Kurz gesichtet "Sie sind ein Pariser!"

Karl Lagerfeld wurde zum Ehrenbürger der Mode-Stadt ernannt. Weitere News: die beliebteste Farbe der Welt und eine neue H&M-Kooperation.

Von Anne Backhaus, Dennis Braatz, Julia Rothhaas
(Foto: PR)

Essensboxen waren gestern. Für laue Balkonabende braucht es bekanntlich vor allem Getränke. Die kann man jetzt beim Drink-Syndikat bestellen. Die Berliner Bartender verschicken jeden Monat eine neue Box mit Cocktail-Zutaten und passenden Rezepten. Zum Beispiel die "Gin Summer Garden"-Variante mit drei verschiedenen Ginsorten und Beigaben wie Aloe-Vera-Sirup, Bitters oder Meersalzflocken. Barsieb und Messbecher sind auch mit drin. Damit soll sich jeder ganz einfach Drinks zu Hause machen können - ohne vorher Unmengen an Alkohol oder Equipment kaufen zu müssen. So eine Box kostet knapp 40 Euro und kann als einmaliges Geschenk oder gleich als Abo bestellt werden. Wer keinen Alkohol trinken mag, hat trotzdem Spaß beim Auspacken. Die vielen Fläschchen und Zutaten sind ganz wundervoll verstaut. (drink-syndikat.de)

Ist ja nicht jeder ein Strandtyp. Wer seinen Urlaub gerne mit etwas mehr Sinn verbindet, hat wahrscheinlich Freude am Bauhaus Reisebuch. Die aktualisierte Neuauflage des Architektur-Reiseführers (Prestel, 20 Euro) zeigt und erklärt Gebäude in Berlin, Weimar und Dessau. Neben berühmten Bauten wie der Bauhaus-Universität oder dem Nietzsche-Archiv finden sich auch einige kleine und besondere Orte, die den Geist des Design-Kollektivs in sich tragen. Wer doch etwas Wasser sehen mag, kann sich zum Beispiel nach einer Radtour im Ausflugslokal Kornhaus ausruhen und durch die großen Fenster auf die Elbe schauen.

(Foto: Bertrand Rindoff Petroff/Getty Images)

Das Highlight von Chanels großer Couture-Schau am vergangenen Dienstag war nicht etwa das Brautkleid in ausladender A-Linie oder der Eiffelturm, den Karl Lagerfeld dafür als Kulisse extra ins Grand Palais bauen ließ. Es waren die Worte von Anne Hidalgo, der Bürgermeisterin von Paris, die nach der Show vor versammelter Mannschaft zum Designer sagte: "Vous êtes un Parisien" - "Sie sind ein Pariser!" Lagerfeld wurde im Rahmen der Show die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen. Das verzückte Gäste wie Claudia Schiffer, Katy Perry, Julianne Moore und Kristen Stewart und brachte Standing Ovations und extralangen Applaus bei den Kundinnen. Auch, weil er mit der zuvor gezeigten Kollektion ein Best-of Chanel, also Pariser Eleganz, abgeliefert hatte. Die Broschen, die wadenlangen Röcke zu den über die Hüfte reichenden Jacken, die Pork-Pie-Hüte, jede Menge Tweed und ein bisschen Seide: Alles war da. Coco wäre stolz gewesen.

(Foto: PR)

H&M ist berühmt für seine Designer-Kooperation. Versace, Karl Lagerfeld, Viktor und Rolf oder Stella McCartney: Sie alle haben in den letzten Jahren für den schwedischen Moderiesen erschwingliche Mode entworfen. Nun kooperiert H&M mal nicht mit einem Designer, sondern einem weiteren Geschäft, nämlich dem berühmten Departmentstore Colette in der Pariser Rue Saint Honoré 213. Die Adresse ist zum Mekka für Luxusmodekunden geworden, weil dort besonders seltene oder gar exklusiv angebotene Teile von Marken wie Balenciaga oder Comme des Garçons hängen. Vom 21. August an wird für zwei Wochen die neun-teilige "H&M Studio"-Kollektion verkauft. Sie ist vor allem in Blautönen gehalten (Blau ist die wichtigste Farbe bei der Inneneinrichtung und dem Internetauftritt des Stores) und spielt mit ein paar Graffiti-Optiken sowie ausgefransten Nähten. Wer zum Einkaufen nicht extra anreisen kann, bekommt die Sachen auch im Onlineshop von Colette.

Der britische Papierhersteller G. F. Smith hat die beliebteste Farbe der Welt gekürt: Marrs Green. Farb-Designerin und Namensgeberin Annie Marrs ließ sich für den Ton, der zwischen Blau und Grün changiert, von der Landschaft um ihr Haus in Schottland inspirieren. Mehrere Tausend Menschen hatten das dunkle Petrol bei einer Online-Befragung zum Favoriten gewählt. Den Erfolg erklären sich die Macher mit der wachsenden Sehnsucht der Menschen nach Natur - und damit nach dem perfekten Grün.

Nach nur 16 Monaten verlässt Bouchra Jarrar das Modehaus Lanvin. Sie hatte die kreative Leitung für Alber Elbaz übernommen; um sich auf den Job konzentrieren zu können, beendete sie sogar die Arbeit an ihrem eigenen Label. Ihre Entwürfe waren weniger verspielt als die ihres Vorgängers, den Umsatzrückgang aber konnten sie nicht aufhalten. Ein Nachfolger ist nicht bekannt.