Küchenzeilen zu veganem Grillen Burger ohne Tier

Die vegane Alternative zu Rinderhack: Der frisch gegrillte Burger schmeckt auch mit einem Pattie aus Linsen oder Portobellopilzen.

(Foto: SZ.de)

Grillen ohne Steaks, ohne Würstchen, ohne Kräuterbutter - kann das gutgehen? Mit Falafel-Burger und Zucchini-Röllchen vom Grill durchaus. Eine Annäherung.

Von Kathrin Hollmer

Und was ist mit dem Duft? Das ist das Erste, woran ich denke, als ich vom Barbecue-Trend des Sommers lese: vegan grillen. Kein Hauch von Steak. Von Bratwurst. Nicht einmal Kräuterbutter! Bisher war Omas Kartoffelsalat bei unseren Grillpartys das einzig Tierfreie. Und die Schüssel mit buntem Salat, falls nicht jemand noch ein paar Würfel Feta darüber gestreut hatte. Inzwischen grillen auch Fleischesser immer öfter vegan oder wenigstens vegetarisch - und sei es nur als Zutat zum schlechten Gewissen. Deshalb werde auch ich heute einmal zur Abwechslung streng vegan grillen.

Im Supermarkt streift mein Blick argwöhnisch über die große Auswahl an tierfreier Grillware: Veggie-Burger aus Algen, Grillschnecken aus Weizeneiweiß und -stärke, Gemüsebratlinge, die offenbar "wie Grillteller" oder "wie Steak" sein wollen - und noch andere Fleischersatzprodukte, die so tun als ob. Kreativer sind die veganen Alternativen, die Blogger auf den Grill legen: Ananas-Scheiben oder Avocado mit Limettensaft zum Beispiel. Frühlingszwiebeln oder grüner Spargel. Vegane Burger mit Patties aus Linsen oder aus Portobellopilzen. Sogar Pizza mit Pesto, Pilzen und Oliven oder Auberginen-Hotdogs.

Falafelburger und Feta - ganz vegan

Ich entscheide mich für einen Falafel-Burger und Zucchiniröllchen mit "veganem Feta" von Lena Merz (Rezepte siehe unten), die auf ihrem Foodblog Lenasfoodforfriends eine eigene Rubrik mit fleischlosen Grillrezepten führt. "Fast jedes Gemüse eignet sich für den Grill und entwickelt dort Röstaromen, die man sonst nicht so kennt", sagt die Bloggerin. Brokkoli und Blumenkohl eigneten sich besonders dafür: "Einfach in Harissa oder anderen scharfen Gewürzmischungen marinieren, dann zehn bis zwölf Minuten in einer Edelstahlschale grillen." (Mehr Tipps für Grillen ohne Fleisch siehe hier:)

Fünf Tipps für fleischloses Grillen von Lena Merz:
  • Gemüse, das man auch als Rohkost essen kann, braucht auf dem Grill nicht länger als zehn Minuten. Nur Maiskolben brauchen etwa 20 Minuten, ganze Kartoffeln bis zu 60 Minuten. Gemüse mit indirekter Hitze grillen, also nicht direkt über der Glut, wo es schnell verbrennen kann.
  • Gemüse braucht nur wenig Öl, am besten hitzebeständiges. Keine nativen Öle zum Grillen benutzen.
  • Gemüse mit Gewürzen und Salz in einer Edelstahlschale oder in Alufolie gewickelt grillen, so fällt nichts durch den Rost.
  • Außer Salz kann man auch den Schalenabrieb von Zitronen, Orangen oder Limetten zum Würzen verwenden. Grillt man das Gemüse in einer Schale, kann man frische Kräuter wie Minze, Salbei oder Rosmarin hinzufügen.
  • Tofu am besten einige Stunden zuvor marinieren. Man sollte ihn leicht ausdrücken, damit er nicht so viel Wasser speichert. Da er geschmacksneutral ist, eignen sich würzige Marinaden, etwa aus Sojasoße, Chili, Ingwer, Zitrone und Limette. Salz und hitzebeständige Gewürze dürfen von Anfang an dazu, genau wie Öl. Pfeffer immer frisch darüber streuen.
  • Für Saucen zum Beispiel gegrillte Paprikaschoten mit Zucker, Nüssen und etwas Öl pürieren oder eine Guacamole aus Avocado, Zitronensaft, Chili und (veganer) Creme Fraîche zubereiten.

Sollte der erste Grillversuch bei den Burgern danebengehen und die Falafel-Masse an den Rillen der Aluschale kleben bleiben, lassen Sie sich nicht entmutigen. Ich verwende für den zweiten Schwung eine feuerfeste Pfanne. Die Burger - und auch die Zucchiniröllchen - schmecken so köstlich, dass die Würstchen, die Oma mir vorsichtshalber eingepackt hat (übrigens ihr einziger Kommentar zum Thema Grillen ohne Fleisch) gar nicht mehr auf den Grill kommen. Nur den Grillduft können die Kichererbsen-Bratlinge und Zucchiniröllchen nicht ersetzen. Das Trost spendende Radler ist zum Glück ohnehin vegan.

Zucchini-Röllchen (für 4 Personen als Beilage oder für 2 als Hauptgericht) - Zutaten:

Vegane Zucchini-Röllchen

(Foto: SZ.de)
  • 2 große Zucchini
  • 1 Päckchen "(veganer) Feta" (ca. 200 g; alternativ mit Sojasahne angerührtes Cashewmus oder eine Handvoll Cashewkerne, die man in Wasser einweicht und püriert)
  • 2 Schalotten
  • 1 TL (veganes) Thai-Curry (am besten rot, alternativ gut mit Chili- und Currypulver würzen)
  • 1 kleine Handvoll Zitronenbasilikum (oder normaler Basilikum)
  • 2 EL (veganer) Joghurt
  • 2 EL Sonnenblumenkerne
  • 1 TL Agavendicksaft
  • Salz und Pfeffer
  • Olivenöl

Zubereitung:

Zucchini waschen und der Länge nach in dünne Scheiben schneiden. Auf einer großen Platte ausbreiten und mit Olivenöl einreiben. Für die Füllung die Schalotten fein würfeln, den "Feta" zerbröckeln und beides mit Thai-Curry und Joghurt verrühren. Basilikum fein hacken und zusammen mit Agavendicksaft, Sonnenblumenkernen und Pfeffer zugeben. Gut verrühren, bis eine cremige, noch leicht bröcklige Masse entsteht. Die Zucchini von jeder Seite zwei bis vier Minuten grillen. Am besten über direkter Hitze und so kurz wie möglich. Sie sollen noch schön bissfest bleiben und nicht zu weich werden. Vom Grill nehmen, leicht salzen und pfeffern. Je einen Teelöffel Füllung an den Anfang einer Scheibe geben und diese vorsichtig einrollen. Mit einem Holzspießchen fixieren.

Quelle: Lena Merz, www.lenasfoodforfriends.de

Falafel-Burger mit Hummus (für vier Burger) - Zutaten:

  • 2 Dosen Kichererbsen (je 400g), abgetropft
  • 2 Knoblauchzehen, gepresst
  • ½ kleine rote Zwiebel
  • Je 1-2 TL (nach Belieben) gemahlener Koriander und Kreuzkümmel
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • 3 EL Mehl
  • 2-3 EL Wasser
  • Öl zum Anbraten
  • 4 (vegane) Burger-Brötchen (fertig gekauft oder selbstgemacht, zum Beispiel nach dem Rezept von Max Scharnigg)
  • Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Salat nach Belieben (gewaschen, geschnitten)
  • Salz, Pfeffer
  • Hummus (fertig gekauft oder selbstgemacht, zum Beispiel nach dem Rezept von Cem Özdemir)
  • Feuerfeste Pfanne (bzw. eine Grillplatte oder Aluschale möglichst ohne Rillen; die Falafel lassen sich nicht gut auf dem Rost zubereiten)

Zubereitung:

Mit der Küchenmaschine Kichererbsen, Knoblauch, Zwiebel, Koriander, Kreuzkümmel und Petersilie zu einer glatten Masse verarbeiten. In eine Schüssel füllen, Mehl und Wasser hinzufügen und vermischen. Vier Burger-Patties (Größe an den Brötchen orientieren) daraus formen und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen. Öl in der Pfanne oder auf der Grillplatte erhitzen, bei mittlerer Hitze die Falafel auf jeder Seite fünf Minuten goldbraun braten. Burger-Brötchen auf dem Grill anrösten. Mit Falafel und nach Belieben mit Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Salat belegen und mit Salz und Pfeffer würzen. Mit Hummus servieren.

Quelle: Variante von woolworthsonline.com

Falafel-Burger, ganz ohne Tier

(Foto: SZ.de)