Stilblog Modezirkus: Richtig Ausmisten Der Winter naht - auch im Kleiderschrank

So viele Klamotten, aber nichts anzuziehen? Zeit, den Schrank umzuräumen. (Blazer und Tasche: Juicy Couture)

(Foto: Daniel Hofer)

Kann ich das tragen? Wie kombiniert man Animal Print? Und was bedeutet eigentlich Ethno-Look? Im Modezirkus, dem Stilblog auf Süddeutsche.de, greifen wir aktuelle Trends und klassische Fragen zur richtigen Kleiderwahl auf und erklären gemeinsam mit unseren Stilexperten, worauf zu achten und was zu vermeiden ist.

Von Felicitas Kock

Außer der Wurst hat alles ein Ende, wie wir wissen. Auch der Sommer ist irgendwann vorbei. "Welcher Sommer?", mögen Sie nun fragen. Zugegeben, in diesem Jahr hat das Wetter uns durch die Rechnung Sommer = Wärme + Sonne mehrere Striche gemacht; Striche in Form von Regenbindfäden und einer niedrigen Temperaturkurve. Vielleicht laufen Sie deshalb seit vergangenem Herbst im gleichen Rollkragenpullover herum. In Schattierungen von Grau, passend zum Farbentrauerspiel vor dem Fenster und zur Tristesse in Ihrer Seele.

Vielleicht haben Sie Ihre Wollsachen zu Beginn des "Sommers" aber auch weggepackt - und stattdessen Flatterkleidchen, kurze Hosen und Flipflops herausgeholt. Dann müssen Sie jetzt stark sein, denn es ist Zeit, diesen Vorgang rückgängig zu machen. Es ist Zeit, für Herbst und Winter umzurüsten.

Umräumen macht Sinn

"Gerade wenn man einen kleineren Schrank hat, lohnt es sich, ihn jahreszeitenbedingt umzuräumen", sagt Stilberaterin Janine Katharina Pötsch. Was nicht mehr benötigt wird, wird gewaschen und in Boxen in die Abstellkammer oder unters Bett gepackt. Oder, wenn er groß genug ist, in die hinteren Gefilde des Kleiderschranks. Zum Vorschein kommen die Wintersachen. Die sollten laut Pötsch zunächst überprüft werden: Was muss genäht werden? Was muss zum Schuster? Was sollte besser in die Reinigung?

Wenn Sommerkleider weichen müssen, ist die Zeit der Mäntel gekommen! (Mantel: Whistles)

(Foto: Daniel Hofer)

Ausmisten schafft Platz

"Da hab ich mal reingepasst? Diesen Fetzen habe ich tatsächlich getragen? Und was ist das überhaupt für eine Farbe, Schleimgrün?" Bei der Rotation im Kleiderschrank kommen lange vergessene Dinge zum Vorschein. Ein guter Zeitpunkt, um auszusortieren.

"Das betrifft zunächst alles, was sie mehr als ein Jahr nicht getragen haben", sagt Pötsch. Auch Kleidungsstücke, die irreparabel kaputt sind, müssen nicht aus nostalgischen Gründen aufbewahrt werden. Und wenn die Farbe eines Rocks oder einer Bluse Sie insgeheim nervt, sobald Ihr Blick darauf fällt: Ab in die Flohmarkt-Kiste oder zur Altkleidersammlung. Die wenigsten Menschen brauchen so viel Kleidung, wie sie besitzen. Eine weitere Regel: "Wenn Sie schon länger nicht mehr in ein Kleidungsstück hineinpassen, warten Sie bitte nicht darauf, dass sie irgendwann doch noch abnehmen", sagt Modeberaterin Pötsch.

Die Farbe eines Kleids geht Ihnen schon länger auf den Keks? Vielleicht lässt sich das gute Stück ja auf dem Flohmarkt zu Geld machen. (Gesamtes Outfit: Ted Baker)

(Foto: Daniel Hofer)

Ordnen spart Zeit

Für das, was nach dem Aussortieren übrig bleibt, empfiehlt Pötsch eine Ordnung nach der 60-20-20-Regel: Grob sollten 60 Prozent des Platzes für Business-Kleidung reserviert sein, 20 Prozent für Freizeitkleidung und 20 Prozent für private Kleidung, die Sie zu Hause tragen. Dann müssen auf der Suche nach einem Büro-Outfit nicht jeden Morgen sämtliche Shirts mit Tieraufdruck durchwühlt werden. Wer noch weiter gehen will, sortiert Tops, T-Shirts, Pullover, Hosen, Röcke, Kleider separat nach Farben. Schuhe und Taschen sollten getrennt aufbewahrt werden.

Tiermotive gehen in den wenigsten Büros - ab auf den Freizeit-Stapel. (Shirt: Topshop)

(Foto: Daniel Hofer)

Was trägt man im Herbst und Winter 2014?

Stilberaterin Pötsch setzt auf zeitlose Basics, die man mehrere Jahre lang tragen kann - das Outfit wird dann durch ein, zwei aktuelle Teile und Accessoires auf den neuesten Stand gebracht. Für den kommenden Herbst und Winter gibt sie folgende Empfehlungen:

  • Blau ist das neue Schwarz. Wer etwas Dunkelblaues trägt, liegt also in den meisten Fällen richtig. Das gilt für Oberbekleidung, Pumps, Stiefel und Stiefeletten. Ansonsten sind in diesem Winter wieder Rot und Wollweiß angesagt.
  • Wie schon im vergangenen Jahr finden sich in der aktuellen Saison zahlreiche Stücke mit Hahnentritt- und Salz-und-Pfeffer-Muster. "Das muss zum Typ passen, aber wenn es das tut, dann empfehle ich einen Rock oder einen schönen Schal in dieser Optik", sagt Pötsch.
  • Wer Geld übrig hat, sollte in einen feinen Strickpullover investieren. Mal kein grober Strick, kein Norwegermuster, sondern ein richtig eleganter Pullover - da gibt es aktuell eine gute Auswahl.

Aber Achtung: Verfallen Sie nicht in einen Kaufrausch, sonst ist der ganze Platz, den Sie beim Ausmisten gewonnen haben, gleich wieder dahin.

Eine Farbe, mit der man auf jeden Fall richtig liegt diesen Herbst: Dunkelblau. (Blazer: Tiger of Sweden, Polo-Shirt: Tommy Hilfiger)

(Foto: Daniel Hofer)
Die Stilberaterin
Personal Shopperin Janine Katharina Pötsch Mode Shopping

Janine Katharina Pötsch, 35, berät ihre Kunden in Stil- und Kniggefragen. Im "Modezirkus" gibt sie Tipps für die perfekte Kleiderwahl.

Produktionshilfe

Die Fotos in diesem Blog sind mit freundlicher Unterstützung und in den Räumlichkeiten von Oberpollinger München entstanden.