaschinen im Test Wucht aus Edelstahl

Echten Espresso kann man nur mit einer echten Siebträgermaschine zubereiten. Doch die sind ganz schön teuer. Oder reicht auch eine 130-Euro-Maschine? Ein deutscher Latte-Art-Meister hat für uns den Test gemacht.

Von Jan Willmroth

Paris im Jahr 1855, Weltausstellung, Eiffelturm - und Weltpremiere einer dampfenden Maschine, die Kaffee völlig anders als bisher zubereitete, ein Gerät mit etwas sperrigem Namen: der Druckbrühapparat. Was aus ihm floss, sollte später als Caffè Espresso berühmt werden. Doch es vergingen noch einmal ganze 56 Jahre, bis der Mailänder Ingenieur Luigi Bezzera seine Erfindung am 19. November 1901 patentieren ließ und die Siebträgermaschinen in Serie produzierte. Bis heute kann man den echten Espresso nur mit Siebträgermaschinen zubereiten.

Dabei wird Wasser in einem Kessel erhitzt und mit hohem Druck durch ein Sieb mit feinem Kaffeemehl gepresst. Seit 1975 - durch die Erfindung der Vibrationspumpe - gibt es die Siebträgermaschinen auch im Kleinformat für den Haushalt. Heute ist die Auswahl an Kaffeemaschinen größer als je zuvor, es gibt Vollautomaten, Pad- und Kapselmaschinen und immer noch auch die klassische Filterkaffeemaschine. Nur die Siebträgermaschine aber steht unverändert für den echten Espresso. Und für ein Lebensgefühl. Mancher möchte mit einem solch funkelnden Gerät schlicht den im Italienurlaub genossenen Kaffee auch zu Hause trinken, für andere ist sie ein Statussymbol - zur Betonung der unbedingten italianità des Besitzers.

Echten Espresso gibt's nur mit der klassischen Siebträgermaschine.

(Foto: imago stock&people)

Eigentlich, soll diese Maschine sagen, sitze ich den ganzen Tag auf einer Piazza, lese Zeitung und trinke Caffè, bevor ich mich auf meine Vespa schwinge und durch Rom gondele. Inwiefern die Maschinen dieses Gefühl vermitteln, haben wir nicht getestet. Unser Experte achtete eher auf so profane Dinge wie Geschmack und Milchschaumkonsistenz. Aber um die geht es ja auch, irgendwie. Oder vor allem.