Operationen für Highheels Blut klebt am Schuh

Schön ist oft nicht bequem. So wie dieser Schuh des Spaniers Hannibal Laguna (Archivbild von einer Modeschau in Madrid 2011).

(Foto: AFP)

Was tun, wenn ein Schuh nicht passt? Die Antwort scheint naheliegend - doch nicht alle stellen den zwickenden Stiletto zurück ins Regal. Manche lassen sich auch die Füße zurechtschneidern.

Hätte es zur Zeit der Gebrüder Grimm schon Fußorthopäden gegeben, hätte Aschenputtel womöglich bis ans Ende ihrer Tage Erbsen auslesen und die Stube fegen müssen - und eine der intriganten Schwestern wäre an ihrer Stelle mit dem Prinzen aufs Schloss gezogen. Denn die Schwester hätte ob des zu kleinen Schuhs, den Aschenputtel nach dem Ball verloren hatte, nicht einfach resigniert. Sondern sie hätte vom Prinzen einen kurzen Anprobier-Aufschub gefordert, wäre mit dem Schuh zu Ali Sadrieh in die USA gejettet und hätte sich den Fuß von dem Orthopäden auf Schuhgröße zurechtschneiden lassen. Fachmännisch und ohne, dass verräterisches Blut aus den Pumps getropft wäre.

Ob es nun um den einen Traumprinz geht oder um das Selbstwertgefühl: Außerhalb der Märchenwelt sind derlei Eingriffe gang und gäbe, zumindest in Teilen der USA. Das berichtet die New York Times. Am Anfang seiner Karriere in Beverly Hills, sagt der Orthopäde Sadrieh, habe er Frauen für eitel gehalten, die ihn nach einer Operation fragten, weil ihre Füße in modischen Schuhen schmerzten. "Patientinnen brachten mir Schuhe, von denen sie sich erträumten, sie tragen zu können." Doch nach einiger Zeit habe er eingesehen, dass die Frauen die Schuhe brauchten, weil sie zu ihrem Äußeren gehörten. "Sie brauchten die Schuhe, um Selbstbewusstsein auszudrücken", zitiert die NYT den Arzt.

Der Orthopäde, der seit 13 Jahren seine Praxis nahe der modernen Märchenmaschine Hollywood betreibt, bietet sogar einen Eingriff namens Cinderella an. Das klinge schließlich besser als Hallux-Valgus-Korrektur.

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Sadrieh steht stellvertetend für eine von vielen Branchen auf dem wachsenden Markt der Eitelkeiten. Die NYT zitiert etliche weitere Ärzte, die sich in einer Welt der Oberflächenkorrekturen darauf spezialisiert haben, den weiblichen Fuß den wachsenden Ansprüche der Modewelt anzupassen. Die Zeitung berichtet von Highheel-Designern wie Christian Louboutin oder Manolo Blahnik, die Orthopäden ganze Heerscharen neuer Kundinnen beschert hätten - die diese nach erfolgter Fußkorrektur wiederum den Schuhherstellern zurückgäben.

Demnach werden nicht nur die gängigen Korrekturen von Schiefzehen oder Überbeinen angeboten, sondern zum Beispiel auch Injektionen, die den enoremen Druck mindern sollen, den der Fußballen in Highheels abbekommt. Was aus medizinischer Sicht nicht unumstritten ist - aber offenbar nachgefragt wird.

So würde sich Aschenputtels böse Stiefschwester bestens einfügen in die Reihe der Kundinnen für Fuß-OPs. Oliver Zong, Mediziner aus New York und Erfinder des "foot face-lift" berichtet der NYT, eine Patientin habe sich schon einmal den kleinen Zeh entfernen lassen wollen. Er habe abgelehnt.

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