Bademode "Sports Illustrated" zeigt erstmals Plus-Size-Model auf dem Cover

Auf dem Laufsteg beginnen Übergrößen bei Größe 36. Jetzt hat es eine Frau mit Größe 44 auf den Titel der berühmten Bademoden-Ausgabe geschafft.

Für die Macher der Sports Illustrated galt früher schon Heidi Klum, mutmaßlich Kleidergröße 36, als Frau mit eher rundlichen Proportionen. Seit die "Germany's Next Topmodel"-Moderatorin im Jahr 1998 erstmal auf dem Cover der berühmten Bademoden-Ausgabe der Zeitschrift war, hat sich einiges getan.

Noch bis in die späten Neunziger war der Heroin Chic, den Kate Moss beispielhaft verkörperte, auf den Laufstegen und in Werbekampagnen die bestimmende Linie. Doch in den vergangenen Jahren, hat es eine, wenn auch nur langsam wachsende, Gegenbewegung gegeben. In einigen Ländern, darunter Spanien und Frankreich, haben die zuständigen Behörden Magermodels verboten.

Jetzt ist der Trend auch bei der Sports Illustrated angekommen. Auf dem Cover des diesjährigen Kataloges, der in dieser Woche erscheint, ist zum ersten Mal ein Übergrößen-Model zu sehen. Es ist Ashley Graham, Kleidergröße 44.

"Das ist einer der größten Momente in meinem Leben", twitterte die 28-Jährige nach der offiziellen Bekanntgabe des Titels. Sie dankte dem Magazin dafür, "Frauen in allen Formen und Größen" zu zeigen.

"Sports Illustrated" ist eine Institution in den USA

Im vergangenen Jahr war Graham bereits im Rahmen einer Werbekampagne in Sports Illustrated zu sehen. In diesem Jahr gehört sie für das Label Lane Bryant nun zu den offiziell im Heft präsentierten Models.

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Die alljährlich im Februar erscheinende Bademoden-Ausgabe der Zeitschrift ist eine Institution in den USA. Die 50. Ausgabe im Jahr 2014 wurde 785 000 Mal am Kiosk verkauft.

Im vergangenen Jahr war mit Robyn Lawley in der Sports Illustrated bereits ein sogenanntes Plus-Size-Model abgebildet. Jedenfalls, wenn man Laufsteg-Maßstäbe zugrundelegt. Auf den Catwalks beginnen Übergrößen teilweise bereits ab der US-Größe 8, in Deutschland entspricht das Größe 36. Dementsprechend hatte die Bezeichnung von Lawley, Größe 38, als Plus-Size-Model unter Frauen und Männern weltweit Entrüstung ausgelöst.

Bei Ashley Graham dürften die Reaktionen nun anders ausfallen.

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