Geschenke zu Weihnachten - Folge 1 Mach es doch selbst

Wie wär's mit Stricken? Schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Der Beschenkende entspannt - und hat im Bestfall ein Geschenk.

(Foto: Petra Schulz / una.knipsolina / photocase.de)

Der Countdown läuft: Noch drei Wochen bis Weihnachten. Und wie jedes Jahr stellt sich die Frage: Was schenken? Wir stellen jede Woche Geschenketipps vor - für Kreative, für Menschen, die schon alles haben, für Schenker mit wenig Geld und kurz vor Heiligabend für alle, die mal wieder auf den letzten Drücker nach Ideen suchen. Doch noch ist genug Zeit, deshalb dreht sich Folge 1 ums Basteln.

Von Anna Fischhaber und Oliver Klasen

"Dann bastel doch einfach was!" Wer diesen Satz heute hört, denkt vielleicht verschämt an den unförmigen Tonklumpen aus der zehnten Klasse. Damals hatte die Handarbeitslehrerin die gute Idee, Weihnachtsgeschenke zu töpfern. Doch der Aschenbecher für Opa konnte nur mit viel gutem Willen Aschenbecher genannt werden. Die Bastelkarriere war vorbei.

Schade eigentlich, denn Do-it-Yourself-Geschenke müssen gar nicht peinlich sein. Und noch nie war Basteln so einfach - dem Internet sei Dank. Erst recht, wenn noch genügend Zeit ist bis Heiligabend und es allerlei gute Anleitungen in Form von Blogs, Foren und spezialisierten Websites gibt. Hier drei Ideen, geordnet nach unterschiedlich ambitionierten Do-it-yourself-Typen:

Für Geduldige

In einem Punkt sind sich die Modeexperten derzeit einig: Strick stiehlt allem die Schau. Was man jetzt auf den Laufstegen sieht, konnte man in Regionalzügen und Cafés schon länger beobachten: Längst stricken nicht mehr nur Omas und Ökos, Handarbeit ist wieder hip. Wieso also nicht endlich das Schultrauma überwinden, einen Online-Crashkurs machen und einen warmen Schal verschenken? Anfänger haben es gerade besonders leicht: Grobstrick aus dicker Wolle ist in.

Auch dafür braucht man Geduld und Zeit, aber dafür ist Stricken total entspannend. Das behauptet zumindest Olympiasiegerin Magdalena Neuner, die auf Youtube Strickkurse gibt - samt Trockenübungen zum Maschenschlag. Klaviermusik und Kaminfeuer im Hintergrund nerven nach einer Weile, aber zum Glück kann sich heute jeder seine Handarbeitslehrerin selbst aussuchen. 19 000 Suchergebnisse liefert allein Youtube zum Stichwort "Stricken lernen".

Zudem gibt es allerlei Blogs. Dass auch Männer stricken können, beweist zum Beispiel ein gewisser Lutz auf maleknitting.de, der dort Woll-Engel für einen Strickadventskalender präsentiert. Wer trotz Online-Kurs am Ende mehr Löcher als Schal in den Händen hält, kann jemanden engagieren, der sich damit auskennt - zum Beispiel bei www.myoma.de. Allerdings braucht die "Strickoma" natürlich auch ihre Zeit: Je nach Geschenk zwischen sieben und 14 Tagen.

Für Grobmotoriker

Stricknadeln brechen bei ihnen jedesmal ab? Ihre Kreativität reicht gerade dafür aus, Ikea-Möbel nach Bauplan zusammenzuschrauben? Und Sie empfinden höchste Glücksgefühle, wenn Sie mit ein paar gut plazierten Fußtritten etwas gerade biegen können? Basteln Sie doch einfach Designermöbel. Das ist einfacher als es wirkt.

Inzwischen gibt es zahlreiche Bücher, in denen Designer ihre Ideen vorstellen und Schritt für Schritt erklären, wie man das Stück nachbauen kann. Manches davon findet sich im Netz. Zum Beispiel ein Wohnzimmertisch aus schwarzen PVC-Röhren, in dem man Zeitungen verstauen kann - ideal also für Vielleser. Noch einfachere und billigere Ideen bietet der Blog Hartz-IV-Möbel, wie den schlichten Holzsessel aus einem Brett für 24 Euro.

Wer keine Lust auf einen Adventssamstag im übervollen Baumarkt hat, kann auch aus alten Ikeamöbeln etwas neues gestalten. Zum Beispiel aus einem Billy einen quietschbunten Schrank für Kinder und Menschen, die ihr Spielzimmer vermissen. Oder aus langweiligen Frosta-Hockern einen Designerstuhl im Stil der fünfziger Jahre. Billy, den Roboter, den "Graphiques" Frosta und andere Ideen gibt es bei www.ikeahackers.net.

Für Gärfreunde

Sie wollen unbedingt etwas Selbergemachtes verschenken, aber Basteln und Heimwerken ist nun wirklich nicht Ihre Leidenschaft? Kein Problem, bei manchen Geschenken macht die Herstellung wirklich Spaß. Beim Bier brauen zum Beispiel. Im Netz finden sich leicht verständliche Anleitungen und Zutatenlisten. Auf besser-bier-brauen.de gibt es etwa eine Schnellanleitung für das eigene Bier in 18 Schritten oder eine ausführliche Anleitung mit vielen Hintergrundinformationen.

Wem das zu kompliziert ist, der kann vorgefertigte Brau-Kits kaufen oder wie bei braufaesschen.com ein individualisiertes Bier im Fass, bei dem die Zutaten nur noch nach und nach hinzugefügt werden müssen. Zur Reifung benötigt das Bier, je nach Brauart, zwischen ein und zwei Wochen. Danach wird es am besten noch einige Tage kalt gelagert, damit sich der optimale Geschmack ausbilden kann.

Optimal abgerundet wird das Geschenk durch ein selbstdesigntes Etikett. Auch das lässt sich online bestellen, zum Beispiel hier. Und zum Glück gibt es auch Anbieter, die zum persönlichen Etikett das Bier gleich mitliefern. Falls sich der selbstgebraute Gerstensaft doch als Plörre erweist.